Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Sönke Hinz, Leester Str. 44, 28844 Weyhe - Leeste

Rachitisprophylaxe


Die Rachitis, auch Englische Krankheit genannt, führt durch unzureichenden Einbau von Calcium in den Knochen zur Knochenerweichung, damit zu Deformierungen des Skelettsystems und teilweise lebensbedrohlichen Stoffwechselstörungen. Die Erkrankung tritt vorwiegend im Säuglingsalter und in Ländern mit geringer Sonneneinstrahlung auf, wozu auch Deutschland gehört. Das Calcium, das hauptsächlich aus der Milchnahrung dem Körper zugeführt wird - Milch ist deshalb lebensnotwendig -, kann aber nur in den Knochen eingebaut werden unter Hilfe von Vitamin D. Der Organismus kann Vitamin D selbst herstellen; notwendig ist allerdings dazu eine ausreichende Sonnenbestrahlung der Haut (UV-Strahlung).

Seit Einführung der vorsorglichen Vitamin D - Behandlung in den ersten beiden Lebensjahren gibt es praktisch keine Rachitis mehr in Deutschland.

Sorgen Sie bitte deshalb dafür, daß Ihr Kind täglich während der ersten beiden Lebensjahre Vitamin D Tabletten erhält.




Cariesprophylaxe


Die tägliche Gabe von Fluor-Tabletten (in den ersten beiden Lebensjahren in Kombination mit Vitamin D) dient dazu, den Zahnschmelz der vorhandenen und der heranwachsenden Zähne zu härten. Der Zahnschmelz wird dadurch widerstandsfähiger gegenüber den Cariesbakterien, die ihn zerstören können. Die Fluorgabe verursacht bei Einhaltung der entsprechenden Dosierung keine Schäden. Allenfalls können in ganz seltenen Fällen weiße Flecken am Zahnschmelz entstehen (Zahnfluorose), meist bedingt durch Überdosierung.

In Ländern, wo eine generelle Cariesprohylaxe durch Fluoridierung des Trinkwassers betrieben wird, wie z.B. in der Schweiz , ist der Cariesbefall um 90% gesunken, in Deutschland auf Grund einer nur unzureichenden individuellen Cariesprophylaxe nur um 40-50%. Wir haben also noch großen Nachholbedarf.


Diese Empfehlung wurde bis zum Jahr 2000 von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, für Ernährung und Kinderheilhunde gemeinsam getragen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen lehnen die Zahnärzte die Fluorprophylaxe seit dieser Zeit in dieser Form ab und empfehlen lediglich eine lokale Prophylaxe durch Fluoridlackierung der Zähne, fluoridhaltige Zahnpasta, die zudem verschluckt werden soll, und Zufuhr von fluoridhaltigem Speisesalz - nach Meinung der Kinder- und Jugendärzte ein absolut unzureichendes und fragwürdiges Unterfangen, zumal Zahnpasta ein kosmetisches Mittel und kein Nahrungsmittel ist.


Die Kinder- und Jugendärzte empfehlen Ihnen weiterhin die kontinuierliche Gabe von Fluor-Tabletten als Cariesprophylaxe, vorausgesetzt der Fluoridgehalt des Trinkwassers liegt unter 0,3 mg/l. Sie wird im allgemeinen bis zum Durchbruch der bleibenden Zähne (ca.12 Jahre) durchgeführt und erfolgt in einer - dem Alter angepaßten - steigenden Dosierung. Später können die o.g. Maßnahmen der Zahnärzte zum Tragen kommen.


Allein durch die Fluorgabe kann der Cariesbefall nicht verhütet werden. Erforderlich ist eine ausreichende mindestens 2x täglich erfolgende Zahnhygiene, an die die Kinder frühzeitig gewöhnt werden müssen. Sobald der erste Zahn sichtbar ist, sollte er gepflegt werden. Eine Zahnbürste ist dafür zu Anfang nicht nötig. Es reicht ein Wattestäbchen. Die Zahnpflege sollte regelmäßig erfolgen, damit sie zur Tagesroutine wird.


Das größte Problem für den Zahnschmelz ist Zucker. Die immer vorhanden "Cariesbakterien" verwandeln ihn in Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und zerstören.

Vermeiden Sie deshalb – auch wenn es schwer fällt – Ihren Kindern die geliebten gesüßten Getränke oder Süßigkeiten „zwischendurch“ zu verabreichen. Getränke zwischen den Mahlzeiten - und vor allem vor dem Schlafengehen und nachts - sollten immer zuckerfrei und möglichst kalorienfrei sein, damit die Zähne Ihres Kindes nicht ständig von einer zuckerhaltigen Lösung umspült werden und Ihr Kind zu den Mahlzeiten auch etwas ißt.

Der ärgste Feind der Zähne ist die Nuckelflasche zwischendurch und das abendliche oder nächtliche Fläschen mit einem gesüßten Getränk.

Vermeiden Sie auch die häufige Gewohnheit, den Schnuller Ihres Kindes selbst in den Mund zu nehmen bevor Sie ihn Ihrem Kind zurückgeben. Sie können ungewollt Bakterien und Pilze übertragen. Spülen Sie ihn lieber mit Leitungswasser ab.



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