Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Vorhofseptumdefekt (Atriumseptumdefekt, ASD)

Was ist ein Vorhofseptumdefekt?

Das Herz besteht aus je zwei Vorhöfen (linkes und rechtes Atrium) und zwei Kammern ( linker und rechter Ventrikel ). Je eine Wand trennt den linken vom rechten Vorhof bzw. die linke von der rechten Kammer. Zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Kammer bzw. dem linken Vorhof und der linken Kammer befindet sich jeweils eine große Herz-Klappe. Das sauerstoffarme Blut gelangt über die obere und untere Hohlvene aus dem Körperkreislauf in den rechten Vorhof und wird von dort über die rechte Kammer in die Lungenarterien gepumpt. In der Lunge wird es mit Sauerstoff angereichert und fließt dann über die Lungenvenen in den linken Vorhof. Die linke Kammer pumpt das sauerstoffreiche Blut dann über die Hauptschlagader (Aorta) in den Körperkreislauf.

Bei einem Vorhofseptumdefekt (= Atriumseptumdefekt) befindet sich in der Wand zwischen den beiden Vorhöfen ein Loch. Weil der Druck im linken Vorhof höher ist als im rechten, fließt das sauerstoffreiche Blut vom linken Vorhof zurück in den rechten Vorhof (Links-Rechts-Shunt). Das hat zur Folge, dass mehr Blut als üblich durch den Lungenkreislauf fließt.

Bei etwa 10% der angeborenen Herzfehler wird ein Vorhofseptumdefekt festgestellt.

Symptome & Krankheitsbild

Ein Vorhofseptumdefekt wird häufig erst im Kindergarten- oder Schulalter erkannt, wenn die betroffenen Kinder körperlich weniger belastbar sind. Bei größeren Defekten kann der vermehrte Blutfluss in der Lungenschlagader (Arteria Pulmonalis) ein typisches Geräusch erzeugen. Das wird von den untersuchenden Kinder- und Jugendärzten diagnostiziert. Betroffene Säuglinge leiden in der Regel noch nicht unter Krankheitszeichen. Nur wenn das Loch sehr groß ist, können Gedeihstörungen auftreten.

Auswirkungen

In vielen Fällen schließt sich ein Vorhofseptumdefekt spontan in den ersten Lebensjahren. Bleibt er jedoch offen, kann er je nach Größe das rechte Herz belasten und Funktionsstörungen nach sich ziehen. Der verstärkte Blutfluss in der Lungenschlagader kann Probleme im Lungenkreislauf erzeugen. Möglich sind auch Herzrhythmusstörungen. Das Thromboserisiko kann erhöht sein.

Diagnose

Der Kinder- und Jugendarzt hat den Verdacht auf einen Vorhofseptumdefekt, wenn er beim Abhören des Herzens veränderte Herzgeräusche wahrnimmt. Ein EKG, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) und eine Röntgen-Untersuchung können je nach Einzelfall den Verdacht bestätigen.

Therapie

Schließt sich ein Vorhofseptumdefekt nicht spontan, muss er entweder im Rahmen einer Operation oder einer Herzkatheteruntersuchung geschlossen werden. Die Wahl der Behandlungsmethode hängt unter anderem von der Größe des Lochs und seiner Lage ab.

Bei einer Operation wird das Loch mit Hilfe von Gewebe, das dem Herzbeutel entnommen wird, verschlossen. Im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung wird die Öffnung dagegen mit einem Schirmchen abgedichtet (sogenannter interventioneller Verschluss).

Prognose

Nach erfolgreichem interventionellen oder operativen Verschluss ist die Prognose sehr gut.

Adressen & Links

Bundesverband Herzkranker Kinder e.V.
Kasinostraße 66
52066 Aachen
Tel.: 0241 / 91 23 32
Fax: 0241 / 91 23 33
Internet: www.bvhk.de und www.herzklick.de

Kinderherzstiftung e.V.
Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtstr. 50
60322 Frankfurt/Main
Tel.: 069 / 955 12 80
Fax: 069 / 955 12 83 13
Internet: http://www.kinderherzstiftung.de/
E-Mail: info@noSpam.herzstiftung.de

Stiftung Kinderherz
Ruhrallee 124
45136 Essen
Telefon: 02 01 / 8 73 35 67
Telefax: 02 01 / 8 73 35 66
E-Mail: info@noSpam.stiftung-kinderherz.de
Internet: www.stiftung-kinderherz.de

Quellen

  • Muntau, A. C.: Intensivkurs Pädiatrie. Urban & Fischer München 2009.
  • Kinderherzzentrum Kiel: Vorhofseptumdefekt. Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie Kiel. UNIVERSITÄTSKLINIKUM Schleswig-Holstein. Abgerufen 19.11.14.



Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Hermann Josef Kahl

letzte Änderung: 28.03.2016