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Sonnenbrand / Sonnenallergie

Was ist zu beachten?

Halten Sie Babys unter einem Jahr komplett von der Sonne fern. Aber auch Kleinkinder dürfen wegen ihrer noch dünnen und pigmentarmen Haut nur sehr dosiert in die Sonne. Sie sollten sich viel im Schatten aufhalten – vor allem über die Mittagszeit. Denn abgesehen von den Schmerzen erhöht jeder Sonnenbrand im Kindesalter das Hautkrebs-Risiko im Alter. Daher gilt besonders bei Kindern: Wenig UV-Strahlung und ein guter Sonnenschutz – in Form von Schatten, Textilien und Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor – sind das A und O.

Symptome

Sonnenverbrannte Haut

Sonnenbrand

Etwa drei bis vier Stunden nach zu viel Sonnenbestrahlung wird die Haut rot, heiß, schmerzt und schwillt an. Die Haut ist gespannt und reagiert empfindlich auf Berührungen, später kommt meist Juckreiz hinzu. Bei einer schwereren Verbrennung bildet die verletzte Haut Blasen, die unbedingt vom Kinder- & Jugendarzt behandelt werden sollten. Vor allem dürfen Sie die Brandblasen nie selbst öffnen, da diese vor Infektionen schützen. Ein Sonnenbrand kann manchmal mit einem schlechten Allgemeinbefinden verbunden sein. Sollten Kreislaufprobleme und Fieber hinzukommen, gehen Sie mit Ihrem Kind zum Kinder- & Jugendarzt.

Sonnenallergie

Sollten Sie bei Ihrem Kind nach einem Sonneneinwirkung kleine Quaddeln, juckende Flecken oder Bläschen feststellen, so kann es sich um eine Sonnenallergie handeln. Bei Teenagern können auch akneartige Knötchen auftreten.

Auswirkungen

Jeder Sonnenbrand hinterlässt seine Spuren. Die obere Schicht der Haut erholt sich zwar schnell wieder, in der Tiefe der Haut brennt sich die übermäßige Sonneneinstrahlung aber unwiderruflich ein. Bei Menschen, die jedes Jahr einen oder sogar mehrere Sonnenbrände bekommen, addieren sich diese Schäden. Auf Dauer und vor allem, wenn in der Kindheit starke Sonnenbrände waren, kann daraus Hautkrebs entstehen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 100.000 Menschen am so genannten „schwarzen Krebs“. Hautschäden können allerdings schon entstehen, bevor sich ein Sonnenbrand entwickelt. Die Haut altert schneller und das Hautkrebsrisiko wächst. 

Es besteht vor allem bei Kindern auch die Gefahr eines Sonnenstichs oder einer Hitzeerschöpfung, die beide unbedingt einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Durch den Flüssigkeitsverlust und die starken Schmerzen kann es bei größeren Verbrennungen sogar zum Schock kommen. Aber schon bei kleineren Verbrennungen besteht immer die Gefahr, dass Bakterien eindringen. Kinder, die größere Flächen schmerzhaft gerötete Haut mit Fieber haben, müssen unbedingt zum Kinder- & Jugendarzt.

Therapie

Sonnenbrand
Bei sonnengereizter Haut hilft am besten Kühlen. Gut geeignet für die Linderung des Sonnenbrands sind kalte Umschläge mit Kamillen- oder Grüntee, Joghurt oder Quark. Tränken Sie bzw. bestreichen Sie fingerdick ein Küchentuch hiermit. Lassen Sie den Wickel mindestens 30 Minuten einwirken und erneuern Sie den Umschlag, wenn der kühlende Effekt nachlässt. Auch eine „Salatblatt-Auflage“ wirkt reizhemmend. Aloe-Vera-Lotionen oder -Gels kühlen und sind zusätzlich entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Achten Sie darauf, dass das Produkt für Kinder geeignet ist. Auch Lotionen mit Dexpanthenol oder Ringelblume können die Haut beruhigen.

