Kinderarztpraxis München - Dr. Angela Olze & Dr. Eleonore von der Schulenburg
Meningokokken
Meningokokken B Infektion
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Januar 2024 allen Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten eine Standardimpfung gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB) mit dem Protein-basierten Vierkomponenten-Impfstoff 4CMenB (Bexsero). Die Impfung soll bei Kleinkindern bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden.
Die einmalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C (MenC) wird von der STIKO nicht mehr empfohlen seit dem 1.11.2025.
Im Rahmen einer Indikationsimpfempfehlung der STIKO sollten Personen bei Vorliegen eines erhöhten Risikos für Meningokokken-Erkrankungen (s.u.) mit einem Meningokokken ACWY-Konjugatimpfstoff sowie, wenn im Säuglings- bzw. Kleinkindalter noch nicht erfolgt, mit einem Meningokokken-B-Impfstoff geimpft werden. Zu diesen besonderen Risiken gehören z.B. angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion (z.B. Komplement-/Properdindefekte, Eculizumab-Therapie, Hypogammaglobulinämie, Asplenie).
Außerdem empfiehlt die STIKO seit November 2025 die Impfung aller Jugendlicher ab dem 12. Geburtstag. Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen muss noch geregelt werden und wird im Frühjahr 2026 erwartet.
Die Erkrankung tritt sehr selten auf, aber der Krankheitsverlauf ist häufig schwerwiegend. Die allgemeine Sterblichkeit bei invasiven MenB-Erkrankungen liegt in Deutschland bei ca. 8%. Von 2015 bis 2019 wurden in Deutschland insgesamt 59 Todesfälle berichtet. Die meisten Todesfälle traten bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Die Überlebenden leiden häufig an Langzeitfolgen (z.B. Hydrozephalus, Hörverlust, Epilepsie, chronisches Nierenversagen, Amputationen, psychische Störungen) und haben eine deutlich verminderte Lebensqualität.
Durch die Impfung soll die Zahl der invasiven MenB-Erkrankungen reduziert und mögliche Folgen schwerer Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern verhindert werden. Da das Erkrankungsrisiko im ersten Lebensjahr am höchsten ist, ist die frühzeitige Impfung aller Säuglinge ab dem Alter von 2 Monaten wichtig (siehe "Wie oft sollten Säuglinge und Kleinkinder gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB) geimpft werden?"). Nachholimpfungen sollen spätestens bis zum fünften Geburtstag verabreicht werden.
Für Kinder ab fünf Jahren spricht die STIKO derzeit keine Standardimpfempfehlung aus, da die Neuerkrankungsrate der MenB-Erkrankungen bei 5- bis 14-Jährigen und bei 15- bis 19-Jährigen 14- bzw. 8-fach niedriger als bei Säuglingen ist. Dies schließt jedoch eine individuelle Entscheidung für die Impfung ab fünf Jahren nach ärztlicher Beratung entsprechend der Zulassung nicht aus.
Säuglinge sollen nach dem 2+1-Schema frühzeitig im Alter von 2, 4 und 12 Monaten mit dem Meningokokken-B-Impfstoff Bexsero geimpft werden. Eine Anpassung dieses Impfschemas für Frühgeborene ist nicht notwendig.
Nachholimpfungen werden für Kinder bis zum fünften Geburtstag empfohlen. Kinder im Alter von 12-23 Monate erhalten zwei Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von 2 Monaten und eine dritte Dosis 12-23 Monate nach der zweiten Dosis. Kinder ab 24 Monaten erhalten nur zwei Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von einem Monat.
Quelle: http://rki.de
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WASSERPERLEN: UNTERSCHÄTZTE GEFAHR FÜR KLEINKINDER
Kleine Kugeln mit großer Quellkraft
Wasserperlen bestehen aus sogenannten Superabsorbern, die große Mengen Flüssigkeit aufnehmen können. Im trockenen Zustand sind die Kugeln nur wenige Millimeter groß, bei Kontakt mit Wasser wachsen sie jedoch stark an. Genau diese Eigenschaft kann im Körper problematisch werden. Besonders Kleinkinder verwechseln solche bunten Kügelchen leicht mit Süßigkeiten und verschlucken sie möglicherweise.
Verschlucken wird zum Notfall
Gelangen Wasserperlen in den Verdauungstrakt, können sie dort weiter aufquellen und den Darm blockieren. Eine systematische Auswertung medizinischer Fälle im „The American Journal of Emergency Medicine“ zeigte, dass besonders häufig Erbrechen und eine auffällige Aufblähung des Bauches auftraten. Herkömmliche Röntgenuntersuchungen konnten die verschluckten Perlen nicht zuverlässig sichtbar machen, während Ultraschalluntersuchungen häufiger Hinweise auf die Fremdkörper lieferten. Insgesamt wurden im Jahr 2023 46 Untersuchungen mit insgesamt 89 betroffenen Kindern berücksichtigt, wobei das Durchschnittsalter bei etwas mehr als einem Jahr lag. Ebenfalls dargelegt wurde, dass beim Großteil der untersuchten Kinder schließlich eine Operation notwendig war, um die aufgequollenen Kügelchen aus dem Darm zu entfernen. Aus diesem Grund sollten Wasserperlen vor allem für Kleinkinder nicht frei zugänglich sein.