Kinderarztpraxis Berlin Karlshorst - Neonatologie - Pädiatrische Intensivmedizin
Warum sind Impfungen wichtig?
Impfungen von Geburt an – Schutz für einen gesunden Start ins Leben
Liebe Eltern unserer kleinen Patienten,
mit der Geburt Ihres Kindes beginnt eine besondere und spannende Zeit voller neuer Erfahrungen, Verantwortung und wichtiger Entscheidungen. Eine dieser Entscheidungen betrifft den gesundheitlichen Schutz Ihres Kindes durch frühzeitige Impfungen.
Das Immunsystem eines Neugeborenen ist bei der Geburt noch nicht vollständig ausgereift. In den ersten Lebensmonaten sind Babys daher besonders anfällig für bestimmte Infektionskrankheiten, die schwerwiegende Folgen haben können. Impfungen helfen dabei, Ihr Kind frühzeitig und gezielt vor diesen Erkrankungen zu schützen.
Warum bereits ab Geburt bzw. in den ersten Lebenswochen impfen?
Einige Infektionskrankheiten können gerade bei Säuglingen besonders schwer verlaufen. Der Nestschutz, Antikörper der Mutter in der Schwangerschaft, schütz das Baby in den ersten Lebenswochen und lässt in den ersten Lebensmonaten nach.
Frühzeitige Impfungen ermöglichen dem kindlichen Immunsystem, einen wirksamen Schutz aufzubauen, bevor ein Kontakt mit gefährlichen Krankheitserregern stattfindet.
Frühe Impfungen können Ihr Kind unter anderem vor folgenden Erkrankungen schützen:
- Hepatitis B
- Rotavirus-Infektion
- Keuchhusten
- Diphtherie
- Tetanus
- Poliomyelitis
- Haemophilus influenzae Typ b
- Pneumokokken-Infektion
Diese Erkrankungen können bei Säuglingen unter anderem zu schweren Atemwegsinfektionen, Hirnhautentzündungen, bleibenden Schäden oder lebensbedrohlichen Komplikationen führen.
Wie funktionieren Impfungen?
Bei einer Impfung wird das Immunsystem Ihres Kindes gezielt trainiert. Der Körper lernt, Krankheitserreger zu erkennen und Abwehrstoffe zu bilden. Kommt Ihr Kind später mit dem echten Erreger in Kontakt, kann das Immunsystem schnell reagieren und die Erkrankung oft verhindern oder deutlich abschwächen.
Sind Impfungen für Babys sicher?
Impfstoffe werden vor ihrer Zulassung umfassend geprüft und kontinuierlich überwacht. Die empfohlenen Impfungen für Säuglinge basieren auf langjährigen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Nach einer Impfung können vorübergehend leichte Reaktionen auftreten, zum Beispiel:
- Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
- leichte Unruhe oder Müdigkeit
- erhöhte Temperatur oder Fieber
- vorübergehende Trinkschwäche
Diese Reaktionen zeigen meist, dass das Immunsystem arbeitet, und klingen in der Regel schnell wieder ab.
Der Impfstart im ersten Lebensjahr
Bereits in den ersten Lebenswochen und -monaten werden wichtige Grundimmunisierungen empfohlen. Die einzelnen Termine bauen sinnvoll aufeinander auf, damit ein möglichst früher und zuverlässiger Schutz entsteht.
Den Impffahrplan unserer Praxis finden Sie unten oder bekommen ihn als Ausdruck von uns. Damit Sie alle Impfungen im Blick behalten können, hängen Sie sich den Plan gerne an Ihren Kühlschrank.
Ihr Beitrag für die Gesundheit Ihres Kindes
Mit rechtzeitigen Impfungen schenken Sie Ihrem Kind nicht nur Schutz in den ersten Lebensmonaten, sondern schaffen eine wichtige Grundlage für ein gesundes Aufwachsen. Gleichzeitig helfen Sie dabei, besonders gefährdete Menschen in unserer Gemeinschaft mit zu schützen.
Bei Fragen oder Unsicherheiten sprechen Sie uns jederzeit an – wir beraten Sie gerne persönlich.
Weitere Informationen zum Impfen und STIKO finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts.
