Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Impfen: Aktuelle Impfempfehlungen

Impfungen sind wichtig, damit Babys, Kinder und Jugendliche frühzeitig einen ausreichenden Schutz gegen schwere Infektionen aufbauen können. Impfungen verhindern den Ausbruch gefährlicher Krankheiten, die häufig mit Komplikationen verbunden sind und für die es zum Teil auch heute noch keine geeignete Therapie gibt.

Hier finden Sie alle offiziellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin [Übersicht: Impfkalender 2015 als PDF, 40 KB, erfordert Acrobat Reader].

Für alle Kinder

Schutz vor Durchfall durch Rotaviren

Rotaviren lösen bei Säuglingen und Kleinkindern schwerste Durchfallerkrankungen mit Erbrechen aus. Durchfallerkrankungen können bei kleinen Kindern zu teilweise lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten führen. Der wirksamste Schutz gegen Rotaviren ist – neben einer sorgfältigen Hygiene - die Schluckimpfung. Seit dem 26.08.2013 empfiehlt die STIKO die Schluckimpfung gegen Rotaviren. Die Impfserie muss im Alter von sechs bis zwölf Wochen beginnen und je nach Impfstoff (zwei oder drei Impfdosen im Abstand von 4 Wochen) bis zur vollendeten 24. oder 32. Lebenswoche beendet sein. Die Impfstoffe sind gut verträglich und können neben der Sechsfachimpfung und Pneumokokken-Konjugat-Impfung gegeben werden. Dies ist die erste Impfung des Babys.

Rund-um-Schutz von klein auf

Ist das Baby gesund, wird es nach dem vollendeten 2. Lebensmonat (9. Woche) zum zweiten Mal geimpft (die erste Impfung, die Rotavirus-Impfung, erfolgt mit 6 Wochen). Damit es nicht unnötig oft gepiekst werden muss und die Eltern nicht ständig beim Arzt sind, stehen mittlerweile sehr gut verträgliche Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Schon bei Babys zweiter Impfung wirkt beispielsweise ein einziger Impfstoff gegen sechs verschiedene Infektionskrankheiten gleichzeitig: Diphtherie, Hepatitis BHib (Haemophilus influenzae Typ b), Keuchhusten, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Wundstarrkrampf (Tetanus). Der Impfstoff wird insgesamt dreimal im ersten Lebenshalbjahr und einmal im zweiten Lebensjahr verabreicht.

Spritzen

Schutz vor Pneumokokken

Die Impfung gegen Pneumokokken (Def. Pneumokokken: Erreger einer Hirnhautentzündung [Meningitis], Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung) wird von der STIKO seit Juli 2006 für alle Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen sowie für bisher nicht geimpfte Kinder und Jugendliche mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (z.B. mit Immundefekten wie HIV-Infektion, nach Knochenmarktransplantation, Sichelzellanämie sowie chronischen Erkrankungen z.B. des Herz-Kreislaufsystems, Asthma, Diabetes und Träger von Cochlea-Implantaten).

Alle Säuglinge erhalten den Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff parallel zum oben erwähnten 6-fach-Impfstoff (insgesamt dreimal – mit Ausnahme der Frühgeborenenen –bis zum Alter von 23 Monaten):
Laut der STIKO-Empfehlung vom August 2015 sollen die Impfstoffdosen des Pneumokokken-Konjugatimpfstoff im Alter von 2, 4 und 11-14 Monaten (sogenanntes 2+1-Impfschema, zwei Grundimmunisierungen plus eine Auffrischung) verabreicht werden. Für Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) wird das 3+1-Schema empfohlen. Sie sollen vier Impfstoffdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11-14 Monaten bekommen.

Schutz vor Masern, Mumps und Röteln

Außerdem wird von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut in Berlin (STIKO) im Alter von 11 bis 14 Monaten eine kombinierte Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) empfohlen (zweimalig, 2. Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten). Diese Impfung kann mit einer Impfung gegen Windpocken kombiniert werden, da auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken zur Verfügung steht (MMRV, siehe unten). Zwischen beiden Impfungen sollten vier bis sechs Wochen liegen. Sollten ungeimpfte bzw. nur einmal geimpfte Kinder Kontakt zu Personen mit Masern, Mumps oder Röteln haben, empfiehlt die STIKO, Kinder innerhalb von drei Tagen gegen MMR zu impfen. 

In folgenden Situationen kann eine MMR-Impfung bereits ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen:

  • vor dem regelmäßigen Besuch in einer Gemeinschaftseinrichtung.
  • nach möglichem Kontakt mit einem Masernkranken.
  • während eines Masern-Ausbruchs.

