Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- und Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Kinderarztpraxis Varel - Dr. med. Rupert L Dernick

Warnhinweis für medizinische Informationen im Internet

Warum Salbutamol und Honig jeden Hustensaft "über-flüssig" machen, warum Sie Fieber nicht senken müssen und warum Babys nicht wegen Blähungen schreien lesen Sie auf dieser Seite. 

Warnhinweis: Seien Sie generell kritisch mit medizinischen Informationen aus dem Internet. Diese Seite gibt Ihnen Hintergrundinformationen zu Erkrankungen im Kindesalter und stellt das Konzept meiner Praxis vor. Jedes Kind ist einzigartig und Sie kennen ihr Kind am besten. Lassen Sie alle Informationen aus dem Internet (auch meine) durch den Filter Ihres gesundes Menschenverstandes laufen, bevor Sie sie auf Ihr Kind anwenden und fragen Sie im Zweifel den Kinder- und Jugendarzt Ihres Vertrauens.

Verstopfung verstehen und erfolgreich behandeln

Warum auch Kinder mit Hand-Mund-Fuss-Punkten die Kita besuchen SOLLEN

und alles, was man zu HMF wissen sollte um entspannt und souverän damit umgehen zu können.

Grippewelle - was hilft gegen den verflixten Husten?

Wenn nur die Hälfte der Klasse und der Kitagruppe anwesend ist und auch die Eltern mit Fieber im Bett liegen muss man kein Arzt sein, um zu verstehen: Jetzt geht die Grippe (Influenza) um. Leider mit sehr hartnäckigem und oft störenden Husten. Hier ein paar Tipps für die bestmögliche Linderung:

Der Husten besteht meist aus zwei Komponenten, die Sie beide angehen sollten, um eine halbwegs ruhige Nacht zu haben:

A) Der REIZHUSTEN (den haben im Moment (fast) alle, ist trocken, und tut oft im Hals weh) Er entsteht, weil das Virus die Schleimhaut im Rachen angreift. Dann haben die Kinder oft den Mund auf (weil die Nase dicht ist), so dass die Schleimhaut durch die Mundatmung austrocknet. Und dann läuft da noch tröpfchenweise extrem ätzendes Sekret aus der Nase hinten runter und immer über die arme Schleimhaut- da liegen die Hustenrezeptoren blank und dann reicht ein einfaches Einatmen, um sie zu reizen. Die Lösung: 1. Mund halten!! 3 Tage schweigen und zeigen statt reden. Kleinen Kindern soviel vorlesen, dass sie aufmerksam zuhören statt zu plappern. Wer Bonbons lutschen kann, lutscht den ganzen Tag Bonbons, da bleibt der Mund automatisch zu. 2. Nasendusche oder Kochsalz-Nasentropfen: spülen das Nasensekret raus und verdünnen die ätzende Säure, so dass sie die Schleimhaut im Rachen nicht mehr ganz so arg ärgert. Gerne jede Stunde mehrere Hübe Kochsalz-Nasentropfen (aus Drogeriemarkt oder Apotheke) in die Nase geben, spülen, spülen, spülen 3. Wenn die Nase immer noch dicht ist: abschwellende Nasentropfen (bis 11 Jahre verordnungsfähig) 4. Honig, und zwar am besten "pur" genüsslich den Hals herunterlaufen lassen, damit er über die entzündete Rachenhaut rutschen kann, gerne mehrfach täglich. Um die Zähne kümmern wir uns nächste Woche wieder, ein paar Tage können die das ab. Unter einem Jahr KEIN HONIG. Dafür soviel Traubenzucker in einem halben Eierbecher Wasser auflösen, dass es dickflüssig wird, wie Honig, hat eine ähnliche Wirkung. 5. Wenn das Kind wegen der SCHMERZEN beim Husten erwacht, geben sie ein Schmerzmittel (Ibuprofen/Paracetamol)

