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Diabetes mellitus (Zuckererkrankung)
Allgemeines
Als Diabetes mellitus – auch „Zuckerkrankheit“ genannt - wird eine chronische Störung des Stoffwechsels bezeichnet, bei der die Konzentration des Blutzuckers (Glukose) zeitweilig oder ständig über dem Normalwert liegt.
Das typische Anzeichen, eine erhöhte Ausscheidung von Zucker im Urin, diente nicht nur bereits in der Antike als Diagnose, sondern gab dem Fachbegriff seinen Namen: Diabetes, ursprünglich aus dem Griechischen, abgeleitet für Harnruhr bzw. Durchfluss. Mellitus (lateinisch) heißt übersetzt „mit Honig versüßt“.
Im Wesentlichen werden zwei Diabetes-mellitus-Formen, Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes, unterschieden:
- Typ-1-Diabetes ist durch einen absoluten Mangel an dem lebenswichtigen Hormon Insulin gekennzeichnet. Obwohl nur etwa jeder 20. Diabetes-Patient am Typ-1-Diabetes leidet, ist er trotzdem die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. 90% aller Patienten sind jünger als 25 Jahre. So sind laut Schätzungen in Deutschland in der Altersgruppe der 0- bis 19-Jährigen etwa 21.000 bis 24.000 Kinder und Jugendliche betroffen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen unter den 0- bis 14-Jährigen mit 20,9 Fällen auf 100.000 nahezu verdoppelt, und dieser traurige Trend hält mit einer Steigerungsrate von 3 bis 5% jährlich unvermindert an. Typ-1-Diabetes ist derzeit noch nicht heilbar.
- Der Typ-2-Diabetes ist mit 90% aller Diabetes-Erkrankungen wesentlich verbreiteter. Es handelt sich dabei um einen relativen Mangel an Insulin, d.h., in der Bauchspeicheldrüse wird Insulin gebildet, aber die Zellen können es nicht weiterverarbeiten. Typ-2-Diabetes war bislang als „Altersdiabetes“ bekannt, da er häufig erst nach dem 40. Lebensjahr beginnt.
Alarmierend ist der Anstieg unter den Kindern und Jugendlichen, der parallel zur wachsenden Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen (Adipositas) in der Gruppe der 0- bis 20-Jährigen verzeichnet wird: 13% in dieser Altersgruppe gelten als übergewichtig, 6% als adipös, was eine Verdopplung gegenüber der Jahrtausendwende bedeutet. Waren 2002 noch 1,57 Kinder pro 100.000 neu an Typ-2-Diabetes erkrankt, sind es inzwischen 2,3 auf 100.000.
Durst, Bauchschmerzen, verstärkter Harndrang, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit können erste Anzeichen eines Diabetes mellitus sein.
Gefürchtet sind sowohl die akuten Komplikationen wie das diabetische Koma als auch die chronischen Folgeschäden. Diese Gefahren lassen sich aber durch rechtzeitiges Erkennen und eine konsequente Therapie verringern.
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