Wenn die erste Impfung früher als mit 11 Monaten erfolgt ist, muss die 2. MMR-Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres verabreicht werden.

Bei einem Krankheitsausbruch sollten Kontaktpersonen, die nach 1970 geboren sind, mit unklarem Impfstatus eine Impfung erhalten.
Aufgrund der großen Impflücken bei jungen Erwachsenen wird die MMR-Impfung inzwischen auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, wenn sie in der Kindheit nur eine Impfung erhalten haben oder noch nicht geimpft sind bzw. der Impfstatus unbekannt ist. Insbesondere sollte das Personal in medizinischen Einrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen sowie Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene gegen Masern und Mumps geimpft sein.

Schutz vor Windpocken (Varizellen)

Die STIKO empfiehlt aufgrund der Komplikationsmöglichkeiten durch die Erkrankung seit Juli 2004 auch eine zweimalige Impfung für alle Kinder gegen Windpocken . Die erste Impfung gegen Windpocken wird in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt, entweder gleichzeitig mit der 1. MMR-Impfung oder frühestens vier Wochen nach dieser. Es steht auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken zur Verfügung (MMRV). Die STIKO empfiehlt seit Juli 2012 die erste Impfung nicht in Form einer Vierfachimpfung zu verabreichen, sondern den Varizellen-Impfstoff simultan mit dem MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen zu impfen (zur Vermeidung des leicht erhöhten Risikos für Fieberkrämpfe). Die zweite Dosis sollten Kinder im Alter von 15 bis 23 Monaten erhalten und diese kann mit dem Vierfachimpfstoff, d.h. dem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen. Der Mindestabstand zwischen den Windpocken-Impfungen sollte 4 bis 6 Wochen betragen. Die Varizellen-Impfung kann, wenn sie nicht im 2. Lebensjahr erfolgte, jederzeit nachgeholt werden. Bei Kindern, die nur eine Varizellen-Impfung erhalten haben, sollte eine zweite nachgeholt werden. Grundsätzlich sollten fehlende Impfungen so früh wie möglich nachgeholt werden, spätestens jedoch bis zum 18. Geburtstag.

Schutz vor Meningokokken

Bakterielle Hirnhautentzündungen werden neben Haemophilus influenzae Typ b und Pneumokokken auch durch Meningokokken ausgelöst. Besonders gefährlich ist eine sehr rasch verlaufende Blutvergiftung (Sepsis mit „Waterhouse-Friderichsen-Syndrom“). Bei den Meningokokken gibt es 13 Untergruppen, von denen in Deutschland und Europa fast ausschließlich C und B vorkommen. Die meisten Krankheitsfälle treten im Säuglings- und Kleinkindalter sowie bei Jugendlichen auf.

Für alle Kinder empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit Juli 2006 eine einmalige Impfung im 2. Lebensjahr gegen Meningokokken C. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Gegen Erkrankungen durch Meningokokken der Serogruppe C schützt eine Meningokokken-Konjugat-Impfung (die auch von der STIKO empfohlen wird). Bei diesem Serotyp (C) ist der Anteil der Sterblichkeit und schweren Folgeschäden besonders hoch. Die Impfung gegen Meningokokken C ist gut verträglich und schützt wahrscheinlich lebenslang vor einer Infektion mit dieser Serogruppe.

Die Serogruppe B macht etwa 65% der Meningokokken-Infektionen aus. Gegen diese Untergruppe ist nun seit Ende 2013 ein völlig neu entwickelter Impfstoff verfügbar. Die Impfung kann bereits Säuglingen ab dem zweiten Lebensmonat verabreicht werden und muss bei einer Immunisierung bis zum Alter von fünf Monaten im Abstand von vier Wochen zweimal wiederholt werden. Eine weitere Impfung im zweiten Lebensjahr (Alter 12 bis 15 Monate) komplettiert den Impfzyklus (insgesamt also vier Impfungen). Bei älteren Kindern sind zwei Impfdosen ausreichend. Diese Impfung schützt wahrscheinlich vor bis zu 80% der in Deutschland vorkommenden Meningokokken-B-Stämme. Die Dauer dieses Schutzes ist noch nicht sicher einzuschätzen. Die neue Meningokokken-B-Impfung wird bisher nur von einigen Krankenkassen als Satzungsleistung erstattet.

Für bestimmte Risikokinder oder für Kinder, die längere Auslandsaufenthalte vor sich haben, empfiehlt die STIKO ab dem Alter von 1 Jahr eine Impfung mit A-C-W135-Y-Konjugat-Impfstoff.
Seit August 2015 rät die STIKO bestimmten Risikokindern, wie z.B. Kindern ohne Milz oder nach Milzentfernung oder mit bestimmten Immundefekten, ebenso zu einer Impfung gegen Meningokokken B.

