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17.07.2017

Zu viel Zeit vor dem Tablet kann die Sprachentwicklung verzögern

Die Anzahl der Smartphones und Tablets nimmt in Haushalten zu, und einige kleinen Kinder spielen mit diesen Geräten, noch bevor sie zu sprechen anfangen. Eine aktuelle Forschungsarbeit, die auf dem Pediatric Academic Societies Meeting im Mai 2017 in San Fransisco vorgestellt wurde, deutet darauf hin, dass diese Kinder möglicherweise ein höheres Risiko für Sprachverzögerungen haben könnten.

© nadezhda1906 - Fotolia.com

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An der Studie nahmen 894 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren zwischen 2011 und 2015 teil.

Bei ihrem Check-up mit 18 Monaten nutzten 20% der Kinder täglich Tablets, und dies durchschnittlich 28 Minuten lang, so die Angaben der Eltern. Mithilfe eines Screening-Tools für Sprachverzögerung ermittelten die Wissenschaftler, dass Kinder ein umso höheres Risiko für eine Sprachverzögerung hatten, je mehr Zeit sie den Aussagen ihrer Eltern zufolge vor dem Bildschirm verbrachten. Für jede halbe Stunde mehr, die Kinder vor einem Tablet saßen, errechneten die Forscher ein 49% höheres Risiko für eine Sprachverzögerung. Für andere Kommunikationsfähigkeiten, wie soziale Interaktionen, Körpersprache oder Gesten, gab es keine offensichtliche Verbindung zwischen der Zeit vor einem Bildschirm und einer Entwicklungsverzögerung.

"Tablets sind heute allgegenwärtig ", erklärte Studienleiterin Dr. Catherine Birken. "Während aktuelle pädiatrischen Leitlinien eine Begrenzung der Bildschirmzeit für Babys und Kleinkinder empfehlen, glauben wir, dass die Verwendung von Smartphones und Tablets bei kleinen Kindern sehr verbreitet ist. Dies ist die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Tablets und Ähnlichem und einem erhöhten Risiko für eine Verzögerung der Sprechfähigkeit der Kleinkinder nachweist."

Dr. Birken sagte, die Ergebnisse unterstützen die aktuelle Haltung der American Academy of Pediatrics, die von jedem Kontakt mit Bildschirmen bzw. Medien bei kleinen Kindern, die jünger als 18 Monate alt sind, abrät. Auch die BLIKK-Studie, an der der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte maßgeblich beteiligt war, warnt vor einen Zusammenhang zwischen einer intensiven Mediennutzung und Entwicklungsstörungen bei Kindern. So leiden den Ergebnissen der Studie zufolge Kinder bis zum 6. Lebensjahr vermehrt unter Sprachentwicklungsstörungen sowie motorisch Hyperaktivität, wenn sie die neuen Medien intensiv mutzen.

Mehr Forschungsarbeit ist nach Dr. Birken erforderlich, um zu verstehen, wie kleine Kinder mit den neuen Medien umgehen, welche Inhalte sie nutzen und wie sie sie verarbeiten. Auch sollte die Verbindung zwischen Bildschirmzeit und Sprachverzögerung sowie deren längerfristigen Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit weiter untersucht werden.

Quelle: medicalXpress, American Academy of Pediatrics, Pediatric Academic Societies Meeting 2017 (Abstract), Monatsschrift Kinderheilkunde



   


Autor: äin-red