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Hepatitis A

Was ist Hepatitis A?

Hepatitis A ist eine Entzündung des Lebergewebes aufgrund von Hepatitis-A-Viren, die mit grippeartigen Symptomen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen verbunden sein kann. Ist die Leber beteiligt, färben sich die Haut und die Augen gelb. Daher stammt auch die Bezeichnung „Gelbsucht“.

Gelbsucht
Bei Hepatitis A entzündet sich das Lebergewebe.

Knapp 11% der Kinder bis 18 Jahren haben in Deutschland eine Hepatitis-A-Infektion durchgemacht. Bei der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen ist der Anteil derjenigen, die sich bereits mit Hepatitis A infiziert haben, am höchsten: 20,5%. Bei Kindern kann die Erkrankung unbemerkt verlaufen. Mit zunehmendem Alter steigen die Beschwerden und die Komplikationsgefahr.Hepatitis-A-Viren sind sehr beständig und werden durch Schmierinfektion übertragen, z.B. über verunreinigte Lebensmittel. Aufgrund seiner Übertragungsweise ist die Verbreitung des Hepatitis-A-Virus besonders eng an hygienische Verhältnisse geknüpft. Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Hygienestandards in Deutschland noch mangelhaft waren, steckten sich die meisten Menschen bereits in ihrer Kindheit – meist unbemerkt – mit dem Virus an und erreichten dadurch Immunität. Nun im 21. Jahrhundert infizieren sich die meisten Menschen erst im Jugend- oder Erwachsenenalter, wenn sie in Länder mit weniger strengen Vorschriften für Sauberkeit, z.B. in der Gastronomie, reisen. Deshalb wird Hepatitis A auch als „Reisegelbsucht“ bezeichnet.

Insgesamt haben die Erkrankungszahlen bei Hepatitis A in den letzten 15 Jahren aufgrund verbesserter hygienischer Bedingungen in Europa abgenommen – von 15,1 Fällen pro 100.000 (1996) auf 2,51 pro 100.000 (2011). Ähnlich verhält es sich in Nordamerika.

Laut einer Schweizer Studie haben Urlauber aus Ländern wie der Schweiz oder Deutschland, in denen Hepatitis A kaum mehr verbreitet ist, ein 80%-iges Risiko, sich woanders mit der Reisegelbsucht anzustecken. Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet und kommt besonders häufig in Afrika, dem gesamten südöstlichen Mittelmeerraum, dem Vorderen Orient, Indien, weiten Teilen Südostasiens und Südamerikas vor. Eurosurveillance meldete beispielsweise eine Zunahme von Hepatitis-A-Fällen bei Europäern, die sich in Ägypten aufgehalten hatten. Keiner der Infizierten war - trotz der in den meisten Herkunftsländern geltenden Reiseempfehlungen - geimpft. Gelegentlich bilden heimgekehrte infizierte Reisende den Ausgangspunkt für kleinere Epidemien. Auch in Deutschland lebende Kinder mit Migrationshintergrund importieren Hepatitis A gelegentlich aus ihrem Herkunftsland. Oft bleibt die Quelle der Ansteckung jedoch unbekannt.
In Deutschland gibt es ebenso immer wieder Meldungen über verunreinigte Speisen als Auslöser für Krankheitsausbrüche, wie Speiseeis oder getrocknete Tomaten.

Jährlich werden etwa 800 Neuerkrankungen in Deutschland gemeldet (2012: 831, 2013: 780). Laut ECDC erkrankten 2011 in Europa (29 Länder der EU und EEA) etwa 13.000 Menschen an Hepatitis A. Die Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen war demnach am häufigsten betroffen. Die ECDC geht jedoch von einer großen Dunkelziffer bei den jüngeren Kindern aus, da bei ihnen eine Hepatitis A oft ohne Symptome verlaufen kann.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Ulrich Fegeler

letzte Änderung: 21.03.2016