Impfung

Schutz vor Pneumokokken bei älteren Kindern

Gefährdete ungeimpfte Kleinkinder (bis zum vollendeten 5. Lebensjahr) erhalten eine Impfung mit einem Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff (13-valent). Zu den Risikokindern zählen u.a. Kleinkinder mit bestimmten chronischen Krankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Asthma, Diabetes), angeborenen oder erworbenen Immundefekten (z.B. nach Organtransplantation). Diese Kinder profitieren laut der STIKO von einer Gabe des 13-valenten Impfstoffes, wenn sie ungeimpft sind oder in den ersten beiden Lebensjahren ausschließlich mit dem 7-valenten Impfstoff geimpft wurden. Für Kinder, die mit dem 10-valenten Impfstoff in den ersten beiden Lebensjahren geimpft wurden, ist der Nutzen einer zusätzlichen Impfung mit dem 13-valenten Impfstoff demnach geringer.
Die alternative oder zusätzliche Gabe des 23-valenten Polysaccharid-Impfstoffs bei Kindern, die bereits mit dem 13-valenten Konjugat-Impfstoff geimpft wurden, wird wegen des geringen zu erwartenden Effektes nicht empfohlen.
Der 13-valente Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder 23-valente Polysaccharid-Impfstoff kommt bei weiter bestehender Indikation jenseits des 5. Lebensjahrs infrage. Bei Impfung mit dem Polysaccharid-Impfstoff sollte nach der Impfung mit dem Konjugat-Impfstoff ein Abstand von mindestens 8 Wochen eingehalten werden sollte.

Alle Impfungen des Kindes werden in einem Impfpass vermerkt. Fehlende Grundimmunisierungen müssen schnellstmöglich nachgeholt werden.

Schutz vor Keuchhusten (Pertussis)

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung der Säuglinge und Kleinkinder gegen Keuchhusten (im Alter von 2, 3 und 4 Monaten und eine weitere Impfung im Alter zwischen 11 und 14 Monaten). Vor der Geburt eines Kindes sollte überprüft werden, ob bei engen Kontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Tagesmütter, Großeltern) ein ausreichender Immunschutz (d.h. Impfung innerhalb der vorausgegangenen 10 Jahre) besteht. Ist dies nicht der Fall, sollte möglichst bis vier Wochen vor der Geburt des Kindes eine Immunisierung aller engen Kontaktpersonen nachgeholt werden. Wurde bei der Mutter der Impfschutz nicht vor der Schwangerschaft aktualisiert, sollte die Impfung in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes nachgeholt werden.

Aufgrund der beobachteten hohen Keuchhusten-Erkrankungsraten bei Fünf- bis 15-Jährigen empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) seit Januar 2006 eine weitere Auffrischimpfung im Vorschulalter (im Alter von 5 bis 6 Jahren) mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff (Tetanus-Diphtherie-azelluläre Pertussis).
Wegen der geringen Dauer der Immunität (sowohl nach Erkrankung als auch nach Impfung nur ca. 10 bis 12 Jahre) können sich Jugendliche wieder neu anstecken! Deshalb ist eine Auffrischimpfung im Kindes- und Jugendalter (9 bis 17 Jahre) wichtig.

Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO seit Juli 2009, die nächste fällige Tetanus- und Diphtherie-Impfung in Kombination mit einem Keuchhustenimpfstoff. Damit sollen nicht nur die Erwachsenen selbst, sondern auch ungeschützte Säuglinge besser vor einer Ansteckung durch Erwachsene geschützt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten ihren Pertussis-Impfschutz überprüfen und auffrischen, wenn mehr als 10 Jahre seit der letzten Impfung vergangen sind. Auch enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer sollten möglichst vier Wochen vor der Geburt des Kindes eine Impfung erhalten.

Auffrischimpfungen (bei Impfung nach Impfplan)

  • Diphterie: Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren (i.d.R. mit Wundstarrkrampf und Keuchhusten), dann wieder zwischen 9 und 17 Jahren
  • Pertussis (Keuchhusten): Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren (i.d.R. mit Diphtherie und Tetanus), dann wieder zwischen 9 und 17 Jahren
  • Tetanus (Wundstarrkrampf): Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 Jahren (i.d.R. mit Diphtherie und Keuchhusten), dann wieder zwischen 9 und 17 Jahren
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung): Im Alter von 9 bis 17 Jahren wird eine Auffrischimpfung empfohlen.
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomviren (HPV)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Damit soll die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle zukünftig deutlich verringert werden. Die Impfserie sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), welche für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) sind im Abstand von 6 Monaten zwei Impfungen erforderlich. Bei Nachholimpfungen oder wenn der Impfabstand zwischen den zwei Impfungen geringer als ein halbes Jahr war oder die Impfserie nach einem Alter von 13 bzw. 14 Jahren erfolgt ist, wird eine dritte Impfung zur Komplettierung der Grundimmunisierung empfohlen. Spätestens bis zum 18. Lebensjahr sollten versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Dieser Impftermin ist auch eine gute Gelegenheit für Jugendliche, zu überprüfen, ob noch von der STIKO empfohlene Impfungen fehlen, um diese dann nachzuholen.