B) Der OBSTRUKTIVE HUSTEN durch Verengung der Bronchien in der Lunge. Das haben auch viele Kinder, typisches Zeichen ist der Husten, von dem das Kind nachts von HustenANFÄLLEN erwacht und hustet bis zum Würgen oder Erbrechen. Dann sind die Bronchien zu eng. Das betrifft vor allem Asthmatiker und Menschen, die früher schon oft "Bronchitis" hatten, im Moment aber auch einige Kinder, die noch nie was mit den Bronchien hatten. Bei diesem Husten braucht man meist Salbutamol, zum Inhalieren oder als Tropfen zum Einnehmen. Wer früher schon mal Salbutamol hatte, darf und sollte das jetzt auch ohne vorherige ärztliche Untersuchung wieder nehmen (verordnungspflichtig, gerne Wiederholungsrezept von uns), wer das noch nie gebrauch hat, sollte erst Rücksprache halten. Ein starker Reizhusten (A) reicht im Moment leider aus, um trotz Salbutamol auch den obstruktiven Husten für den Moment auszulösen, daher immer BEIDES behandeln.

Zum ARZT muss ein Kind mit Erkältungssymptomen eigentlich nur, wenn die Atmung beschleunigt ist oder das Kind schwer atmet. Alle anderen dürfen gerne zu Hause bleiben. "NORMAL" sind im Moment im Rahmen von Grippesymptomen zwei Mal drei Tage hohes Fieber mit 1-2 Tagen Pause dazwischen. "Normal" ist also: Montag Abend bis Donnerstag Nacht (gut 72 Stunden) 40 grad Fieber, Freitag ein Tag Pause und Samstag bis Montag zweiter Schub Fieber 39-40 Grad, dazu Husten, Halsweh, rote Augen mit oder ohne Sekret, Ohrenschmerzen, etwas Bauchweh, etwas weicher Stuhl, allestutweh =Grippe mit typischem zweigipfligem Verlauf.

SEHEN möchte ich aber im Moment:

->die Babys und Kleinkinder OHNE Erkältungssymptome mit hohem Fieber (Urinbeutel kleben spätestens beim Eintreffen in die Praxis) ->Kinder mit wiederkehrendem Erbrechen (erste Hilfe: löffelchenweise Tee mit TRAUBENZUCKER!)

->Die Kinder mit schneller Atmung. Zählen Sie einfach die Atemzüge Ihres Kindes über eine Minute, wenn es ruhig liegt Solange die Atmung UNTER folgenden Werten liegt, ist eine behandlungsbedürftige Lungenentzündung nahezu ausgeschlossen:

• < 60/min bei Alter < 6 Monaten

• < 50/min bei Alter 6-12 Monate

• <40/min bei Alter 1-5 Jahre

• <20/min bei Alter > 5 Jahre

Wenn Sie Probleme haben, die Atemzüge wahrzunehmen, hat ihr Kind offensichtlich keine Luftnot. Im Fieberanstieg kann das Kind kurzfristig schneller atmen. Bei dauerhaft höheren Atemfrequenzen sollten die Kinder ärztlich vorgestellt werden.

Bei Ohrenschmerzen bei Kindern über 2 Jahren sind drei Tage Schmerzmittel immer eine gute Wahl- auch ohne Arztbesuch. Eine Mittelohrentzündung wird nach dem zweiten Geburtstag in der Regel ohnehin nicht mehr antibiotisch behandelt, insofern ist es eigentlich egal, was der Arzt im Ohr sieht. Im Moment gibt es viel "Grippeotitis" tut schweinemäßig weh, ist aber nicht bakteriell und heilt unter Schmerzmittel und Zwiebelsäckchen, manchmal läuft danach das Ohr 1-2 Tage ein wenig, dann geht der Druck weg. Ich hoffe, dass viele von Ihnen mit diesem Hinweisen ihre Kinder zu Hause behandeln können - nicht nur, weil hier die Sprechstunde überläuft, sondern vor allem, weil Ruhe und Wärme zu Hause die beste Medizin sind. Überlegen Sie besonders gründlich, bevor Sie am Wochenende einen der überfüllten Notdienste aufsuchen, ob dies wirklich erforderlich ist. Leider kann auch die beste Information (aus dem Internet) ihre Einschätzung als Eltern nicht ersetzen, sondern kann Sie nur in der Abwägung unterstützen.

