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Praxis U18 - Ärzte für Kinder- & Jugendmedizin

Asthma

obstruktive Bronchitis - Asthma

Allgemeine Informationen

Allgemeine Hinweise zur Inhalation (auch in anderen Sprachen): Hier geht es zur Atemwegsliga

   
Kompressionsvernebler Parigerät
Vorschaltkammer Vortex Kind bis 3J
Vortex ohne Maske
Autohaler Bronchospray
Diskus Viani/Flutide Diskus
   
Peakflow Film, Anleitung
Peakflowprotokoll
   

 

 

 

Langsam oder schnell inhalieren ??

Zur Behandlung von Atemwegs- und Lungenerkrankungen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Viele dieser Medikamente werden inhaliert (eingeatmet). Gebräuchliche Inhalationssysteme sind Dosieraerosole (Sprays), Pulverinhalatoren (Disk) und außerdem elektrische Vernebler (Parigerät).
Die Hersteller einiger Pulverinhalatoren empfehlen, das Medikament schnell zu inhalieren.
Andere Präparate sollen laut Fachinformation langsam inhaliert werden.
Wie kommen diese unterschiedlichen Gebrauchsanweisungen zu Stande, die auf den ersten Blick verwirren?

Aus Dosieraerosolen tritt bei Auslösung ein Nebel mit hoher Geschwindigkeit aus, der im richtigen Augenblick mit der Einatmung in die Lunge gezogen werden soll. Hier ist eine optimale Koordination von Einatmung und Auslösung des Sprays notwendig. Da dies auch von trainierten Menschen nur schlecht erreicht wird, verwenden wir entweder eine Vorschaltkammer (Vortex), in der der Nebel atembar gemacht wird, oder ein Spray (Autohaler) mit automatischer Auslösung.
Eine relativ langsame Einatmung beugt dabei einer unerwünschten Ablagerung des Medikaments im Rachen (der Kurve aus dem Mund in die Luftröhre) vor und führt zu einer besseren Deposition in den Bronchien. Ein zu schnelles Auto fliegt ja auch aus der Kurve und landet in der Leitplanke(der Rachenhinterwand).

Beim Pulverinhalator wird das Pulver erst durch den Inhalationsvorgang vernebelt, d.h. mit Raumluft vermischt und in kleine, atembare Teilchen zerlegt (desagglomeriert). Die hierzu erforderliche Energie wird durch den Atemzug geliefert. Bei den meisten Pulverinhalatoren muss durch Einatmen (Ansaugen des Pulvers) auch noch die zur Entleerung des Pulvers erforderliche Energie erzeugt werden.
Eine schnelle Einatmung mit anfänglich hoher Flussbeschleunigung ist demnach wichtig, um die abgemessene Pulverdosis aus dem Behälter vollständig zu entleert und die zu inhalierende Teilchen durch die Desagglomeration wirksamer zu machen.

Vereinzelte Ausnahmen:
Die Dosen einzelner Medikamente in verschiedenen Inhalationssystemen sollen so bemessen sein, dass die Medikamente unabhängig vom Inhalationssystem in der Behandlung der Patienten stets die gleiche Wirkung erzielen. Bei inhalativen Medikamenten ist deren Wirkung in großem Maße von der Deposition des Inhalats in den Bronchien abhängig. Daher kann es sinnvoll sein, die Inhalation nach Angaben des Beipackzettels durchzuführen, um genau die geprüfte Wirkung (nicht mehr, aber auch nicht weniger) anzustreben. Aus diesem Grund empfehlen einige Hersteller von Pulverinhalatoren eine langsame Einatmung, also die Atemtechnik, welche bei der Prüfung vor der Zulassung zur Anwendung kam.