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Masern

Was sind Masern?

Als Masern bezeichnet man eine hochansteckende akute Erkrankung mit dem Masernvirus. Masern gehörten zu den typischen Kinderkrankheiten, befallen jedoch zunehmend Jugendliche und Erwachsene. Bei beiden Personengruppen ist der Verlauf in der Regel schwerer als bei kleinen Kindern.

Junge mit Masernausschlag

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, d.h. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Die Erkrankung beeinträchtigt den Allgemeinzustand des Patienten erheblich und verläuft gewöhnlich in zwei Phasen, dem grippeähnlichen Vorstadium sowie dem Hauptstadium mit dem typischen Hautausschlag. Nur die Symptome können behandelt werden, nicht aber die Krankheit.

In den westlichen Industrieländern führen Masern bei 10-20% der Betroffenen zu Komplikationen, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt, 0,1% erkranken in der Folge lebensgefährlich.

Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis). Jahre nach einer durchgemachten Masernerkrankung kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen (sklerosierende Panenzephalitis-SSPE), die immer tödlich verläuft.

Während die Zahl der Erkrankungen in Deutschland zu Beginn der 1990-er Jahre bei etwa 50.000 lag, blieb sie in den letzten Jahren kontinuierlich bei unter 2.000 Fällen, wobei 75% der Erkrankungen zeitlich und regional beschränkt auftreten. Besonders viel Erkrankte gab es im Jahr 2006 mit 2.308 Fällen und im Jahr 2013 mit 1.769 gemeldeten Fällen. Nicht nur Kinder sind betroffen, sondern ein hoher Anteil der Masernfälle tritt mittlerweile bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

2012 konnten bei der Schuleingangsuntersuchung 92,4% der Kinder die zweite Masernimpfung nachweisen. Für eine vollständige Ausrottung der Masern in Deutschland, die ab einer Durchimpfungsrate von wenigstens 95% erzielt werden kann, reichen diese Quoten allerdings noch nicht. Deutschland hat sich gegenüber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, Masern bis 2015 zu eliminieren. Dafür dürften jährlich nicht mehr als 82 Erkrankungen auftreten. Dieses Ziel wurde nciht erreicht.

Seit Januar 2001 sind Masern eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung, d.h., der behandelnde Arzt muss jeden Verdacht, diagnostizierten Fall, den Tod sowie den direkten und indirekten Virusnachweis dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich melden.

Auch in Europa ist die Zahl der Masernerkrankungen immer noch auf einem hohen Niveau. Die ECDC berichtet von 32.124 Fällen im Jahr 2011. Frankreich, Rumänien, Italien, Spanien, Deutschland und Großbritannien hatten die meisten Fälle zu verzeichnen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Masernimpfung weltweit zwischen 2000 und 2008 etwa 13,8 Millionen Menschen das Leben gerettet, insbesondere Kinder.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 23.03.2016