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Röteln (Rubella)

Was sind Röteln (Rubella)?

Röteln (Rubella) sind weltweit verbreitet und werden von Viren hervorgerufen. Die Viruskrankheit tritt vor allem im Winter und Frühjahr auf. Ihr einziger Wirt ist der Mensch. Im englischen Sprachgebrauch werden sie auch „German Measles“, „deutsche Masern“ genannt, da deutsche Ärzte das Krankheitsbild zum ersten Mal beschrieben haben. In der Regel verläuft diese Kinderkrankheit komplikationsfrei. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau an Röteln, kann ihr ungeborenes Kind schwere Schäden erleiden. Global kommen jährlich schätzungsweise 110.000 Kinder mit Schäden durch eine Rötelinfektion der Mutter während der Schwangerschaft auf die Welt (congenital rubella syndrome: CRS).

Röteln gehören seit März 2014 zu den meldepflichtigen Krankheiten.
Seit dem 29.03.2013 ist in Deutschland eine Meldepflicht für Röteln eingeführt.

Seit 1991 konnten die Röteln in Westeuropa dezimiert werden. Laut dem Infektionsepidemiologischen Jahresbuch meldepflichtiger Infektionskrankheiten 2012 wurde im Jahr 2011 kein Fall und 2012 ein Fall von konnatalen Röteln gemeldet. Da wesentlich mehr Schwangere sich mit Röteln infizieren, geht das Robert Koch-Institut jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus, bei der die Folgen mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten. Erst wenn längerfristig Impfraten von über 90% bei Kleinkindern im Laufe des 2. Lebensjahres erreicht werden, können in Deutschland die konnatalen Röteln ausgerottet werden. Bei der Schuleingangsuntersuchung 2012 wurde für die zweite Rötelimpfung eine Rate von 92,2% nachgewiesen.

Laut der Ständigen Impfkommission sollen neben kleinen Kindern insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter, die einen unklaren Impfstatus haben, nur einmal oder gar nicht gegen Röteln geimpft sind, vor einer Rötelnvirus-Infektion mit einer Impfung geschützt werden, um das ungeborene Kind vor Schäden zu bewahren. Hat eine Frau keinen Immunschutz oder ist sich nicht sicher, dass wird eine zweimalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (MMR: Masern - Mumps - Röteln) empfohlen. Bei einer bereits durchgeführten einmaligen Impfung sollte die zweite Impfung nachgeholt werden.

Da es in Deutschland erst seit dem 29.03.2013 eine Meldepflicht für Röteln (neben Mumps, Keuchhusten und Windpocken) eingeführt wurde, liegen noch keine umfassenden Zahlen zu Rötelninfektionen vor. Bisher gab es nur eine Meldepflicht für konnatale Röteln. Auch für Europa liegen nur ungenaue Zahlen vor, da nicht alle Länder eine Meldepflicht für Röteln haben.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 17.03.2016