Zum Glück wissen wir durch das Coronavirus alle, wie wir durch Tröpfchenaerosole übertragbare Viren ausbremsen. Wir lüften gut und ich trage wieder eine Maske beim Einkaufen, das hilft eben auch gegen Grippe, wie wir die letzten beiden Jahre gesehen haben. Bleiben/werden Sie gesund! Dr. Rupert Dernick

40 Grad Fieber bei Grippe - muss ich mir Sorgen machen?

40 Grad Fieber ist bei Influenza die "ideale Betriebstemperatur", das Immunsystem arbeitet dann bis zu 200 x(!!) schneller und legt die Kinder (und Eltern) "flach", damit sie ihre Energie nicht durch spielen, rumlaufen und essen "vergeuden", sondern alle Kräfte fürs Gesundwerden einsetzen können. Jetzt das Fieber zu senken ist ein bisschen als ob Sie eine Drogenrazzia mit 12.000 Polizisten in 160 Städten für ein paar Stunden anhalten. Die Drogenbosse (sprich: die Viren) finden das super und können sich in Ruhe zum Gegenangriff sammeln.

Leider gibt es keine erprobten Medikamente bei Grippe, die die Schmerzen lindern, aber die Temperatur oben lassen - wenn das Kind also vor Schmerzen nicht schlafen kann oder zu schlapp zu Trinken ist und Sie schon Schmusen, Singen, Tragen, Vorlesen, Zureden ausprobiert haben: geben Sie ihm Ibuprofen oder Paracetamol gegen die Schmerzen - und nehmen die Fiebersenkung als unerwünschte Nebenwirkung in Kauf.

Und leider gibt es keinen Schnelltest, der Ihnen sagt, ob das Fieber nur durch Grippeviren oder andere Virusinfekte ausgelöst wurde, oder ob sich doch etwas "Ernstes" dahinter verbirgt, für das man besser den Arzt aufsucht. Nach allem was wir wissen ist das Fieber aber auch und gerade bei schweren Erkrankungen besonders hilfreich und wichtig. Am Ende der letzten Nachricht habe ich Ihnen Hinweise gegeben, wann ihr Kind zum Arzt muss, weitere Infos in der Broschüre "Wann muss ich mir Sorgen machen" (3,- EUR)

Die Frage, wann man Ibu gibt oder nicht ist also keineswegs einfach zu beantworten. Daher haben wir die FeverApp für unsere Patienten freigeschaltet https://www.feverapp.de (- leider NUR für unsere Patienten). Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass NutzerInnen der FeverApp ein gutes Sicherheitsgefühl beim Umgang mit Fieber hatten - dies ging mit weniger Verbrauch von fiebersenkenden Mitteln einher. Ein aktueller Tipp von der FeverApp: WÄRMEZUFUHR im Fieberanstieg bessert das Wohlbefinden und mildert den Fieberanstieg ab (!!). Wenn das Kind also fröstelt und kalte Hände und Füße hat, dann machen Sie ein warmes Fußbad, Wärmeflaschen (nicht zu heiß), hüllen das Kind in viele Decken und geben warme Getränke. Wenn Sie den Fieberanstieg sanft unterstützen (statt ihn abzuwehren) kann das Kind seinen Temperaturanstieg besser dosieren. Wenn die Temperatur wieder sinkt (egal ob von alleine oder durch Ibuprofen) dann decken Sie ihr Kind Schicht um Schicht wieder auf, damit es die Wärme abgeben kann.

Unser Temperatursystem wurde über Jahrmillionen optimiert, um unser Überleben zu sichern. Durch so genannte "Hitzeschockproteine" sorgen alle Lebewesen dafür, dass ihre Eiweiße im Blut auch bei Temperaturen weit über 40 Grad nicht klumpen - das "Klumpen" der Eiweiße (vor dem uns unsere Chemielehrer gewarnt haben) passiert nur im Reagenzglas des Chemikers! - und nicht im Körper (!!). Die Gartenamsel singt jedenfalls bei 42,3 Grad - und hat fast die selben Eiweiße wie wir. Ich wünsche Ihnen gute Erfahrungen mit der FeverApp und viel Sicherheit im Umgang mit Fieber. Vielleicht stoßen Sie ja beim Lesen in der App auch auf den Text "40 grad Fieber bei Familie Sorgenfroh" aus meinem Buch "Topfit für die Schule". Eine Krankheit durch Fieber zu besiegen ist eben auch eine wichtige Kompetenz, die stark (resilient) für das Leben macht. Wäre doch schade, wenn Kinder den Eindruck erhalten würden, dass ihre "Zauberwaffe" Fieber in den Augen der Eltern eine gefährliche Handgranate ist, die man möglichst bald entschärfen muss.

