Mikronährstofftherapie (orthomolekulare Medizin)

Was bedeutet Mikronährstofftherapie?

Mikronährstoffe umfassen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essentielle Fett- und Aminosäuren sowie im Weitern auch sekundäre Pflanzenstoffe. Sie spielen eine zentrale Rolle für den Stoffwechsel, ein gesundes Wachstum, ein starkes Immunsystem sowie die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems bei Kindern.
Ziel der Mikronährstofftherapie (auch orthomolekulare Medizin genannt) ist es durch eine individuell optimierte Versorgung mit diesen Mikronährstoffen die Gesundheit zu erhalten bzw. wiederherzustellen und Heilungs- sowie Entwicklungsprozesse zu unterstützen.

Wann ist eine orthomolekulare Therapie sinnvoll?

Sie ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Es gibt jedoch Lebensumstände und Krankheitsphasen, in denen der Mikronährstoffbedarf erhöht sein kann. Wir empfehlen eine Mikronährstoffanalyse u. a. bei:

  • chronischer Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen (z.B. bei AD(H)S) oder häufiger Migräne
  • entzündlichen Hauterkrankungen
  • erhöhter Infektanfälligkeit
  • starker Stressbelastung (z.B. in der Schule) und in Phasen raschen Wachstums
  • bestimmten immunologischen Erkrankungen ( z.B. der Schilddrüse)
  • speziellen Ernährungsformen

Immer gilt: Die orthomolekulare Medizin ergänzt die klassische Pädiatrie, sie ersetzt jedoch keine schulmedizinische Abklärung und Behandlung von bestehenden Beschwerden.

Wie sollte therapiert werden ?– Vorgehen in unserer Praxis

  1. Anamnese und Ernährungscheck: Wir besprechen Essgewohnheiten, Symptome und eine eventuelle Medikamenteneinnahme. Wir betrachten jedes Kind immer ganzheitlich.
  2. Gezielte Labordiagnostik: Mikronährstoffe sollten nicht „blind“ nach dem „Gießkannenprinzip“ substituiert werden, da sowohl eine Unterversorgung als auch eine Überdosierung nachteilig sein können. Mittels Blutuntersuchung ermitteln wir, den aktuellen Mikronährstoffstatus Ihres Kindes.
  3. Individuelle Empfehlung & Verlaufskontrolle: Zunächst steht die Optimierung der Ernährung im Vordergrund. Wurden bei der Blutuntersuchung Mangelzuständen aufgedeckt, empfehlen wir gezielte Supplemente in altersgerechter Dosierung und eine Verlaufskontrolle. Unsere Empfehlungen orientieren sich dabei stets an den aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien.

Zusammenhang Darm & Mikronährstoffe

Ein gesundes Darmmikrobiom ist entscheidend für die Aufnahme und Verwertung von Mikronährstoffen – bestimmte Vitamine (z.B. Vitamin K) werden sogar durch Darmbakterien selbst gebildet. Ist die Darmflora gestört – etwa durch Antibiotika, chronische Entzündungen oder einseitige Ernährung – kann die (Mikro-)Nährstoffaufnahme beeinträchtigt sein. Umgekehrt kann ein bestehendes Defizit an Mikronährstoffen (z.B. ein Mangel an Vitamin A und Zink) die Darmbarriere schwächen und das mikrobielle Gleichgewicht weiter beeinträchtigen. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich Darmdysbiose und Nährstoffdefizite gegenseitig verstärken. Eine gezielte Diagnostik und Behandlung kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Termin & Kontakt

Sie möchten gerne wissen, ob die Mikronährstoffversorgung Ihres Kindes optimiert werden kann? Schreiben Sie uns einfach unter info@kinderarztpraxis-eichhorn.de für einen ersten Beratungstermin.

FAQs zu Mikronährstoffen

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Einige Basis-Laborwerte werden von den Krankenkassen übernommen. Speziellere Mikronährstoffanalysen werden in aller Regel nicht erstattet. Die von uns angebotene ausführliche ärztliche Beratung und Befundung sowie die Erstellung eines Therapieplans sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bzw. Selbstzahlerleistungen. Wir beraten Sie hierzu transparent vorab.

„Mein Kind isst doch Obst und Gemüse, reicht das nicht“?

Nicht immer. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Es kann z.B. sein , dass die mit der Nahrung aufgenommenen Mikronährstoffe aufgrund einer gestörten Darmflora nicht richtig verwertet werden. Ein anderes Beispiel ist Vitamin D: Gerade in den Herbst- und Wintermonaten reicht die körpereigene Bildung über das Sonnenlicht in unseren Breiten nicht immer aus.

Warum sollte ich meinem Kind nicht einfach ein Multivitaminpräparat geben?

Es sollte nur das substituiert werden, was wirklich fehlt; ein Zuviel (z. B. Vitamin D / Vitamin B) kann schaden.