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Plötzlicher Kindstod (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome)


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Mediziner sprechen vom Plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome; kurz SIDS oder Sudden Unexpected Death in Infancy; SUDI), wenn ein zuvor gesundes Kind anscheinend unvorhersehbar zwischen dem 8. und 365. Lebenstag stirbt. Weitere Begriffe für dieses tragische Phänomen sind „Krippentod“ oder „Plötzlicher Säuglingstod“.

Eine einheitliche Ursache des Plötzlichen Kindstods konnte bis heute nicht gefunden werden, doch sind eine Reihe von Mechanismen und Risikofaktoren, die dazu führen können, mittlerweile bekannt, wie beispielsweise das Schlafen in Bauchlage oder Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft bzw. Stillzeit. Mit diesen Erkenntnissen konnte die Aufklärung der Eltern verbessert und die Zahl der Fälle deutlich verringert werden.

Waren laut Statistischem Bundesamt 1998 in Deutschland insgesamt 602 Kinder betroffen, nahmen die Fälle bis 2008 auf 220 ab. In Hessen sank die Zahl in diesem Zeitraum beispielsweise von 42 auf 18 Babys, in Rheinland-Pfalz waren es sogar 70% weniger bei 10 Todesfällen in 2008. Dennoch ist der Plötzliche Kindstod mit etwa 0,8 Fällen auf 1.000 Lebendgeburten weiterhin die häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr. In anderen europäischen Ländern liegt die Zahl niedriger: So wurden 2008 beispielsweise in den Niederlanden 0,1, in der Schweiz sowie Finnland jeweils 0,3 SIDS-Fälle auf 1.000 Lebendgeburten registriert. Auch dort wurde in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet.

Das Verhältnis Jungen zu Mädchen beträgt etwa 60:40. Zu mehr als 90% trifft es Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten, mit einer Häufung zwischen dem zweiten und vierten Monat. Nach Ende des ersten Lebensjahres tritt der Plötzliche Kindstod so gut wie gar nicht mehr ein.

Eine jahreszeitliche Häufung lässt sich ebenfalls feststellen: Etwa 65% der Kinder sterben in den Wintermonaten. Darüber hinaus ist ein Anstieg an den Wochenenden zu beobachten.

Über 90% der Kinder erleiden den Plötzlichen Kindstod während der Nacht bzw. in den frühen Morgenstunden.

Das individuelle Risiko eines Kindes, im ersten Lebensjahr plötzlich aus ungeklärter Ursache zu versterben, liegt derzeit etwa bei 1 : 3.000 Säuglingen. Da sich die Todesfälle auf Risikogruppen konzentrieren, kann mit einem sehr geringen Risiko für eine „Normalfamilie“ (1:10.000 Säuglingen) ausgegangen werden.

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