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Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Was ist eine Nasennebenhölenentzündung?

Die Nasennebenhöhlen sind lufthaltige Hohlräume in den Knochen des Schädels, die an die Nase angrenzen. Man unterscheidet zwischen der Stirnhöhle, den Kieferhöhlen, der Keilbeinhöhle und den Siebbeinzellen. Die Nasennebenhöhlen sind wie die Nasengänge mit Schleimhaut ausgekleidet und stehen über kleine Öffnungen mit den Nasengängen in Verbindung. In den Höhlen wird die eingeatmete Luft aufgewärmt und angefeuchtet. 

Schnupfen

Die einzelnen Nasennebenhöhlen sind bei der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet. Sie entwickeln sich mit dem Wachstum des Kindes. Im Säuglingsalter sind nur Kieferhöhlen und Siebbeinzellen soweit vorhanden, dass hier eine Nasennebenhöhlenentzündung entstehen könnte. Allerdings findet man diese Erkrankung meist erst bei Kleinkindern. Entzündungen der Keilbeinhöhle und der Stirnhöhle treten häufig erst im Schulkindalter auf.

Ursachen

Meist entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung durch die Fortleitung einer Entzündung aus dem Nasenrachenraum, z.B. im Rahmen einer Erkältungskrankheit (grippaler Infekt). Als Ursachen können aber auch Engstellen oder Verschluss, besonders im Bereich der Verbindungen zwischen den Nebenhöhlen und der Nasenhöhle, ständig behinderte Nasenatmung, z.B. durch Nasenpolypen, eine verbogene Nasenscheidewand oder vergrößerte Rachenmandeln, fortgeleitete Zahnentzündungen oder Allergien in Betracht kommen.

Symptome & Krankheitsbild

Die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen ist mit Flimmerhärchen besetzt. Diese Härchen transportieren den ständig gebildeten Schleim ab, wodurch die Schleimhaut sich stetig selbst reinigt. Bei einer Entzündung schwillt die Schleimhaut an und bildet vermehrt Sekret. Dadurch können die Öffnungen zur Nase verschlossen werden. Die Höhle wird nicht mehr belüftet und das Sekret kann nicht mehr abtransportiert werden und staut sich auf, so dass ein schmerzhafter Druck entsteht. Im Sekret können sich Bakterien, Viren, unter Umständen auch Pilze vermehren. Meist sind die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen betroffen, seltener die Stirnhöhle und die Keilbeinhöhle.

Grundsätzlich wird zwischen einer akuten und einer chronischen Nasenneben-höhlenentzündung unterschieden. Die akute Nasennebenhöhlenentzündung kann eitrig oder nicht-eitrig verlaufen, je nachdem, welche Erreger sie auslösen. Meist entsteht sie im Rahmen einer Erkältung (Grippaler Infekt) . Die Hauptsymptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung sind hohes Fieber, das bis auf 40° C ansteigen kann, Husten und Schnupfen, der eitrig werden kann. Das Nasensekret ist dann grünlich-gelb. Das Sekret aus den Nasennebenhöhlen läuft über den Rachen ab, das ist an der Rachenhinterwand als Schleim- und Eiterstraße zu beobachten. Dazu kommen starke Kopfschmerzen und ein schmerzhaftes Druckgefühl an verschiedenen Stellen des Kopfes (z.B. Schläfen, Augen, Wangen), je nachdem, welche der Nasennebenhöhlen betroffen ist; die Schmerzen treten besonders vormittags auf und verstärken sich beim Bücken. Auch das Beklopfen des Knochens über der betroffenen Nasennebenhöhle ist schmerzhaft.

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt sich meist aus einer nicht ausgeheilten akuten Entzündung. Aber auch andere Ursachen können ihr zugrunde liegen, wie eine ständig behinderte Nasenatmung, z.B. weil Nasenpolypen den Abfluss des Sekrets aus den Nebenhöhlen verhindern, die Nasenscheidewand verbogen oder eine Rachenmandel vergrößert ist oder eine durch Allergien vorgeschädigte Schleimhaut. Die Symptome der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind nicht so ausgeprägt wie bei der akuten Sinusitis, klingen aber über längere Zeit nicht vollständig ab. Charakteristisch sind eine behinderte Nasenatmung mit schleimigen Absonderungen, Kopfschmerzen sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen. Das Druckgefühl über der betroffenen Höhle ist nur leicht, aber auch hier ist das Beklopfen des Knochens schmerzhaft.

