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FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)

Vorsorge & Impfschutz

Um das Risiko vor Zeckenstichen möglichst klein zu halten, ist es ratsam in FSME-Endemiegebieten geschlossene, helle Kleidung (langärmelige Oberbekleidung, die auch den Kopf und die Nackengegend schützt) und festes Schuhwerk zu tragen. Stülpt man die Socken über die Hose, können die Tiere nicht so leicht darunter emporklettern. Spezielle Repellentien gegen Zecken sind getestet worden. Doch diese schützen nur bedingt und die Wirkung hält nur einige Stunden an.

Lassen Sie sich von Ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten. Ganz wichtig: Nach jedem Aufenthalt in der Natur den Körper – besonders bevorzugte Stichstellen wie Hals, Haarbereich des Kopfes, Ohren und Beine – gründlich nach Zecken absuchen.

Den sichersten Schutz vor einer FSME bietet die Impfung. Für Kinder, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig aufhalten oder dorthin mit ihren Eltern reisen, empfiehlt sich eine FSME-Impfung. Es stehen spezielle Impfstoffe für Kinder zur Verfügung. Je nach Hersteller können sie bis zum Alter von 11 oder 16 Jahren verwendet werden. Bei dieser Impfung wird das auf Zellkulturen gezüchtete Virus in abgetöteter Form gespritzt (Totimpfstoff). Die Impfkommission der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) empfiehlt in Übereinstimmung mit der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die FSME-Impfung ab einem Alter von 3 Jahren, da bei kleineren Kindern Fieberreaktionen möglich sind. Kinder können laut Fachinformation ab zwölf Monaten geimpft werden. Für eine FSME-Grundimmunisierung nach dem Standardschema erhalten Kinder insgesamt 3 Impfungen über einen Zeitraum von 10 bis 15 Monaten.

  • Impfung: Tag 0
  • 2. Impfung: 1-3 Monate nach der 1. Impfung
  • 3. Impfung: 9-12 Monate nach der 2. Impfung
  • Eine erste Auffrischimpfung des FSME-Impfschutzes sollte 3 Jahre nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen; weitere Auffrischimpfungen alle 5 Jahre

Auch vor Reisen an FSME denken

Die Kosten für die FSME-Impfungen werden mittlerweile von vielen gesetzlichen Kassenkassen übernommen. Am besten erfragen Sie die Erstattungsregelung direkt bei Ihrer Krankenversicherung . Dabei sollten sich nicht nur Personen, die sich häufig in Risikogebieten aufhalten, impfen lassen, sondern auch bei Reiseplanungen ist an eine mögliche FSME-Infektion zu denken. Größere FSME-Risikogebiete befinden sich vor allem in den baltischen Ländern, in Österreich, Russland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südschweden, Slowenien und Albanien. Dort ist das FSME-Risiko in der Regel wesentlich höher als in deutschen Endemiegebieten. Mit jährlich 1.000 bis 2.000 FSME-Patienten gelten die baltischen Staaten als europäischer Spitzenreiter, in Lettland wird die weltweit höchste Inzidenzrate von 26,9/100.000 registriert. Die deutschlandweite Inzidenz für FSME liegt bei etwa 1,3 Erkrankten pro 100.000.

Seltene Impfreaktionen

In seltenen Fällen kann es nach der FSME-Impfung zu einer Impfreaktion kommen. Der Impfling kann sich vorübergehend abgeschlagen fühlen, verbunden mit leichter Temperaturerhöhung, und an der Injektionsstelle Entzündungszeichen (Rötung, schmerzhafte Schwellung) aufweisen, die nach wenigen Tagen vollständig verschwunden sind. Stets muss geklärt werden, ob die Symptome, die sich nach einer Impfung bemerkbar machen, in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung stehen. Beispielsweise kann auch eine vor der Impfung erfolgte Infektion, wie z.B. ein grippaler Infekt, die Ursache für plötzlich auftretendes Fieber sein.Bei Kindern unter 3 Jahren ist häufiger mit einer Fieberreaktion innerhalb von 48-(/2) Std. nach der Impfung zu rechnen.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach

letzte Änderung: 09.05.2016