Bei stärkeren Verbrennungen legt der Arzt Verbände mit antiseptisch wirksamen Salben und fetthaltiger Gaze an. Öffnen Sie nie Brandblasen selbst, sie schützen vor Infektionen. Auf keinen Fall dürfen Mehl, Puder oder Öl auf die verbrannte Haut kommen. Diese Hausmittel helfen nicht und erhöhen die Infektionsgefahr. Auch Fettsalben und Wärme sind bei akutem Sonnenbrand nicht geeignet.

Generell gilt: Bei einem großflächigen Sonnenbrand geht dem Körper viel Flüssigkeit verloren, deshalb muss Ihr Kind viel trinken! Außerdem sollte die geplagte Kinderhaut nicht zu schnell wieder der Sonne ausgesetzt werden.

Sonnenallergie
Bei einer akuten Sonnenallergie sollte Ihr Kind die Sonne unbedingt meiden. Wechseln Sie das Sonnenschutzmittel, dieses könnte durch eine Unverträglichkeit der Allergieauslöser sein. Feuchtkühle Umschläge lindern die Beschwerden und meersalzhaltige Kompressen oder Bäder den Juckreiz. Antiallergische Mittel wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Seien Sie dennoch mit diesen so genannten Antihistaminika vorsichtig bei kleinen Kindern, tragen Sie ein Antihistaminika-Gel ganz dünn auf.

Sollten bei Ihrem Kind ausgeprägte Reaktionen mit Ödemen (Gewebeschwellungen) auftreten, suchen Sie umgehend einen Kinder- & Jugendarzt auf!

Vorsorge

Sonnheut sollte weite Krempe besitzen.

Schützen Sie Ihr Kind konsequent vor der Sonne! Ein Sonnenhut mit breiter Krempe, um Nase und Ohren zu schützen, die richtige Sonnenbrille mit UV-Schutz und luftige Kleidung sind die ideale Ausstattung. Ziehen Sie Ihrem Kind luftige, helle Kleidung an, wie z.B. ein T-Shirt und Hosen, die über die Knie reichen, an. Die Schuhe sollten geschlossen sein. So können die so genannten Sonnenterrassen – Schultern, Knie und Fußrücken – vor den schädlichen UV-Strahlen geschützt werden. Babys sollten immer im Schatten bleiben. Ein Sonnenschirmchen aus festem UV-undurchlässigem Stoff ist hier in jedem Fall ratsam.

Cremen Sie Ihr Kind gut und rechtzeitig – mindestens 30 Minuten vor der Sonneneinwirkung und nach jedem Wasserkontakt – gründlich mit Sonnencreme ein. Verwenden Sie eine für Kinderhaut geeignete Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20! Für Kinder sind alkohol- und parfumfreie Cremes oder Lotionen empfehlenswert, weil diese die Haut weniger austrocknen als Gele oder Produkte auf Alkoholbasis. Die in Sonnenschutzmitteln enthaltenen Filtersubstanzen sind nicht unbegrenzt haltbar, achten Sie daher auf das Verfallsdatum!

Bedenken Sie, dass im Gebirge, in heißeren Klimazonen, bei Schnee, im Wasser oder an weißem Sand die Strahlenbelastung u. a. aufgrund der starken Sonnenreflexion höher und bei bedecktem Himmel oder Wind schwer einzuschätzen ist. Tabu sollte generell die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr sein. Achten Sie auch beim Autofahren auf wenig Sonneneinstrahlung.

Als Vorbeugung einer Sonnenallergie gewöhnen Sie Ihr sonnenempfindliches Kind am besten im Frühling und Herbst ganz langsam an die Sonne. Die Gabe von Beta-Carotin und Calcium ist ebenfalls empfehlenswert. Sprechen Sie über die generelle Einnahme und Dosierung im Vorfeld mit Ihrem Kinder- & Jugendarzt.

Autor: äin-red

letzte Änderung: 28.03.2016