Liebe Eltern,
bitte denken Sie daran den Impfpass zu einem Impftermin mitzubringen!! Ansonsten können wir Ihr Kind nicht impfen und vereinbaren einen neuen Termin mit Ihnen!
Vielen Dank
Impfstoffarten
Totimpfstoffe und Lebendimpfstoffe – einfach erklärt
Im Rahmen der Schutzimpfungen Ihres Kindes begegnen Ihnen häufig die Begriffe Totimpfstoff und Lebendimpfstoff. Viele Eltern fragen sich, worin der Unterschied besteht und wie sicher diese Impfstoffe sind. Hier ein kurzer Überblick:
Was ist ein Totimpfstoff?
Ein Totimpfstoff enthält abgetötete Krankheitserreger oder nur bestimmte Bestandteile eines Erregers, zum Beispiel Eiweiße oder abgeschwächte Bestandteile. Diese können keine Erkrankung auslösen, helfen dem Immunsystem jedoch dabei, den Erreger kennenzulernen und Abwehrstoffe zu bilden.
Vorteile von Totimpfstoffen:
- können keine eigentliche Infektionskrankheit verursachen
- sehr gut untersucht und bewährt
- auch für viele Menschen mit geschwächtem Immunsystem geeignet
- häufig gut planbar in Kombination mit anderen Impfungen
Beispiele für Erkrankungen, gegen die mit Totimpfstoffen geimpft wird:
- Tetanus
- Diphtherie
- Keuchhusten
- Poliomyelitis
- Hepatitis B
- Pneumokokken-Infektion
- Haemophilus influenzae Typ b
Mögliche Reaktionen:
Nach einer Impfung können vorübergehend auftreten:
- Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- erhöhte Temperatur oder leichtes Fieber
- Unruhe bei Säuglingen
Diese Reaktionen sind meist harmlos und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.
Was ist ein Lebendimpfstoff?
Ein Lebendimpfstoff enthält stark abgeschwächte, aber noch vermehrungsfähige Erreger. Diese sind so verändert, dass sie bei gesunden Menschen in der Regel keine Erkrankung verursachen, das Immunsystem aber besonders wirksam trainieren.
Dadurch entsteht oft ein sehr langanhaltender Schutz.
Vorteile von Lebendimpfstoffen:
- häufig sehr starke und langanhaltende Immunantwort
- oftmals sind weniger Impfungen notwendig
- Schutz ähnelt der natürlichen Immunantwort
Beispiele für Erkrankungen, gegen die mit Lebendimpfstoffen geimpft wird:
- Masern
- Mumps
- Röteln
- Varizellen
- Rotavirus-Infektion
Mögliche Reaktionen:
Einige Tage nach der Impfung können leichte, vorübergehende Reaktionen auftreten, zum Beispiel:
- leichtes Fieber
- Hautausschlag
- Müdigkeit
- allgemeines Unwohlsein
Auch diese Reaktionen sind meist Ausdruck der normalen Immunantwort.
Meningokokken
Schutzimpfung gegen Meningokokken der Gruppen A, B, C, W und Y
Meningokokken sind Bakterien, die seltene, aber sehr schwer verlaufende Infektionen verursachen können. Besonders Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Eine Infektion kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden und unter anderem zu folgenden Erkrankungen führen:
- Meningitis (Hirnhautentzündung)
- Sepsis (Blutvergiftung)
Trotz moderner Behandlung können bleibende Schäden oder schwere Krankheitsverläufe auftreten. Deshalb ist ein frühzeitiger Impfschutz besonders wichtig.
Welche Meningokokken-Gruppen gibt es?
Es gibt verschiedene Untergruppen von Meningokokken. Für die medizinische Vorsorge sind insbesondere folgende Gruppen relevant:
A, B, C, W und Y
In Deutschland werden invasive Erkrankungen besonders häufig durch die Gruppe B verursacht; auch die Gruppen C, W und Y spielen eine wichtige Rolle.
Impfung gegen Meningokokken B (MenB)
Die Impfung gegen Meningokokken B schützt vor der in Deutschland häufigsten Serogruppe im Kindesalter.
Aktuelle Empfehlung:
Die Ständige Impfkommission( STIKO) empfiehlt die Standardimpfung für alle Säuglinge ab dem Alter von 2 Monaten seit April 2024.
