Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Ulrich Gurr, Kinder- und Jugendarzt, 52064 Aachen

Medizinisches  Zentrum  Karlsgraben

Kinder- und Jugendarztpraxis Ulrich Gurr

I M P F P L A N

 

( August  2008 )

Wir richten uns bei unseren Empfehlungen fast ausschließlich  nach den – in Deutschland allgemein anerkannten – Vorgaben der „STIKO“ ( = Ständige Impfkommission , ein Organ des Bundesgesundheitsministeriums ), die  in regelmäßigen Abständen neue Empfehlungen veröffentlicht .

 

Ab der 6.Lebenswoche :

Impfung gegen Rotaviren* ( Schluckimpfung )

Je nach verwendetem Impfstoff 2 oder 3 Dosen im Abstand von jeweils 4 Wochen.

Diese Impfung kann simultan mit der Sechsfachimpfung  verabreicht werden .

Ab Ende des 2.Lebensmonats:

1.Sechsfachimpfung plus 1.Impfung gegen Pneumokokken

1 Monat später :

2.Sechsfachimpfung  plus 2.Pneumokokkenimpfung

Wieder einen Monat später :

3.Sechsfachimpfung  plus  3. Pneumokokkenimpfung

11. – 14. Lebensmonat :

1.Impfung gegen Masern,Mumps,Röteln u.Windpocken („MMRV“)

12. – 15.Lebensmonat :

Impfung gegen Meningokokken C ( einmalige Impfung )

13. – 15. Lebensmonat :

2. „MMRV“-Impfung

13. – 24. Lebensmonat :

4. Sechsfachimpfung  plus 4. Pneumokokkenimpfung

6. – 7. Lebensjahr :

Auffrischungsimpfung gegen Tetanus,Diphtherie und Keuchhusten

( frühestens 5 Jahre nach der letzten Sechsfachimpfung )

10.Lebensjahr :

Auffrischungsimpfung gegen Kinderlähmung

Ab dem 12.Lebensjahr :

Für alle , die bisher noch nicht gegen Hepatitis B geimpft worden sind: 3 x Impfung gegen Hepatitis B ( die 2.Impf. ca. 1 Monat , die 3. Impf. Ca. 6 – 12 Monate nach der 1.Impfung )

Ab dem 13 . – 14. Lebensjahr :

Erneute Auffrischungsimpfung gegen Tetanus , Diphtherie und Keuchhusten

Mädchen ab dem 12. Geburtstag ( vielleicht auch etwas später ) :

Impfung gegen Humane Papilloma-Viren ( „HPV“ )

( Erreger von Gebärmutterhalskrebs  bei Frauen im jungen und mittleren Alter)

Impfabstände : 0 , 2 , 6 Monate

Komponenten der Sechsfachimpfung: Tetanus (=Wundstarrkrampf) , Diphtherie , Keuchhusten , Poliomyelitis (=Kinderlähmung) , HIB ( = „Hämophilus Influenzae Typ B ,ein Bakterium , das bis zur Einführung der Impfung vor ca. 20 Jahren der weitaus häufigste Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung war) und Hepatitis B

Komponenten der Fünffachimpfung: hier fehlt die Komponente Hepatitis B

Rotavirus-Impfung: Rotaviren gehören zu den häufigsten – und gefährlichsten – Erregern von Brechdurchfall  weltweit. Auch wenn unsere wohlgenährten Kinder daran nicht mehr lebensbedrohlich erkranken ( ganz im Gegensatz zu denjenigen Kindern , die unter schlechten Lebensbedingungen aufwachsen müssen )  , so ist die Erkrankung auch hier oft mit Klinksaufenthalten inklusive Infusionstherapie etc. verbunden.

Meningokokken-Impfung : ca. 200 Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an einer Infektion mit Meningokokken der Gruppe C . Sehr viele sterben daran , andere überleben mit bleibenden Schäden , in jedem Fall ist eine solche Erkrankung eine schicksalhafte Katastrophe . Die modernen Impfstoffe gegen Meningokokken C schützen bereits nach einer einzigen Injektion mindestens 10 Jahre lang sicher vor der Erkrankung . Daher ist diese Impfung zu empfehlen .

