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Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Was ist eine Neurodermitis?

Als Neurodermitis bezeichnet man eine chronische Entzündung der Haut, die in wiederkehrenden Schüben auftritt. Der Begriff stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man noch davon ausging, dass eine Entzündung der Nerven Ursache der Erkrankung sei. Er setzt sich aus den griechischen Worten für neuron = Nerv, derma = Haut und itis als allgemeine Wortendung für Entzündungen zusammen. Synonyme sind: atopisches Ekzem, endogenes Ekzem, Neurodermitis atopica oder atopische Dermatitis.

Neurodermitis
Neurodermitis-Patienten leiden unter starkem Juckreiz. (© dalaprod - Fotolia.com)

Neben der Nesselsucht (Urtikara) und Hautausschlägen bei Nahrungs- und Arzneimittelunverträglichkeiten zählt Neurodermitis zu den wesentlichen Hautkrankheiten, die einen starken Juckreiz auslösen. Neurodermitis ist bei Säuglingen und Kleinkindern die häufigste chronische Hauterkrankung. Experten gehen heute davon aus, dass eine Störung der Hautbarriere die Krankheitsursache ist.

Die Erkrankung tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf, die überwiegende Zahl der Patienten leidet unter einer leichten Form. Bei großer Ausdehnung mit entsprechendem Beschwerdebild kann allerdings die Lebensqualität nachhaltig eingeschränkt sein, Schul- und Arbeitsleistungen leiden. In der Regel zeigen sich erste Anzeichen schon im Säuglingsalter als Milchschorf (Wangenekzem). Dabei sind Juckreiz sowie eine trockene, schuppige Haut typisch für die Erkrankung. Mehr als 1/3 der Neurodermitiker leidet gleichzeitig unter Nahrungsmittelallergien. Später entwickelt sich häufig eine allergische Erkrankung der oberen (Rhinokonjunktivitis) oder unteren (Asthma bronchiale) Atemwege. Alle diese Erkrankungen gehören gemeinsam zum so genannten atopischen Formenkreis, auch Atopien, genannt. Atopie nennen Experten die erbliche Bereitschaft zu Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien.

Neurodermitis ist bislang nicht heilbar, zeigt aber glücklicherweise nach dem Säuglingsalter meist eine Tendenz zur Verbesserung oder zum vollständigen Verschwinden der Beschwerden. Mit verschiedenen Medikamenten sowie begleitenden Maßnahmen können die Beschwerden recht gut gelindert und der Verlauf günstig beeinflusst werden.

In Europa sind etwa ein Zehntel aller Kleinkinder von der Neurodermitis betroffen. Damit gehört die Neurodermitis zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Ulrich Wahn

letzte Änderung: 28.03.2016