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Herausgeber:

Dr. Jutta Abendroth - Fachärztin für Kinderheilkunde & Jugendmedizin, Psychotherapie - Bonn

Neuro-Reflextherapie - Primitivreflexe

Jedes Kind entwickelt als Embryo und später als Säugling sog. Primitivreflexe, die in einem bestimmten Entwicklungsstadium entstehen, und dann wieder verschwinden sollten. Auf diese sog. Primitivreflexe bauen sich dann in der weiteren Entwicklung des Kindes die sog. Posturalen Reflexe auf.

Es gibt eine Reihe von solchen Primitivreflexen, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll.

Wichtig erscheint jedoch in diesem Zusammenhang, dass sich die auf die Primitivreflexe aufbauenden sog. Posturalen Reflexe nicht richtig entwickeln können, wenn die Primitivreflexe aus irgendwelchen Gründen persistieren.

Beispiele:

Wenn z.B. der Angstreflex, der sog. MORO Reflex persistiert, so können sich daraus später folgende Langzeiteffekte ergeben:

Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme, die insbesondere bei Ballspielen beobachtet werden können. Weiterhin typisch wären ängstliches Verhalten und Schreckhaftigkeit , Wahrnehmungsstörungen im auditiven und visuellen Bereich.

Diese Probleme beinhalten auch den persistierenden Tonischen Labyrinthreflex (TLR) , indem er die Installation der Kopfstellreflexe verhindert.

Ein persistierender PALMAR Reflex , bei dem der Säugling die Hand schließt, wenn auf seine Innenhand gedrückt wird, kann später in der Schule zu Schreibproblemen führen, indem das Kind Schwierigkeiten hat, den Bleistift korrekt zu halten. Ebenso können dadurch Sprachentwicklungsverzögerungen resultieren, da eine Verbindung zwischen Palmar-und Perioralreflex besteht.

In Hinblick auf die spätere schulische Entwicklung ist auch der Asymmetrische Tonische Nackenreflex (ATNR) von großer Bedeutung. Ein Kind, bei dem der ATNR-Reflex noch präsent ist, wird nicht krabbeln wollen und beim Gehen lernen Schwierigkeiten haben, sein Gleichgewicht zu halten.

Ebenso wird es Schwierigkeiten haben, die Mittellinie von einer Körperseite zur anderen zu überkreuzen. Dies wird sich auch auf die Augenbewegungen auswirken, was das Kind später beim fließenden Lesen behindert. Ebenso wird ein solches Kind Schwierigkeiten beim Schreiben haben.

Jedes mal wenn das Kind seinen Kopf dreht um auf das Blatt zu schauen, wird sein Arm die Tendenz haben, sich auszustrecken und die Finger werden sich öffnen wollen. Dies läuft darauf hinaus, dass längeres Handschreiben für das Kind zu einer enormen Anstrengung wird.

In diesem Zusammenhang ist der persistierende Symmetrisch Tonische Nackenreflex (STNR) bedeutungsvoll.

Die Haltung als Hinweis für einen noch vorhandenen STNR Reflex

 

 

  Im Sitzen arbeiten

  Die Lümmelhaltung

 

 Arme beim Sitzen durchgestreckt  Kopf auf Arme aufgelegt

Das Fortbestehen eines weiteren Reflexe, der Spinal Galant Reflex genannt wird, kann Bettnässen, Unruhe, schlechte Konzentration und ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis zur Folge haben.

In unserer Praxis versuchen wir, im Rahmen einer Neuro-Reflextherapie den Kindern zu helfen, indem wir bei der Behandlung an der Wurzel ansetzen, um die Ursachen für die Schulschwierigkeiten in den Griff zu bekommen.

Durch gezielte Reflextherapie-Übungen kann bewirkt werden, dass die Primitivreflexe ganz oder teilweise verschwinden und dass sich die daraus resultierenden Schwierigkeiten zurückbilden. Das funktioniert sogar auch noch bei Erwachsenen mit dem einzigen Unterschied, dass hier die Neuro-Reflextherapie längere Zeit in Anspruch nimmt, ehe die ersten Erfolge sichtbar werden.

Die speziellen Reflexübungen müssen täglich etwas 5 –10 Minuten unter 6-wöchentlichen Kontrolluntersuchungen durchschnittlich bis zu einem Jahr durchgeführt werden.

 

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