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Masern

Impfschutz

Aufgrund der schwerwiegenden neurologischen Komplikationen einer Infektion mit dem Masernvirus wird eine Vorsorge durch Impfung empfohlen.

Nach der Geburt ist der Säugling noch für etwa sechs bis maximal neun Monate durch die Antikörper der Mutter vor einer Masernerkrankung geschützt, sofern sie die Masern hatte oder geimpft wurde. Üblicherweise wird die erste Masern-Impfung nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin zwischen dem vollendeten 11. bis zum 14. Lebensmonat von Ihrem Kinder- und Jugendarzt durchgeführt.

Die STIKO empfiehlt eine zweite Masern-Impfung, um einen zuverlässigen Schutz zu gewährleisten. Diese zweite Impfung sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen, sie kann bereits vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden. Meist wird bei beiden Impfungen ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln (MMR) wirkt.

Wurden die Impfungen nicht im vorgesehen Zeitraum durchgeführt, empfiehlt die STIKO, diese unbedingt bis zum 18. Lebensjahr des Kindes nachzuholen.
Aufgrund der großen Impflücken bei jungen Erwachsenen wird die MMR-Impfung nun auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen empfohlen, wenn sie in der Kindheit nur eine Impfung erhalten haben oder noch nicht geimpft sind bzw. der Impfstatus unbekannt ist.

Der Impfstoff wird aus abgeschwächten Masernviren (Lebendimpfstoff) hergestellt. Bei über 90% ist die Impfung erfolgreich, d.h. nach vier bis sechs Wochen sind Antikörper nachweisbar. Bei 5% der Geimpften treten – meist in der zweiten Woche nach der Impfung – nicht ansteckende „Impfmasern“ auf, die sich meist durch mäßiges Fieber, leichten Hautausschlag sowie Atemwegsbeschwerden bemerkbar machen.

Bei chronisch kranken Kindern mit einer Kontraindikation für die Impfung und Patienten mit angeborener oder erworbener Immunschwäche ist eine Masernprophylaxe mit humanen Antikörpern möglich.

In folgenden Situationen kann eine MMR-Impfung bereits ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen:

  • vor dem regelmäßigen Besuch in einer Gemeinschaftseinrichtung
  • nach möglichem Kontakt mit einem Masernkranken

Wenn die erste Impfung früher als mit 11 Monaten erfolgt ist, muss die 2. MMR-Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres verabreicht werden.
Bei einem Krankheitsausbruch sollten Kontaktpersonen, die nach 1970 geboren sind, mit unklarem Impfstatus eine Impfung erhalten. Bei Personen die vor 1970 geboren sind, kann man auf Grund der hohen Ansteckung der Masern davon ausgehen, dass sie die Erkrankung durchgemacht haben.

Stand der Ausrottung der Masern

Seit 1984 ist die weltweite Ausrottung der Masern ein erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Durch große, die regulären Programme unterstützende, Impfkampagnen wurden Erfolge erzielt, aber die vollständige Elimination in Europa bis zum Jahr 2000 verfehlt und auf 2010 verschoben und nicht erreicht. Bis 2015 sollten die Masern in Deutschland eliminiert werden. Auch dieses Ziel konnte nicht verwirklicht werden.

Auch wenn die Erkrankungszahlen seit 20 Jahren deutlich zurückgehen, gehört Deutschland zu den Ländern mit ungenügender Impfquote. Um eine Ausrottung zu erreichen, muss gemäß der WHO die Durchimpfung bei 95% für beide Dosen und weniger als 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner liegen (entspricht etwa 82 Erkrankten im Jahr). In den Ländern Skandinaviens, Slowenien und der Slowakei gelten Masern als vollständig eliminiert - dort werden entsprechende Durchimpfungsraten erreicht, denn die Masernimpfung ist in diesen Ländern Pflicht.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 23.03.2016