Üblicher Impfzeitpunkt:
- Impfung: ab dem 2. Lebensmonat
- Impfung: im 4. Lebensmonat
- Impfung: im 12. Lebensmonat
Versäumte Impfungen sollten möglichst bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden.
Impfung gegen Meningokokken A, C, W und Y (MenACWY)
Diese Impfung schützt gleichzeitig gegen vier wichtige Meningokokken-Gruppen:
A + C + W + Y
Aktuelle Empfehlung:
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2025 eine Standardimpfung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren.
Nachholimpfungen sind bis zum 25. Lebensjahr möglich. Es wird in der Regel eine Impfdosis verabreicht.
Für wen sind zusätzliche Impfungen sinnvoll?
Unabhängig vom Alter können zusätzliche Impfungen empfohlen werden bei:
- angeborenen oder erworbenen Immunschwächen
- fehlender Milzfunktion
- engem Kontakt zu Erkrankten
- Reisen in Risikogebiete (z. B. bestimmte Regionen in Afrika oder bei Pilgerreisen)
- beruflichem Kontakt mit Erregern im Labor
Diese Impfung ist eine Privatleistung aber wird von den meisten Krankenkasse als Reiseschutzimpfung übernommen.
Sind die Impfstoffe sicher?
Meningokokken-Impfstoffe sind gut untersucht und werden kontinuierlich überwacht.
Mögliche vorübergehende Impfreaktionen:
- Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- erhöhte Temperatur oder Fieber
- Unruhe bei Säuglingen
Diese Reaktionen klingen meist nach kurzer Zeit wieder ab.
Unser Rat
Ein vollständiger Impfschutz gegen Meningokokken kann Ihr Kind vor seltenen, aber sehr schweren Erkrankungen schützen. Sprechen Sie Ihren Impfstatus bei den Vorsorgeuntersuchungen aktiv an.
Weitere Informationen und Erfahrungsberichte zu Meningokokkeninfektionen erhalten Sie auf Meningitis bewegt.
FSME - Schutz vor Zeckenübertragenen Infektionen und die Bedeutung der Impfun
Kinder verbringen viel Zeit in der Natur – beim Spielen im Garten, im Wald, auf Spielplätzen oder bei Ausflügen. Dabei können sie mit Zecken in Kontakt kommen. Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter das FSME-Virus.
Was bedeutet FSME?
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine durch Viren verursachte Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen werden kann.
FSME kann zu Entzündungen des:
- Gehirns
- Gehirnhäute
- Rückenmarks
führen.
Wie verläuft eine FSME-Erkrankung?
Nicht jede Infektion verursacht Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, beginnt die Erkrankung häufig zunächst mit grippeähnlichen Beschwerden wie:
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit
- allgemeinem Krankheitsgefühl
Bei einem Teil der Betroffenen kann es nach einer kurzen Besserung zu einer zweiten Krankheitsphase kommen. Dabei können schwerwiegendere Symptome auftreten, zum Beispiel:
- hohes Fieber
- starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Schwindel
- Erbrechen
- neurologische Beschwerden
In seltenen Fällen können bleibende Schäden entstehen.
Wie wird FSME übertragen?
FSME-Viren werden vor allem durch den Stich infizierter Zecken übertragen. Eine Übertragung kann bereits kurz nach dem Zeckenstich erfolgen.
Zecken kommen nicht nur im Wald vor, sondern auch:
- in Parks
- in Gärten
- auf Wiesen
- in Busch- und Randgebieten
Wer sollte geimpft werden?
Die FSME-Impfung wird besonders empfohlen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die:
- in FSME-Risikogebieten leben
- regelmäßig Zeit in der Natur verbringen
- wandern, campen oder sportlich im Freien aktiv sind
- Urlaub in bekannten Risikoregionen verbringen z.B. der Spreewald
Wie funktioniert die FSME-Impfung?
Die FSME-Impfung ist ein Totimpfstoff. Das bedeutet, dass keine vermehrungsfähigen Viren enthalten sind.
Der Impfstoff trainiert das Immunsystem gezielt, Abwehrstoffe gegen das FSME-Virus zu bilden.
Für einen vollständigen Grundschutz sind mehrere Impfungen erforderlich:
- Impfung
- Impfung nach einem Monat
- Impfung nach 5 Monaten
- Impfung nach 3 Jahren
alle 5 Jahre ist eine Auffrischung notwendig, um den Schutz zu erhalten
Warum ist die Impfung wichtig?
