Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Dr. med. Matthias Krueger, Kinder- und Jugendarzt, 63911 Klingenberg

Vorgehen bei Durchfall oder Erbrechen

 Ich möchte Ihnen das Vorgehen aufschreiben, damit Sie zu Hause diese Maßnahmen durchführen und auch evtl. noch einmal nachlesen können.

Zunächst erfolgt die so genannte Wiederbewässerungs-Behandlung“. Bei dieser erhält Ihr Kind (eventuell nach der Gabe eines Zäpfchens gegen Erbrechen) von Ihnen für eine Zeit von drei Stunden eine Lösung, die sich wie folgt zusammensetzt:

100 ml Tee oder Wasser

1 großer Teelöffel Traubenzucker

1 kleine Prise Salz

Von dieser Lösung darf das Kind trinken, so viel es will; anfangs empfiehlt es sich, die Gabe langsam und in kleinen Schlucken erfolgen zu lassen. Diese Mischung enthält alles, was das Kind zurzeit braucht; sie wird im oberen Darm vollständig in den Körper aufgenommen. Was eventuell unten an dünnem Stuhl herauskommt, hat mit dieser Lösung nichts zu tun; ähnlich wie beim Schnupfen die Nase „läuft“, bildet der Darm vermehrt Schleim, der sich dann mit dem normalen Stuhl mischt und als Durchfall herauskommt.

Nach dieser Phase folgt die Wiederernährungs-Behandlung“: Dabei können voll gestillte Säuglinge wieder normal Muttermilch erhalten, auch die anderen Kinder bekommen die normale Ernährung, auf die sie Appetit haben.

Wenn in dieser Phase noch Durchfall auftritt, sollte dem Kind nach jedem auffälligen Stuhl die o.g. Wiederbewässerungslösung verabreicht werden. Dabei wird in der nächsten Stunde nach dem auffälligen Stuhl eine Menge von 5 ml pro Kilogramm des Kindes (also z. B. bei 10 kg schwerem Kind 50 ml) bei „matschigem“ Stuhl verabreicht; bei wässrigem Stuhl geben Sie 10 ml/kg (also in dem Beispiel 100 ml).

Bei Kindern über 20 kg Gewicht geben Sie bei „matschigem“ Stuhl 100 ml und bei wässrigem Stuhl 150 ml in der nächsten Stunde.

Wenn Bauchweh besteht, können Sie Ihrem Kind feucht-warme Leibwickel, Wärmflasche, Kirschkern- oder Dinkelkissen zur Linderung der Beschwerden auf den Bauch legen oder diesen sanft massieren.

Bei jeder erneuten Verschlechterung des Allgemeinzustands, bei hohen Temperaturen, bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall sollte das Kind wieder zur ärztlichen Kontrolle vorgestellt werden.


Auf eine andere Möglichkeit der Wiederbewässerung hat mich ein lieber Freund und Studienkollege wieder hingewiesen: es ist die Karottensuppe nach Moro. Die Wirkung dieser Suppe liegt einerseits in der Gabe der notwendigen Flüssigkeit, Energie und Salze, andererseits können Krankheitserreger an die sich beim Kochen bildenden speziellen Zucker gebunden werden, so dass sie nicht an der Darmschleimhaut weitere Probleme bereiten.

Wie können Sie die Karottensuppe herstellen? Sie lassen 500 g geschälte Karotten eine Stunde lang in einem Liter Wasser kochen, danach wird das Ganze mit einem Mixer püriert oder durch ein Sieb gedrückt. Nach erneutem Auffüllen mit Wasser auf eine Menge von einem Liter werden drei Gramm Kochsalz (das entspricht etwa  einem gestrichenen Teelöffel) dazugegeben.

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