Pneumokokkenimpfung: Pneumokokken verursachen sehr häufig Mittelohrentzündungen , häufig Lungenentzündungen und ganz selten eine besonders bösartige Form der eitrigen Hirnhautentzündung. Allerdings schützt der – gut verträgliche – Impfstoff nur gegen einen Teil der – sehr zahlreichen – Typen von Pneumokokken .

Windpockenimpfung: besonders indiziert ( und auch von den Kassen erstattet) bei allen Kindern und Jugendlichen ab 9 Jahren ! Auch Erwachsene , besonders Frauen , die schwanger werden wollen, und nicht sicher Windpocken gehabt haben sollten sich dringend impfen lassen .

Grippeschutzimpfung: bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen empfohlen , aber von den Kassen nur bezahlt bei schwerwiegenden Grunderkrankungen wie z.B. Herzfehler , Asthma bronchiale etc .

Impfung gegen „FSME“ : ( = Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis = Hirn- und Hirnhautentzündung ). Die Erkrankung wird durch ein Virus ausgelöst , mit dem die beißenden Zecken ggf. infiziert sind . Dieses Virus kommt in unserer Gegend nicht vor , dementsprechend auch nicht die Erkrankung . Eine Impfnotwendigkeit besteht bei Reisen in Gebiete mit hohem Risiko ( Kärnten , Schwarzwald , baltische Staaten usw.) bzw. bei längeren oder wiederholten Aufenthalten in Gebieten mit geringem Risiko ( weite Teile Bayerns zum Beispiel ). Die Entscheidung zur Impfung ist immer individuell zu treffen .

Die Erkrankung verläuft bei einem Großteil der Fälle als harmloser grippaler Infekt . Das Risiko einer Hirn-bzw.Hirnhautentzündung  ist bei Kleinkindern sehr gering , es steigt mit zunehmendem Alter . Am meisten gefährdet sind die Erwachsenen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen ( 0 , 1 , 6-12 Monate ).Die Frage der Bezahlung durch die Krankenkasse muß im Einzelfall geklärt werden .

Nebenwirkungen von Impfungen: Im Normalfall werden die Impfungen ohne besondere Nebenwirkungen vertragen. Fieber , Unruhe ,vermehrtes Schreien am Tag der Impfung und am Tag danach , aber auch lediglich vermehrtes Schlafen , sind nicht selten . Speziell bei Auffrischungsimpfungen kann eine lokale Impfreaktion ( Rötung , Schwellung , Schmerzen um die Einstichstelle herum ) am 1. + 2. Tag nach der Impfung auftreten . Alle diese Phänomene klingen innerhalb von maximal 3 Tagen nach der Impfung ab. Schwerwiegende Impffolgen sind extrem selten . Das Ausmaß von Nebenwirkungen ist nicht abhängig von der Anzahl der Komponenten in einem Impfstoff! Kombinationsimpfstoffe verringern die Anzahl von Impfnebenwirkungen !
Eine besondere Nebenwirkung tritt gelegentlich ( bei ca. 5% der geimpften Kinder ) nach der Masern-Impfung auf : die „Impfmasern“ ( 5 – 10 Tage nach der Impfung ),d.h. eine 1 – 3 Tage andauernde Episode mit Fieber , Hautausschlag und Husten , quasi „kleine“ Masern , nicht ansteckend und ungefährlich . Viel seltener gibt es auch „Impfmumps“ und „Impf-Windpocken“.

 

Impfabstände : Bei gleichartigen Impfungen und nach Lebendimpfungen ( Masern-Mumps-Röteln – Windpocken etc. )ist ein Mindestabstand von 4 Wochen einzuhalten .

 Juristisches : Impfungen bedürfen selbstverständlich der Einwilligung der Eltern , später des Impflings selbst. Stellen Sie alle Fragen , die Sie haben . Erklären Sie , wenn Sie sich ausreichend informiert fühlen und der Impfung zustimmen . Auch mit der Entscheidung , eine empfohlene Impfung nicht durchführen zu lassen , übernehmen Sie Verantwortung für eventuelle Folgen ! Eine solche Entscheidung wird von mir in der Krankenakte ausdrücklich dokumentiert.

 

Anfahrt

Aktuelle Meldungen