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Herausgeber:

Sönke Hinz, Leester Str. 44, 28844 Weyhe - Leeste

Hyposensibilisierung



Eine Allergie ist die Bereitschaft, auf körperfremde Substanzen (Allergene) überempfindlich zu reagieren. Durch den Kontakt der Allergene mit dem Organismus werden spezifische Antikörper im Überschuß gebildet, die zu den bekannten allergischen Symptomen wie z.B. Heuschnupfen oder Asthma führen.

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie stellt z.Zt. die einzige Möglichkeit dar, bestimmte allergische Erkrankungen ursächlich zu behandeln. Dabei werden dem Organismus die entsprechend vorher ausgetesteten Allergene in langsam steigender Konzentration zugeführt. In der Folge entwickelt sich eine zunehmende Toleranz (Gewöhnung) an das schädigende Allergen. Die Erfolgsrate bzgl. einer deutlichen Beschwerdebesserung liegt bei Pollenallergien bei 80-90%, bei Milbenallergien bei ca. 70%.

Die Behandlung erfolgt mittels Injektionen (Spritzen) unter die Haut der Streckseite des Oberarms und wird über einen Zeitraum von 3-4 Jahren durchgeführt. Bei der ganzjährigen Therapie werden die Injektionen bis zur Erlangung der Endkonzentration in wöchentlichen Abständen für etwa 4 Monate verabreicht. Anschließend betragen die Injektionsintervalle ca. 4-6 Wochen. Neben der Hyposensibilisierung durch Injektionen werden zunehmend auch sublinguale Hyposensibilisierungslösungen angeboten, wobei eine steigende Anzahl von Tropfen für 2 Minuten unter der Zunge belassen werden müssen. Die Studien zur Wirksamkeit dieser Form der Hyposensibilisierung sind jedoch noch sehr widersprüchlich, sodass z.Zt. noch keine allgemeine Empfehlung für diese Therapieform gegeben werden kann.

Voraussetzungen für die Durchführung einer Hyposensibilisierung:
  • exakte Diagnostik der Allergie mittels Anamnese, Hauttest, ggf. Laboruntersuchung und Provokationstest
  • Alter der Kinder mindestens 7 Jahre
  • Hyposensibilisierungsbeginn möglichst innerhalb der ersten 8 Jahre seit Auftreten der allergischen Symptome
  • Verpflichtung des Patienten bzw. der Eltern zu einer 3-4jährigen Therapie
  • Verpflichtung des Patienten bzw. der Eltern, nach der Injektion für 30 Minuten zur Überwachung in der Praxis zu bleiben
Kontraindikationen:
  • schwere akute Organerkrankungen
  • chronische Organerkrankungen
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • schwere Neurodermitis
  • Behandlung mit Beta-Blockern (bei bestimmten Herzerkrankungen oder Bluthochdruck)
  • Schwangerschaft
Nebenwirkungen:
  • Lokalreaktionen – gelegentlich – (Schwellung, Rötung, Juckreiz, Schmerzen und Knötchenbildung an der Injektionsstelle)
  • leichte Allgemeinreaktionen – selten – (Gesichtsschwellung, Schnupfen, Niesreiz, Augenjucken, Augentränen, Hautausschlag)
  • starke Allgemeinreaktionen – sehr selten – (zusätzlich Atemnot und Kreislaufbeschwerden)
  • Schocksymptomatik – extrem selten – (Blässe, Kreislaufstörung mit Blutdruckabfall, Angstgefühl, Herzklopfen, Bewusstlosigkeit)
Achtung: Erste Anzeichen für eine Schocksymptomatik bestehen in Juckreiz oder Brennen an Handtellern, Fußsohlen oder im Mundbereich.


Allgemeine Hinweise:
  • Treten nach der Injektion während der Überwachungszeit Befindlichkeitsstörungen irgendwelcher Art auf, melden Sie sich bitte sofort!
  • Treten keine Probleme auf, melden Sie sich bitte nach 30 Minuten bei einer meiner Mitarbeiterinnen, bevor Sie die Praxis verlassen.
  • Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre dürfen die Praxis nur mit einer älteren Begleitperson verlassen.
  • Sollte es nach Verlassen der Praxis zu Befindlichkeitsstörungen kommen, melden Sie sich bitte telefonisch in der Praxis, ggf. beim Vertretungsarzt oder dem ärztlichen Notdienst.
  • Zuhause sollten Sie im Besitz von Notfallmedikamenten sein – im Falle auftretender Spätreaktionen (z.B. Fenistil, Zyrtec oder ggf. Cortison)
  • Nach der Injektion sollten für einige Stunden – ggf. auch am nächsten Tag – verstärkte körperliche Aktivitäten wie Sport, Haus- oder Gartenarbeit vermieden werden.

Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich bitte jederzeit an mich oder meine Mitarbeiterinnen.

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