Es gibt jedoch noch weitere krebserregende Viren-Typen bei den Papillomviren. Daher wird für die Geimpften auch zukünftig die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung mit dem so genannten Pap-Abstrich unerlässlich bleiben.

Arztbesuch

Für kleine Risikopatienten

Schutz vor Grippe (Influenza)

Kinder mit chronischer Bronchitis, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Niere oder mit neurologischen Behinderungen sollten zusätzlich gegen Grippe geimpft werden. Dies ist bei Kindern ab dem vollendeten 6. Lebensmonat möglich. Die Impfung gibt Schutz für ein Jahr und sollte im Herbst, also vor Ausbruch der alljährlichen Grippewelle, durchgeführt werden. Nicht geimpft werden sollten Kinder mit einer bekannten Allergie gegen Inhaltsstoffe des Grippe-Impfstoffes oder einer Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß.
Weil Schwangere ein deutlich erhöhtes Risiko bei einer Influenza-Infektion haben, wird nun eine Grippeimpfung für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon empfohlen, bei besonderer Gefährdung infolge einer Grunderkrankung bereits ab dem 1. Trimenon.

Ab der Saison 2012/2013 steht für Kinder und Jugendliche von 2-17 Jahren zusätzlich ein Influenza-Impf-Nasenspray zur Verfügung, das deutlich besser wirksam ist als die bisher übliche Influenza-Impfung. Seit dem 26.8.13 (Grippesaison 2013/14) empfiehlt die STIKO, bei Risiko-Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren dieses Influenza-Impf-Nasenspray bevorzugt zu verwenden. Dieser Impfstoff mit abgeschwächten lebenden Influenza-Viren ist schon seit 10 Jahren in den USA eingeführt. Bei Risiko-Kindern, die älter als 6 Jahre sind, ist eine Erstattung des Impf-Nasensprays durch die Krankenkassen nicht in allen Regionen Deutschlands gewährleistet. Diesen Kindern kann aber unverändert die Influenza-Impfung als Spritze gegeben werden.

Ab 2013 steht auch ein Impfstoff mit vier statt drei Komponenten zur Verfügung, der jedoch kaum erstattet wird.

Schutz vor Haemophilus influenzae Typ b

Ab einem Alter von 5 Jahren ist eine Impfung gegen Hib (Haemophilus influenzae Typ b) nur in seltenen Fällen (z.B. fehlender Milzfunktion) nötig. Nach engem Kontakt mit invasiver Hib-Infektion sollten alle Haushaltsmitglieder ab einem Alter von 1 Monat geimpft werden, sofern sich dort ein ungeimpftes oder unzureichend geimpftes Kind befindet oder eine Person mit einem Immundefekt.

Nachholimpfungen

Empfohlene Impfungen, die versäumt wurden, sollten so früh wie möglich und spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Für die verschiedenen Altersgruppen hat die STIKO Tabellen entwickelt, nach welchem Schema bei den fehlenden Impfungen vorgegangen werden sollte (siehe Epid. Bulletin 25.8.2014/Nr. 34, S. 352 ff.). [PDF, 1,07 MB].

Schutzimpfungen sind nun Pflichtleistungen

Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) sind Leistungen für Schutzimpfungen seit dem 1. April 2007 Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nach § 20 d SGBV haben Versicherte Anspruch auf Leistungen für Schutzimpfungen im Sinne des § 2 Nr. 9 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Das heißt: Alle von der STIKO empfohlenen Impfungen werden nach Übernahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss Ärzte-Krankenkassen) von der Krankenkasse erstattet.

Fremdsprachige Informationsmaterialien zum Thema „Impfen“ - auf der Seite des RKI

www.kinderaerzte-im-netz.de ist Mitglied im WHO Vaccine Safety Net

Quellen: Aktuelle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts in Berlin, Epid. Bulletin 25.8.2015/Nr. 34.

_____________________________
Diese Seite wird regelmäßig, d.h. mindestens einmal monatlich,
überprüft und bei Bedarf aktualisiert.
25. Juli 2016

 

 

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Martin Terhardt