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Wie sieht die richtige Kariesprophylaxe für mein Kind aus?

Das Grundgerüst für eine sinnvolle Kariesprophylaxe bildet die richtige Ernährung. Ihr Kind sollte nicht zuviel Süßes essen und trinken. Ein generelles Nasch-Verbot wäre sicher nicht sinnvoll. Doch wenn Ihr Kind etwas Süßes isst bzw. trinkt, dann am besten nach den Mahlzeiten und nicht über mehrere Stunden verteilt. Nach dem Essen empfiehlt es sich generell, den Mund zur Säureneutralisierung gründlich mit Wasser auszuspülen.

Die Zähne sollten zweimal täglich geputzt werden. Einmal morgens und einmal vor dem Schlafengehen. Die abendliche Zahnpflege ist besonders wichtig, da der Speichelfluss in der Nacht stark zurückgeht und die Kariesbakterien somit ungestört ihre Arbeit verrichten können. Sobald die Kinder Zahnpasta zuverlässig ausspucken, ist eine zweimal tägliche Zahnpflege mit fluoridierter Zahnpasta sinnvoll.

Empfohlene Fluoriddosierung unter Standardbedingungen, d.h. ohne weitere Fluoridquellen © DGKJ
Empfohlene Fluoriddosierung unter Standardbedingungen, d.h. ohne weitere Fluoridquellen © DGKJ

Fluorid kann den Zahn vor Karies zu schützen, indem es eine Schutzschicht auf dem Zahnschmelz bildet. Fluorid ist ein Spurenelement in der Ernährung. Es ist vor allem in Fisch zu finden, aber auch in unserem Leitungswasser. Generell wird die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz empfohlen. Bei Kindern in den ersten Lebensjahren wird Fluorid  in Form von Tabletten oder Tropfen (bis unter zwei Jahre 0,25 mg Fluorid/Tag, von zwei bis unter vier Jahren 0,5 mg Fluorid/Tag und von vier bis unter sechs Jahren 0,75 mg - wenn keine anderen bedeutenden Fluoridquellen vorliegen) vom Kinder- und Jugendarzt verschrieben  - auch in Kombination mit Vitamin D (Tabelle: Empfohlene Fluoriddosierung unter Standardbedingungen, d.h. ohne weitere Fluoridquellen © DGKJ). 

Bei den Früherkennungsuntersuchungen inspiziert der Kinder- und Jugendarzt lange vor dem ersten Zahnarztbesuch des Kindes die Mundhöhle und beurteilt die Kieferentwicklung. Gleichzeitig erhalten die Eltern Tipps für die gesunde Ernährung und für die Mundhygiene ihrer Kinder und werden ausführlich über die Notwendigkeit von Fluoridgaben aufgeklärt, die der Zahnschmelzhärtung und damit Kariesvorbeugung dienen. Durch diese Maßnahmen bleiben vielen Kindern unangenehme, langwierige und teure Zahn-, Kiefer- und Sprachheilbehandlungen erspart.

Beim Zahnarzt erstattet die Krankenkasse zwischen dem Alter von zweieinhalb Jahren bis zum sechsten Lebensjahr drei Vorsorgeuntersuchungen, ab sechs Jahren dann halbjährlich (dies ist auch für das Bonusheft wichtig). Spätestens, wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind, also etwa im dritten Lebensjahr sollten Eltern mit ihrem Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt. Die beiden weiteren Früherkennungsuntersuchungen sollten dann mit einem Abstand von je zwölf Monaten bis zum sechsten Lebensjahr durchgeführt werden.

Autor: äin-red