Anders als bei manchen bakteriellen Erkrankungen gibt es gegen das FSME-Virus keine Therapie. Es können lediglich Beschwerden behandelt werden.
Die Impfung ist daher die wichtigste Möglichkeit, einer schweren Erkrankung vorzubeugen.
Was sind mögliche Impfreaktionen?
Wie bei anderen Impfungen können vorübergehend leichte Reaktionen auftreten, zum Beispiel:
- Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- leichtes Fieber
- Kopf- oder Gliederschmerzen
Diese Beschwerden klingen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
Zusätzlicher Schutz vor Zecken
Auch geimpfte Kinder sollten sich vor Zecken schützen:
- lange Kleidung in Wald- und Wiesengebieten
- geschlossene Schuhe
- Verwendung geeigneter Zeckenschutzmittel
- gründliches Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Freien
Unser Rat
Die FSME-Impfung kann einen wichtigen Schutz vor einer seltenen, aber möglicherweise schwer verlaufenden Erkrankung bieten. Besonders in Risikogebieten ist eine rechtzeitige Immunisierung sinnvoll.
RSV Impfung- passive Immunisierung
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein sehr häufiges Atemwegsvirus. Fast alle Kinder kommen in den ersten Lebensjahren mit RSV in Kontakt. Während ältere Kinder meist nur erkältungsähnliche Beschwerden entwickeln, kann eine RSV-Infektion bei Säuglingen – besonders in den ersten Lebensmonaten – schwer verlaufen.
RSV kann unter anderem verursachen:
- Bronchiolitis
- Lungenentzündung
- Atemnot
- Trinkschwäche
- Krankenhausaufenthalte
Besonders gefährdet sind:
- Neugeborene und junge Säuglinge
- Frühgeborene
- Kinder mit Herz- oder Lungenerkrankungen
- Kinder mit geschwächtem Immunsystem
Was bedeutet „passive Immunisierung“?
Bei einer passiven Immunisierung bildet der Körper zunächst nicht selbst Antikörper, sondern erhält bereits fertige Schutzantikörper.
Diese Antikörper können das RSV-Virus direkt erkennen und unschädlich machen.
Der Schutz wirkt:
- sehr schnell – unmittelbar nach der Gabe
- gezielt gegen RSV
- über einen begrenzten Zeitraum
Wie unterscheidet sich die passive Immunisierung von einer klassischen Impfung?
Passive Immunisierung:
- fertige Antikörper werden verabreicht
- Schutz beginnt sofort
- Schutz hält mehrere Monate an
- kein Aufbau eines langfristigen Immungedächtnisses
Aktive Impfung:
- das Immunsystem bildet selbst Abwehrstoffe
- Schutz entwickelt sich über Tage bis Wochen
- häufig langfristiger Schutz
Für wen wird der RSV-Schutz empfohlen?
Die passive Immunisierung kann insbesondere empfohlen werden für:
- Neugeborene und Säuglinge vor oder während der RSV-Saison
- Frühgeborene
- Säuglinge mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen
- Kinder mit besonderen medizinischen Risiken
Die individuelle Empfehlung richtet sich nach Alter, Geburtszeitpunkt und gesundheitlicher Situation Ihres Kindes.
Wie wird der Schutz verabreicht?
Die Antikörper werden in der Regel:
- als einmalige Injektion in einen Muskel verabreicht
- meist in den ersten Lebensmonaten gegeben
- idealerweise vor Beginn der RSV-Saison
Der Schutz hält in der Regel über die gesamte RSV-Saison an.
Sind Nebenwirkungen möglich?
Wie bei anderen Injektionen können vorübergehend leichte Reaktionen auftreten:
- Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
- leichte Unruhe
- Müdigkeit
- gelegentlich erhöhte Temperatur
Schwere Nebenwirkungen sind selten.
Warum ist dieser Schutz wichtig?
Gegen RSV gibt es bisher nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten. Besonders bei sehr jungen Säuglingen kann eine Infektion schnell schwer verlaufen.
Die passive Immunisierung kann helfen:
- schwere Atemwegsinfektionen zu verhindern
- Krankenhausaufenthalte zu reduzieren
- besonders gefährdete Säuglinge in einer sensiblen Lebensphase zu schützen
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie individuell, ob ein RSV-Schutz für Ihr Kind sinnvoll ist.
