Bakterielle Mandelentzündung mit Streptokokken kann manchmal nach Antibiotikabehandlung fortbestehen

Eine Mandel- und Rachenentzündung mit Streptokokken kann geschwollene Mandeln mit Halsschmerzen, starkem Krankheitsgefühl und Fieber verursachen. US-Forschende weisen darauf hin, dass die bakterielle Infektion auch nach der Behandlung fortbestehen kann und so ansonsten gesunde Kinder zu Überträgern (Keimträgern) machen kann.

© Dron - Fotolia.com

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„Etwa 8 bis 10% der Kinder bleiben auch nach Abschluss der Antibiotikabehandlung mit Streptokokken besiedelt“, erklärte Laura Cook, außerordentliche Professorin für Biowissenschaften an der Binghamton University (State University of New York). „Sie haben keine Symptome mehr. Sie fühlen sich gesund.“

Mithilfe der Ganzgenomsequenzierung wollen Forschende des Fachbereichs Biowissenschaften der Binghamton University, der University of Illinois at Chicago sowie der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health herausfinden, woran das liegt. Ihr Artikel mit dem Titel „Streptococcus pyogenes carriage is associated with distinct in vivo transcriptional states but not carrier-specific genotypes“ wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Cell Reports“ veröffentlicht.

Kinder- und Jugendärzte an der University of Wisconsin entnahmen Proben von Kindern, die wegen einer Streptokokken-Infektion des Rachens in die Klinik kamen; Kinder mit positivem Testergebnis wurden in die Studie aufgenommen. Sie wurden mit Antibiotika behandelt und anschließend erneut auf die bakterielle Infektion untersucht.

Kinder können sogar jahrelang Träger bleiben

Sobald die Symptome abklingen, heilt die Infektion meist aus; dennoch können Kinder Stämme von Gruppe-A-Streptokokken (GAS) noch über Monate oder sogar Jahre hinweg in sich tragen – und auf andere übertragen. Bei wiederkehrenden Infektionen werden den Kindern häufig die Mandeln entfernt. Kinder ohne Symptome werden hingegen normalerweise nicht daraufhin untersucht, ob sie als Überträger fungieren.

Die Genome der Bakterien lieferten keine eindeutigen Hinweise darauf, ob bestimmte Stämme eher eine aktive Infektion verursachen oder symptomlos getragen werden.

„Das deutet darauf hin, dass die Ursache bei den Kindern selbst liegt – etwa in ihrer Immunantwort oder in anderen Bakterien im Rachenraum, die eine solche Keimträgerschaft begünstigen“, vermutete Cook, die korrespondierende Autorin der Studie.

Der nächste Schritt in der Forschung besteht darin, andere Bakterien im Rachenraum der Kinder zu untersuchen, um festzustellen, ob diese eine Rolle beim Fortbestehen der Streptokokken-Besiedlung spielen.

„Wir können die Keime im Rachen gesunder Kinder mit der von Kindern vergleichen, die Infektionen entwickeln, um zu sehen, ob wir die Keimträgerschaft vorhersagen oder verhindern können“, so Cook.

Quellen: Newswise, Binghamton University (State University of New York), Cell Reports

Autor/Autoren: äin-red, bvkj Redaktion

Letzte Aktualisierung: 12.10.2026