Nasendusche statt Nasentropfen

Nasentropfen werden Kindern häufig bei Schnupfen gegeben, haben aber folgende Nachteile:

  • Sie wirken nicht gegen den Fließschnupfen, der gerade bei kleinen Kindern das Schlafen oft erschwert, sondern nur gegen die Schwellung der Nasenschleimhaut
  • Die abschwellende Wirkung schlägt nach ca. 8 Stunden in eine erneute Schwellung um, den so genannten "Rebound"-effekt. 
  • Die abschwellende Wirkung reduziert die Durchblutung in der Nase, die eigentlich für eine gute Infektabwehr sinnvoll ist
  • Kinder unter zwei Jahren können in sehr seltenen Fällen auch Atemstillstände nach Nasentropfen erleiden, so dass die Anwendung besonders zurückhaltend geschehen sollte und die Kinder danach gut beobachtet werden sollten, was nachts oft nicht gut mögliich ist.

Die ungefährliche und oft besser wirksame Alternative: Kochsalzlösung!

Für Babys als Kochsalz-Nasentropfen (0,9%) aus der Apotheke, geben Sie ruhig viele Hübe oder Tropfen, um die Nase gut durchzuspülen,  Bei Schwellung der Nasenschleimhaut auch Kochsalzlösung 2% aus der Appotheke. Bei starkem Fließschnupfen ist die Nasendusche für Babys die beste Lösung. Dafür brauchen Sie einen weichen Nasensauger und Beutel mit 2,5 g Salz, das Sie im Drogeriemarkt fertig abgepackt als "Nasenspülsalz für die Nasendusche" erhalten. Das Salz lösen Sie in 250 ml Leitungswasser auf (so wie für eine Nasendusche für Erwachsene) und spülen die Nase wie im Video gezeigt. 

Für Kleinkinder (ca. bis 4 Jahre) Kochsalzlösung 0,9% oder 2%.

Ab dem 4. oder 5. Geburtstag können Kinder schon eine Nasendusche wie Erwachsene erlernen (Anwendungsvideos eines Herstellers im Internet). Eine Nasendusche samt Salzlösung erhalten Sie in der Apotheke oder im Drogeriemarkt (ca. 10 EUR), bei chronischer Nasen(nebenhöhlenent)zündung auch auf Rezept. Die Anwendung muss ein paar Mal geübt werden, bis das Kind die richtige Kopfhaltung erlernt hat. Eine Nasendusche ist bei Nasennebenhöhlenentzündung wirksamer als ein Antibiotikum und auch bei Heuschnupfen ein sehr gutes Mittel, um die Pollen aus der Nase zu spülen. Viele Menschen, die in Großstädten leben, machen täglich eine Nasendusche, um die ganzen Schadstoffpartikel aus der Nase zu spülen. 

 

Hat mein Kind Husten oder Asthma(-Husten)? - warum Hustensäfte bei Husten keinen Sinn machen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hustensäfte und die Inhalation von Kochsalzlösung alleine haben keinen Effekt, der über die Placebowirkung hinausgeht
  • Honig wirkt besser als Placebo, ist also Hustensäften überlegen (aber:keinen Honig vor dem 1. Geburtstag geben!)
  • Heftiger wiederkehrender Husten (Das Kind wird wach, hustet tags oder nachts bis zum Würgen oder erbricht sogar glasigen Schleim dabei) ist oft Symptom eines noch unerkannten Asthmas, manchmal auch einer Allergie (z.B.: Hausstaub)
  • Asthma kann im Kindesalter sehr gut behandelt werden, so dass die Kinder auch beim Infekt gut schlafen können und Notdienstbesuche, Krankenhausaufnahmen und unnötige Antibiotikagaben verhindert werden.