Wie bereiten Sie Ihr Kind auf die Impfung vor?
Impfungen sind ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und schützen Kinder zuverlässig vor vielen schweren Infektionskrankheiten. Für manche Kinder ist ein Arztbesuch oder eine Impfung jedoch mit Unsicherheit, Anspannung oder Angst verbunden.
Mit einer guten Vorbereitung können Sie Ihrem Kind helfen, den Impftermin ruhig und sicher zu erleben.
Ehrlich und altersgerecht informieren
Bereiten Sie Ihr Kind möglichst rechtzeitig auf den Termin vor. Kinder spüren sehr genau, wenn etwas verschwiegen wird.
Erklären Sie altersgerecht:
- warum Impfungen wichtig sind
- dass die Impfung vor Krankheiten schützt
- dass der Piks nur kurz dauert
- dass ein kurzes unangenehmes Gefühl normal ist
Vermeiden Sie Aussagen wie:
- „Das tut überhaupt nicht weh.“
- „Du merkst gar nichts.“
Ehrliche Formulierungen schaffen Vertrauen, zum Beispiel:
„Du wirst einen kurzen Piks spüren. Das kann kurz unangenehm sein, ist aber schnell vorbei und hilft deinem Körper, stark gegen Krankheiten zu werden.“
Ruhe der Eltern überträgt sich auf das Kind
Kinder orientieren sich stark an den Reaktionen ihrer Bezugspersonen.
Deshalb hilft es, wenn Sie:
- ruhig und gelassen bleiben
- positiv über den Termin sprechen
- keine eigenen Ängste übertragen
- Sicherheit und Nähe vermitteln
Das Lieblingskuscheltier darf mitkommen
Vertraute Gegenstände können Sicherheit geben:
- Kuscheltier
- Schnuffeltuch
- Lieblingsspielzeug
- Musik oder Hörspiel
Besonders bei kleineren Kindern kann dies beruhigend wirken.
Babys während der Impfung beruhigen
Bei Säuglingen helfen häufig:
- Körperkontakt
- Schnuller
- ruhiges Sprechen oder Summen
Kinder aktiv einbeziehen
Je nach Alter kann es helfen, Ihrem Kind kleine Entscheidungen zu überlassen:
- „Welches Kuscheltier kommt heute mit?“
- „Möchtest du auf meinem Schoß sitzen?“
- „Welchen Arm möchtest du nehmen?“
- Betäubungspflaster auf den Arm kleben (ca 1h vor Impftermin)
-> bekommen Sie als Rezept von uns , sprechen Sie uns gerne an
Das gibt Ihrem Kind ein Gefühl von Kontrolle.
Ablenkung während der Impfung
Hilfreiche Ablenkungen können sein:
- gemeinsam zählen
- tief ein- und ausatmen
- pusten wie beim Kerzenausblasen
- ein Lied singen
- eine Geschichte erzählen
- Bilder oder Videos anschauen
Nach der Impfung loben
Nach der Impfung braucht Ihr Kind vor allem Anerkennung und Nähe.
Zum Beispiel:
- lobende Worte
- Umarmung
- gemeinsames Kuscheln
- eine kleine gemeinsame Aktivität
Lob stärkt das Selbstvertrauen für zukünftige Arztbesuche.
Was nach der Impfung normal sein kann
Nach einer Impfung können vorübergehend leichte Reaktionen auftreten:
- Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- leichtes Fieber
- Unruhe oder Anhänglichkeit
Diese Reaktionen zeigen meist, dass das Immunsystem arbeitet, und klingen normalerweise schnell wieder ab.
Unser Rat
Jedes Kind reagiert unterschiedlich. Mit Ehrlichkeit, Ruhe und liebevoller Begleitung können Sie Ihrem Kind helfen, Impfungen als etwas Normales und Wichtiges zu erleben.
Tipps für 2 jährige Kinder
So gelingt der Impftermin möglichst entspannt
im Alter von zwei Jahren verstehen Kinder bereits sehr viel, können Situationen aber noch nicht vollständig einordnen. Arztbesuche und Impfungen können deshalb Unsicherheit, Angst oder Trotz auslösen. Mit einer guten Vorbereitung können Sie Ihrem Kind helfen, den Impftermin ruhig und sicher zu erleben.
