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Herausgeber:

Dr. med. Matthias Krueger, Kinder- und Jugendarzt, 63911 Klingenberg

Croup (auch Krupp oder Pseudokrupp genannt)

Der Croup ist eine häufige Krankheits-Erscheinung im Kleinkindes-, aber teilweise auch noch im Schul-Alter.

Ursache dieser Problematik ist eine Anschwellung im Kehlkopfbereich - ähnlich, wie beim Schnupfen die Nasenschleimhaut angeschwollen ist, kommt es beim Croup zur Verdickung von Anteilen des Kehlkopfs.

Typisch bei dem Kranheitsbild ist ein vorwiegend in der Nacht auftretendes trockenes ("bellendes") Husten sowie das Problem, dass die Luft nicht gut eingeatmet werden kann, was als ein ziehendes Geräusch beim Einatmen hörbar ist. Die Kinder sind in der Situation häufig sehr aufgeregt und ängstlich; diese Gefühle und Besorgnis treten bei den Eltern auch auf (was bei der akuten Situation sehr verständlich ist).

In der Situation des Croups benötigen die Kinder zwei Dinge:

  • erstens brauchen sie Eltern, die ihnen gegenüber Ruhe und Sicherheit ausstrahlen; das ist leichter geschrieben als getan, das ist mir klar, dennoch ist es eine ganz wichtige Grundlage dafür, dass es zur Besserung der Atmung des Kindes kommen kann, weil eine Aufregung der Erwachsenen sich auf die Kleinen überträgt.
  • Zum Zweiten benötigt das Kind die Möglichkeit, kühle Lust einzuatmen. Im Herbst/Winter ist das ganz einfach: man geht mit dem warm angezogenen Kind heraus an die Nachtluft; im Sommer kann es sein, dass es draußen ziemlich warm ist, und so die Abschwellung der Schleimhaut durch Kühlen draußen nicht erreicht wird. In der Situation ist es sinnvoll, einen Kellerraum aufzusuchen, in dem es kälter ist als in der Haus-Umgebung. Prinzip ist das Kühlen der Schleimhaut und die damit einhergehende Abschwellung. In der Regel sind nach ca. 30 Minuten die Erscheinungen des Croups verschwunden, und man kann mit dem Kind wieder in den Schlafraum gehen. Es empfiehlt sich, danach das Kind noch etwas kühler schlafen zu lassen, um die Abschwellung zu bewahren.

Es wird auch häufig die Inhalation warmer Luft (z. B. Aufdrehen der Dusche und Einatmung der entstehenden Dämpfe) empfohlen. Meine Erfahrung ist, dass dieses Vorgehen nicht ganz so wirksam ist wie das Kühlen der angeschwollenen Schleimhaut. Wenn ein Mensch sich den Kopf anstößt, und es entsteht eine Beule, dann ist auch das Kühlen erfolgreicher als das Auftragen von Wärme an die betroffene Stelle.

Sollte das Herausgehen in der genannten Zeit keine ausreichende Wirkung haben, kann es sinnvoll sein, seinem Kind eine von innen her wirkende abschwellende Behandlung zu geben (z. B. ein Cortison-Zäpfchen). Wichtig ist dabei die Tatsache, dass dieses Medikament ca. 45 - 60 Minuten benötigt, um die Wirkung zu beginnen. Aus diesem Grund empfiehlt sich, mit dem Kind noch einmal nach draußen zu gehen, auch wenn die frische Luft allein zunächst keine Besserung bewirkte.

Wenn ein solches Medikament nicht zu Hause verfügbar ist, sollte das Kind beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder in einer Kinderklinik vorgestellt werden, wo die entsprechende Therapie oder aber bei ausgeprägten Fällen die dann weiteren notwendigen Schritte eingeleitet werden können.

Zusammenfassend: Auch wenn Sie in der Situation des Croups sehr besorgt um ihr Kind sind, strahlen Sie ihm gegenüber bitte Ruhe aus, und lassen Sie es für eine halbe Stunde kühlende Luft atmen.

 

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