Dr. med. Olga Bitzer, Bahnhofstr.33, 76870 Kandel
Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Jod für Säuglinge und Stillende
(BZfE) – Jod ist in jeder Lebensphase ein wichtiges Spurenelement, für Babys in besonderem Maße, da es entscheidend zur geistigen und körperlichen Entwicklung beiträgt. Erwachsene decken ihren Bedarf über jodhaltige Lebensmittel wie Milchprodukte und Fisch sowie Jodsalz und mit Jodsalz hergestellte Produkte. Die Ernährung von Babys sieht aber ganz anders aus.
Jod wird über die Nahrung aufgenommen. Besonders reich an Jod sind Jodsalz (in 5 Gramm Salz – das entspricht einem gestrichenen Teelöffel – sind beispielsweise 100 Mikrogramm Jod enthalten), Seefisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und einige Backwaren. Da der Bedarf in der Stillzeit und im Säuglingsalter besonders hoch ist, gibt es klare Empfehlungen zur Jodzufuhr in diesen wichtigen Phasen.
Jodversorgung in der Stillzeit
Stillende Mütter sollten besonders auf ihre Jodzufuhr achten. Die Muttermilch ist die einzige Jodquelle für das gestillte Kind. Um den Bedarf zu decken, wird folgendes empfohlen:
- Verwenden Sie Jodsalz zum Kochen.
- Essen Sie täglich Milch und Milchprodukte sowie ein- bis zweimal pro Woche Seefisch.
- Zusätzlich wird für die Mutter die Einnahme von 100 µg Jod pro Tag in Tablettenform während der gesamten Stillzeit empfohlen.
Jodversorgung bei Säuglingen
GESTILLTE SÄUGLINGE
Gestillte Babys erhalten Jod über die Muttermilch – vorausgesetzt, die Mutter ist selbst gut mit Jod versorgt. Eine zusätzliche Jodgabe ist in diesem Fall bis zur Beikosteinführung nicht notwendig.
SÄUGLINGE MIT SÄUGLINGSMILCH
Industriell hergestellte Säuglingsnahrung ist in der Regel ausreichend mit Jod angereichert. Auch hier ist keine zusätzliche Supplementation erforderlich.
JOD AB DEM BEIKOSTALTER:
Sobald die Beikost eingeführt wird (etwa ab dem 5. bis 7. Lebensmonat), hängt die notwendige Jodzufuhr von der Art der Beikost ab:
Fertigbreie:
Industriell hergestellte Breie enthalten in der Regel Jod. Achten Sie beim Einkauf auf Angaben wie Kaliumjodid, Kaliumjodat, Natriumjodid oder Natriumjodat in der Zutatenliste.
→ In diesem Fall ist keine zusätzliche Jodgabe notwendig.
Selbst zubereitete Breie:
Hausgemachte Breie enthalten normalerweise kein Jod.
→ Hier wird eine zusätzliche Jodgabe von etwa 50 µg pro Tag empfohlen (möglicher Bereich: 40–80 µg/Tag), z. B. in Form von Tropfen oder Tabletten.
Kombination: Säuglingsmilch + selbstgemachte Breie:
Wenn das Baby weiterhin Säuglingsmilch erhält, ist eine zusätzliche Jodgabe nicht erforderlich, auch wenn die Beikost selbst zubereitet wird.
Unabhängig von der Beikostform wird empfohlen, ab dem Beikostalter ein- bis zweimal pro Woche Meeresfisch (z. B. Kabeljau, Seelachs) in die Ernährung zu integrieren.
AB DEM 1. GEBURTSTAG
Ab dem 12. Lebensmonat ist in der Regel keine Jod-Supplementation mehr notwendig, sofern regelmäßig mit Jodsalz gekocht wird und das Kind häufig jodhaltige Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte und Backwaren isst.
Beispiele für geeignete Jodpräparate für Säuglinge
- Effective Nature Jodtropfen: 150 µg / 5 Tropfen → 2 Tropfen täglich = 60 µg
- Sinoplasan Jodtropfen: 150 µg / 5 Tropfen → 2 Tropfen täglich = 60 µg
- Jodid-Tabletten (100 µg): → ½ Tablette täglich = 50 µg
Weitere Informationen
Bundeszentrum für Ernährung
https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/ist-mein-baby-gut-mit-jod-versorgt
Praktische Tipps zur Jodversorgung in der Beikost:
https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-familien/das-1-lebensjahr/jod-im-brei-tipps-fuer-den-alltag/
Offizielle Empfehlungen zur Ernährung und Bewegung bei Stillenden und Säuglingen aus der Monatsschrift Kinderheilkunde 2024:
https://www.ble-medienservice.de/simpledownloadable/freedownload/link/hash/b9ede6a38e541a3cd4bde37df3d8972c/
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