- Ehrlich und altersgerecht erklären
Bereiten Sie Ihr Kind bereits am selben Tag oder einen Tag vorher auf den Termin vor.
Sagen Sie zum Beispiel:
- „Heute gehen wir zum Kinderarzt, damit dein Körper stark und gesund bleibt.“
- „Du bekommst einen kleinen Pieks. Das kann kurz unangenehm sein, geht aber schnell vorbei.“
Wichtig:
- keine langen Erklärungen
- einfache Worte verwenden
- nichts versprechen wie „Das tut gar nicht weh“
Kinder spüren sehr genau, wenn etwas anders ist als angekündigt.
- Ruhe ausstrahlen
Kinder orientieren sich stark an den Gefühlen ihrer Eltern.
Deshalb:
- selbst ruhig bleiben
- keine eigenen Ängste zeigen
- positiv und selbstverständlich über den Termin sprechen
Je sicherer Sie wirken, desto sicherer fühlt sich Ihr Kind.
- Vertraute Dinge mitnehmen
Hilfreich können sein:
- Lieblingskuscheltier
- Schnuller
- Lieblingsdecke
- kleines Buch
Vertraute Gegenstände geben Sicherheit und lenken ab.
- Körperkontakt geben
Viele 2-jährige Kinder fühlen sich am sichersten auf dem Schoß von Mama oder Papa.
Während der Impfung:
- Kind auf den Schoß nehmen
- Hände gut festhalten um Verletzungen aller Beteiligten zu vermeiden
- ruhig sprechen
Nähe vermittelt Schutz und Vertrauen.
- Ablenkung nutzen
Kurz vor dem Pieks kann Ablenkung sehr hilfreich sein:
- gemeinsam zählen
- ein Lied singen
- Seifenblasen pusten
- nach Bildern suchen („Wo ist der Teddy?“)
- zusammen tief pusten
Der Fokus liegt dann weniger auf der Impfung.
- Für gute Voraussetzungen sorgen
Vor dem Termin:
- ausreichend schlafen
- genug trinken
- nicht hungrig kommen
- bequeme Kleidung wählen
Ein ausgeruhtes Kind ist oft belastbarer.
- Nach der Impfung loben
Ganz egal, ob Ihr Kind geweint hat oder tapfer still war:
Loben Sie den Mut Ihres Kindes.
Zum Beispiel:
- „Das hast du richtig gut gemacht.“
- „Ich bin stolz auf dich.“
- „Das war mutig.“
Kinder lernen dadurch, schwierige Situationen besser zu bewältigen.
- Kleine positive Erinnerung schaffen
Nach dem Termin kann etwas Schönes helfen:
- gemeinsam auf den Spielplatz
- ein Bilderbuch anschauen
- Lieblingssnack essen
- Sticker oder kleine Überraschung
So bleibt der Arztbesuch positiver in Erinnerung.
Wenn Ihr Kind weint – das ist völlig normal
Weinen bedeutet nicht, dass etwas falsch gelaufen ist. Viele Kinder reagieren auf ungewohnte Situationen, Nähe zu Fremden oder den kurzen Schmerzreiz. Weinen ist erlaubt.
Wichtig ist vor allem:
Trost, Nähe und Sicherheit.
Mit jeder positiven Erfahrung wächst das Vertrauen Ihres Kindes.
Tipps für 6 bis 10 jährige Kinder
So unterstützen Sie Ihr Kind bei Impfungen im Schulalter
Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren verstehen bereits viel über ihren Körper, Gesundheit und medizinische Behandlungen. Gleichzeitig entwickeln sie eigene Vorstellungen, stellen viele Fragen und können Ängste bewusst wahrnehmen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, den Impftermin sicher und möglichst stressfrei zu erleben.
- Offen und ehrlich sprechen
Kinder in diesem Alter möchten ernst genommen werden.
Erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht:
- warum Impfungen wichtig sind
- dass Impfungen vor Krankheiten schützen
- dass der Pieks nur wenige Sekunden dauert
Zum Beispiel:
„Die Impfung hilft deinem Körper, Krankheitserreger schnell zu erkennen und dich gesund zu halten.“
Wichtig:
- ehrlich bleiben
- Fragen zulassen
- Ängste nicht herunterspielen
- Fragen zulassen und gemeinsam Antworten finden
Kinder im Schulalter möchten verstehen.
