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Meningokokken-Meningitis

Was ist eine Meningokokken-Meningitis?

Meningokokken sind Bakterien der Art Neisseria meningitidis, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Überwinden die Erreger die Schleimhautbarriere im Nasen-Rachen-Raum, können sie schwere Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Wenn ein Mensch sowohl an Meningitis als auch an Sepsis erkrankt, ist der Krankheitsverlauf besonders schwer.

Notfall Meningokokken-Meningitis
Eine Meningokokken-Meningitis ist eine schwere Erkrankung, die innerhalb von Stunden lebensgefährlich werden kann.

Bei etwa der Hälfte der Fälle der Meningokokkenerkrankungen entwickelt sich eine Meningokokkenmeningitis. In Europa erkrankten (29 EU/EEA) 2011 4.121 Menschen an invasiven Meningokokken-Erkrankungen – auch hier vorwiegend Kinder unter fünf Jahren. Der afrikanischen Meningitisgürtel (Senegal bis Äthiopien) ist besonders betroffen. Hier treten zwischen November und Juni immer wieder Epidemien auf. 2012 wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von dort 28.281 Fälle gemeldet.

Meningokokken sind in Deutschland die häufigsten Auslöser einer bakteriellen Meningitis. Insbesondere Babys, Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Die Erkrankung kann aber in jeder Altersgruppe auftreten. Etwa jeder 10. Mensch trägt diese Bakterien im Nasen-Rachen-Raum und kann andere Menschen unbemerkt anstecken, vor allem wenn er selbst nicht erkrankt. Bei pubertierenden Jugendlichen kann die Trägerrate sogar bis zu 25% betragen. Aus welchen Gründen diese gefährliche Erkrankung nur bei einer geringen Anzahl der Keimträger ausbricht, konnten Wissenschaftler noch nicht eindeutig klären.

Etwa 10-15% der Erkrankten erleiden schwere, bleibende Folgeschäden oder versterben. So kann es infolge einer Meningitis u.a. zu bleibenden Hirnschäden, Taubheit oder Blindheit kommen. Eine Sepsis kann u.a. eine Amputation von Gliedmaßen wie Fingern, Zehen oder auch Armen und Beinen erforderlich machen.

Insgesamt gibt es als Krankheitsauslöser 12 verschiedene Erregerstämme, so genannte Serogruppen (z.B. A, B, C, W135,Y). Epidemieartige Ausbrüche sind in tropischen Gebieten (v.a. Erreger der Gruppen A, aber auch C, W135 und Y) nicht selten. Besonders betroffen ist der so genannten Meningitisgürtel Afrikas (südlich der Sahara vom Sudan bis zum Senegal) sowie Asien. In Europa und den USA tritt die Meningokokken-Meningitis eher sporadisch auf, vor allem mit dem Erreger der Gruppe B (in Deutschland ca. 65-70%) oder auch C (in Deutschland 20-28%). Meningokokken des Serotyps B wurden in den letzten Jahren bei langsamer sich entwickelnden Epidemien in Island, Norwegen, Irland, Spanien und in den Niederlanden, in den USA und Mittelamerika sowie Neuseeland beobachten.

In Deutschland werden etwa 350 Fälle pro Jahr gemeldet. Kinder unter fünf Jahren (insbesondere im 1. und 2. Lebensjahr) und Teenager sind häufig betroffen. In Europa und Nordamerika treten Erkrankungen gehäuft im Winter und Frühjahr auf.

Polysaccharid- und Konjugatimpfstoffe gegen Meningokokken der Serogruppe A, C, W 135 und Y sind in Deutschland verfügbar. Ein Impfstoff gegen Meningokokken B (rekombinanter 4-Komponenten-Meningokokken-B-Impfstoff - 4CMenB) wurde im Januar 2013 für Europa zugelassen (ab zwei Monaten). Er deckt die meisten in Deutschland zirkulierenden Stämme ab.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 29.07.2015