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Keuchhusten (Pertussis)

Was ist Keuchhusten (Pertussis)?

Als Keuchhusten oder Pertussis wird eine akute Infektion der Atemwege durch das Bakterium Bordetella pertussis bezeichnet. Der Erreger wurde nach seinem Entdecker Jules Bordet (1870 – 1961), einem belgischen Bakteriologen, benannt.

Pertussis © absolutimages - Fotolia.com
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Keuchhusten ist sehr ansteckend und wird über die Luft übertragen, beispielsweise beim Sprechen, Niesen oder Husten (Tröpfcheninfektion - in einem Abstand von bis zu einem Meter). Charakteristisches Symptom sind heftige Hustenanfälle, die mehrere Wochen andauern. Weder mit einer durchgemachten Erkrankung noch einer Impfung erlangt man lebenslange Immunität.

Keuchhusten ist nach wie vor weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern, gilt aber nicht mehr als klassische Kinderkrankheit. Zunehmend sind Jugendliche und Erwachsene betroffen, so dass die Erkrankungsrate in den Industrienationen eine steigende Tendenz aufweist. Nur noch etwa 1% der gemeldeten Erkrankungen treten bei Säuglingen im ersten Lebensjahr auf. Denn mittlerweile sind etwa 95,5% der Schulanfänger (2012) gegen Pertussis geimpft (im Alter zwischen 11 und 14 Monaten ist die Grundimmunisierung in der Regel abgeschlossen). Doch bei den über 19-Jährigen treten nun 75% der Erkrankungsfälle auf. Schätzungsweise 10% der Erwachsenen ohne chronische Atemwegserkrankungen, die länger als zwei Wochen husten, haben sich mit Keuchhusten infiziert. Dies kann u.a. mit einem Rückgang der Immunität mit jedem Jahr nach der Impfung erklärt werden sowie fehlenden Impfungen bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Pertussis tritt das ganze Jahr über auf, in Mitteleuropa jedoch vorwiegend im Herbst und Winter. Neugeborene und Säuglinge gelten im Falle einer Ansteckung als besonders gefährdet.

Weltweit erkrankten 2008 laut WHO fast 201.000 Menschen an Keuchhusten, 89.000 Menschen starben. In Europa litten 2011 ca. 19.743 Menschen unter Keuchhusten, erstmals wieder mehr als in den vergangenen Jahren (2010 knapp 14.000 Patienten). Kleine Kinder und Jugendliche waren dort am häufigsten betroffen. In Deutschland gab es 2012 keine Sterbefälle, doch im Jahr 2011 drei Todesfälle durch Keuchhusten, zwei davon bei Kindern unter einem Jahr. Zwischen 2001 und 2011 verstarben 12 Menschen aufgrund einer Keuchhustenerkrankung.

Seit dem 29.03.2013 besteht gemäß §§ 6, 7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) für Ärzte und Labore eine Meldepflicht für Keuchhusten oder deren Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter (wie auch Mumps, Röteln, und Windpocken).

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 23.03.2016