Fazit: Bei Husten geben Sie ihre Kind (ab dem ersten Lebensjahr) Honig und achten auf frische, rauchfreie Luft in den Innenräumen. Bei wiederholt starkem Husten (mit Erwachen und/oder mit Husten bis zum Würgen oder Erbrechen vereinbaren Sie einen Termin zur Abklärung, ob es sich bei dem Husten um "Asthmahusten" handeln könnte. Falls bei Ihrem Kind früher schon einmal Salbutamol zur Inhalation verordnet wurde, spricht in der Regel nichts dagegen, dies bei erneutem starken Husten wieder zu inhalieren.

Unser Angebot:

  • Asthma-Diagnsotik: Wenn ihr Kind immer wieder nächtlichen Husten bei Infekten hat, vereinbaren Sie einen Termin zur Asthma-Abklärung in der regulären Sprechstunde. In der 5-Minutentaktung der Infektsprechstunde bekommen Sie zwar einen Akuttermin am selben Tag, für die wichtigere Sorge ("mein Kind hat dauernd Husten...") kann ich Kindern und Eltern in der Infektsprechstunde nicht gerecht werden (->wir vereinbaren dann einen Folgetermin in der regulären Sprechstunde).
  • Allergietest an der Haut (Pricktest) ab 6 Monate
  • ein "Inhalations-Check" zum sicheren und korrekten Gebrauch von Inhalierhilfen, so dass Ihr Kind in 20 Sekunden inhalieren lernt und sie es nicht zum Inhalieren vor das Fernsehen setzen müssen. 
  • Für Kinder mit gesichertem (Kleinkind-)Asthma, bieten wir individuelle Beratungen zur  Symptomkontrolle durch unsere Kinderkrankenschwester, Frau Stalling, im Rahmen des „DMP-Asthma“ an.

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Alternativen zum Hustensaft von 0-18 Jahre

Wie viel Medikamente braucht ein Kind?

"Blähungstropfen" für Babys: teurer Süssstoff!

Babys schreien nicht wegen Blähungen. Blähungstropfen sind teuer und überflüssig.

Das wichtigste in Kürze:

  • Babys schreien, weil sie ein Bedürfnis haben, dass im Moment (noch nicht) befriedigt werden konnte.
  • Die Luft im Bauch der Kinder bildet sich BEIM Schreien, sie ist nicht der Grund für Schreien
  • Der Luftabgang am Ende des Schreiens ist Folge der Entspannung und nicht Ursache für das Ende des Schreiens
  • Die Tropfen entschäumen die Milch in der Flasche – mehr nicht
  • Die sofortige Entspannung mancher Kinder nach Einnahme ist vermutlich durch den süßen Geschmack (Süßstoff) bedingt
  • Die zugesetzten Süssstoffe Cyclamat und Saccharin stehen im Ruf, den Appetit anzuregen werden traditionell in der Ferkelmast eingesetzt. Die langfristigen Folgen für die Entwicklung von Adipositas durch Anwendung bei Babys sind bisher (meines Wissens) nicht untersucht.
  • Die Tropfen sind teuer. 3 Monate „Lefax“ für 3 Monate in der angegebenen Dosierung für alle in einem Jahr in der Region geborenen Kinder kosten soviel wie ein ganzer zusätzlicher Kinderarztsitz für die Versorgung von 1000 Patienten für das Jahr kosten würde.
  • Die Alternative: versuchen Sie 2 Tropfen Traubenzuckerlösung für den Soforteffekt. Ärztliche Untersuchung zu Schreigründen (z.B. HWS-Blockaden, Nahrungsunverträglichkeit) und Elternberatung für ein besseres Verständnis der Bedürfnisse des Babys, z.B. in der Sprechstunde „Rund ums Baby“ führt zu einer nachhaltigen und nebenwirkungsfreien Reduktion des Schreiens und einer Intensivierung der Eltern-Kind-Bindung.

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