Nebenhöhlenentzündungen kommen auch in Verbindung mit einer chronischen Bronchitis vor, man spricht dann von einer Sinubronchitis. In diesen Fällen müssen beide Erkrankungen behandelt werden.

Auswirkungen

Die Entzündung der Nasennebenhöhlen kann auf die knöcherne Nebenhöhlenwand übergreifen und eine Knochenhautentzündung hervorrufen. Nur in seltenen Fällen bricht die Knochenwand dann durch und die Entzündung dehnt sich auf die Gehirnhaut aus. Auch eine Ausweitung auf die Augenhöhle ist möglich. Es kommt dann zum Anschwellen des Lids (Lidödem) und später zum Hervortreten des Augapfels.

Diagnose

Zu den üblichen diagnostischen Verfahren gehören das Abklopfen der Nasennebenhöhlen, die Nasenspiegelung (Rhinoskopie), eine Ultraschalluntersuchung oder Röntgenaufnahme und letzlich auch die Spiegelung der Nasennebenhöhlen (Endoskopie). Mit diesen Verfahren wird auf unterschiedliche Weise eine Schleimhautschwellung und die Höhe des Sekretspiegels in den Höhlen bestimmt. In einigen Fällen kann auch eine MRT-Untersuchung erforderlich sein, um andere Erkrankungen, wie z.B. Knochenprozesse oder Tumoren, auszuschließen.

Therapie

Die Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung zielt darauf ab, den Abfluss des Sekrets zu verbessern oder wieder herzustellen und die Erreger zu bekämpfen. Nasentropfen oder -sprays führen zu einem Abschwellen der Schleimhaut, so dass das Sekret wieder besser abfließen kann. Je nach Alter gibt es für Kinder unterschiedlich stark dosierte Nasentropfen und -sprays. Die Altersvorgaben sollten unbedingt beachtet werden, denn bei Überdosierung kann der Wirkstoff der Nasentropfen in den Blutkreislauf gelangen und zu einer starken Beeinträchtigung der Atmung bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Diese Gefahr besteht nicht bei Anwendung altersgemäßer Verdünnungen. Ihr Kinder- und Jugendarzt berät Sie bei der Wahl des richtigen Medikaments und der idealen Dosierung.

Wärmeanwendungen wie Rotlicht oder Inhalation verbessern die Durchblutung und fördern dadurch die körpereigene Immunantwort im entzündeten Gebiet. Die Inhalation ätherischer Öle wirkt zudem schleimlösend. Allerdings sollte man dabei achtsam sein, denn ätherische Öle können unter Umständen Allergien hervorrufen.

Zur Behandlung einer eitrigen Sinusitis ist meist die Anwendung von Antibiotika erforderlich. Um dies abzuklären, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei der Therapie der chronischen Sinusitis gilt es, die Ursache zu beseitigen, die z.B. in Störungen der Nasennebenhöhlenschleimhaut oder Engstellen zwischen den Nebenhöhlen und der Nasenhöhle bestehen kann. Eine ärztliche Untersuchung ist zur Abklärung auf jeden Fall erforderlich.

Wenn die Behandlung mit Medikamenten und den anderen genannten Maßnahmen nicht zur Besserung führt, ist eine Nasennebenhöhlenspülung oder auch eine operative Therapie möglich. Damit kann ein Abfluss für das aufgestaute Nasennebenhöhlensekret geschaffen werden (z.B. Kieferhöhlendrainage), Engstellen an den Öffnungen zwischen Nasennebenhöhlen und Nasenhöhle können erweitert und krankhaft veränderte Schleimhaut entfernt werden.

Vorsorge

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zielen darauf ab, die Schleimhäute des Atmungsapparates und damit auch der Nasennebenhöhlen möglichst nicht zu schädigen. Sorgen Sie dafür, dass geheizte Räume möglichst nicht überheizt sind und dass eine angenehme Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Dies kann man z.B. erreichen, indem man feuchte Tücher über die Heizkörper hängt. Viel trinken hilft, das Nasensekret flüssig zu erhalten.

Adressen & Links

Gesellschaft für Endonasale Laserchirurgie
Franziskushospital Köln
Schönsteistraße 63
50825 Köln

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Hans-Jürgen Nentwich

letzte Änderung: 28.03.2016