Typische Fragen können sein:
- „Warum brauche ich das?“
- „Tut das weh?“
- „Was passiert in meinem Körper?“
Nehmen Sie sich Zeit für diese Fragen. Verständnis reduziert häufig Unsicherheit.
- Mitbestimmung ermöglichen
Kinder fühlen sich sicherer, wenn sie kleine Entscheidungen treffen dürfen.
Zum Beispiel:
- Welcher Arm soll geimpft werden?
- Möchtest du sitzen oder auf meinem Schoß sitzen?
- Möchtest du Musik hören oder zählen?
- Möchtest du vorher oder nachher Fragen stellen?
- Betäubungspflaster auf den Arm kleben ( ca 1h vor Termin)
- Sie bekommen das Rezept von uns, sprechen Sie uns an
Mitbestimmung stärkt das Gefühl von Kontrolle.
- Entspannungstechniken nutzen
Kinder können in diesem Alter bereits aktiv mitarbeiten.
Hilfreich sind:
- tief ein- und ausatmen
- langsam bis zehn zählen
- auf einen Punkt im Raum schauen
- Geschichten oder Fantasiereisen
Zum Beispiel:
„Atme tief ein… und beim Ausatmen ist der Pieks oft schon vorbei.“
- Ablenkung einsetzen
Auch größere Kinder profitieren von Ablenkung:
- Lieblingsmusik über Kopfhörer
- kleines Spiel auf dem Handy
- Witze erzählen
- Rechenaufgaben
- Suchspiele im Raum
Das lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Impfung.
- Angst ist erlaubt
Manche Kinder sagen offen, dass sie Angst haben. Andere werden still oder ziehen sich zurück.
Wichtige Botschaften:
- „Es ist völlig okay, nervös zu sein.“
- „Viele Kinder und Erwachsene mögen Spritzen nicht.“
- „Wir machen das gemeinsam.“
Alle Gefühle dürfen da sein. Auch Weinen ist erlaubt.
- Nicht drohen oder überraschen
Bitte vermeiden Sie Aussagen wie:
- „Wenn du nicht stillhältst …“
- „Das ist doch gar nichts.“
- „Stell dich nicht so an.“
Auch überraschende Impfungen ohne Vorbereitung können Vertrauen beeinträchtigen.
Bitte sagen Sie nicht zu Vorsorgeterminen, dass es keine Impfung gibt. Schauen Sie bitte auf unseren Impffahrplan wann welche Impfung dran ist.
- Nach der Impfung loben
Unabhängig davon, wie Ihr Kind reagiert hat:
Loben Sie Mut und Zusammenarbeit.
Zum Beispiel:
- „Du hast das wirklich stark gemacht.“
- „Ich habe gesehen, wie mutig du warst.“
- „Du kannst stolz auf dich sein.“
- Kleine Belohnungen helfen
Eine positive Erinnerung kann zukünftige Arztbesuche erleichtern:
- gemeinsamer Spielplatzbesuch
- Lieblingsessen
- Sticker
- gemeinsames Spiel
- zusätzliche Vorlesezeit
Unser Rat
Kinder im Schulalter profitieren besonders von ehrlicher Kommunikation, Mitbestimmung und emotionaler Sicherheit. Jede positive Impferfahrung stärkt das Vertrauen Ihres Kindes in medizinische Behandlungen – oft ein Leben lang.
🔍
Sprechzeiten
Montag: 8:30 – 12:00 Uhr Nur Terminpatienten
14:00 - 16: 00 Uhr Akutsprechstunde
16: 00 - 18:00 Uhr Nur Terminpatienten
Dienstag: 8:30 – 12:00 Uhr Nur Terminpatienten
13:00 - 15:00 Uhr Akutsprechstunde
Mittwoch: 8:30 – 12:00 Uhr Nur Vorsorgen
Donnerstag: 8:30 – 12:00 Uhr Nur Terminpatienten
14:00 - 16:00 Uhr Akutsprechstunde
16:00 - 18:00 Uhr Nur Terminpatienten
Freitag: 9:00 – 12:00 Uhr Akutsprechstunde