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Borreliose (Lyme-Krankheit)

Was ist Borreliose bzw. die Lyme-Krankheit?

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch den Stich der Schildzecke (Ixodes ricinus) – besser bekannt als Holzbock - übertragen wird.

Der Begriff Borreliose stammt von dem Namen des verursachenden Bakteriums Borrelia ab. Der Ort Lyme in Connecticut/USA war Namensgeber, nachdem dort gehäuft Gelenkentzündungen infolge von Zeckenstichen auftraten.

Zecke mit Borreliose-Erreger
Borreliose-Gefahr: Zecken sind etwa ab 7 Grad Celsius aktiv (© Michael Tieck - Fotolia.com)

Borreliose ist in Europa, Nordamerika und Asien unterhalb von 1.500 Höhenmetern verbreitet. In Deutschland ist sie mit geschätzten 60.000 Neuinfektionen pro Jahr die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit, die flächendeckend mit lokalen Risikogebieten vorkommt. Das Infektionsschutzgesetz sieht allerdings keine bundesweite Meldepflicht vor. Borreliose ist lediglich in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine meldepflichtige Erkrankung aufgrund von Länderverordnungen, so dass nur für diese Bundesländer gesicherte Zahlen vorliegen:

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden dort insgesamt 16.460 Neuerkrankungen gemeldet. In den Jahren 2007 und 2009 war die Anzahl in Brandenburg, 2008 in Sachsen am höchsten. In den Altersgruppen zwischen 5 und 9 sowie 60 bis 64 Jahren gab es die meisten Patienten. Etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen waren Frauen, bei den unter 19-Jährigen war das Geschlechterverhältnis umgekehrt.

Da Zecken ab etwa 7 Grad Celsius aktiv sind, erfolgen Infektionen vornehmlich in der warmen Jahreszeit von März/April bis Oktober, wobei mehr als die Hälfte auf die Monate Juni bis September fallen.

Je nach Region sind 5 bis 35% der Zecken mit dem Bakterium verseucht. Etwa 1,5 bis 6% aller Zeckenstiche führen zu einer Infektion und bei 0,3 bis 1,4% tritt eine Borreliose mit erkennbaren Symptomen, hauptsächlich der Haut, der Gelenke und des Zentralen Nervensystems auf. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Dauer des Saugvorgangs auf der Haut deutlich an.

Nicht zu verwechseln ist Borreliose mit der ebenfalls durch Zecken übertragenen selteneren Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine durch ein Virus hervorgerufene Hirnhautentzündung. Borreliose und FSME können allerdings gleichzeitig beim Stich einer Zecke übertragen werden.

Autor: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Monika Niehaus

letzte Änderung: 28.03.2016