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08.12.2014

Winter: Vitamin D kann möglicherweise Neurodermitis-Beschwerden lindern

Eine Studie mit mehr als 100 Kindern legt nahe, dass die tägliche Behandlung mit Vitamin D Neurodermitis-Beschwerden möglicherweise lindern kann, die besonders im Winter auftreten. Amerikanische Forscher stellten ihre Resultate zum Thema "Neurodermitis und Vitamin D" im Journal of Allergy and Clinical Immunology vor. Ähnliche Resultate konnten bereits von anderen Experten in einer Untersuchung an einer kleinen Gruppe von 11 Kindern in Boston beobachtet werden.

© dalaprod – Fotolia.com

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"Zwar wissen wir nicht, wie hoch der Anteil der Neurodermitis-Patienten ist, deren Symptome sich im Winter verschlimmern, aber das Problem ist weit verbreitet", erklärte Dr. Carlos Camargo, in einer Pressemeldung des Massachusetts General Hospital (MGH). Er vermutet, dass der Vitamin-D-Spiegel bei diesen Patienten niedrig ist. Seiner Meinung nach ist eine Vitamin-D-Gabe eine leicht durchführbare und nicht zu teure Methode, um die Beschwerden von vielen Betroffenen zu lindern.

Die atopische Dermatitis bzw. Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut. Sie ist unangenehm und macht Patienten anfälliger für bakterielle Infektionen. Die Symptome der Erkrankung - am häufigsten bei Kindern zu sehen - verschlechtern sich oft im Winter. Eine kontrollierte Bestrahlung mit UV-Licht, das die Vitamin-D-Produktion über die Haut anregt, ist eine übliche Behandlung bei schwerer atopischer Dermatitis. Doch die Therorie, dass Vitamin-D-Mangel zur saisonalen Verschlechterung der Symptome betragen könnte, hatte bisher wenig Beachtung gefunden – bis auf die kleine Studie in Boston, die die Hypothese bestätigen konnte.

An der aktuellen Studie, die in Zusammenarbeit mit dem National Dermatology Center in der Mongolei durchgeführt wurde, nahmen 107 Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren teil, die ambulant in der Hauptstadt Ulaanbaatar behandelt wurden. Die Probanden, die alle unter einer Verschlechterung der Symptome entweder bei kaltem Wetter oder im Übergang vom Herbst zum Winter litten, wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine tägliche Vitamin-D-Dosis von 1000 IE, während die andere ein Placebo einnahm – beides waren geruchlose, farblose und geschmacklose Tropfen. Weder die Eltern der Kinder noch die Betreuer wussten, welcher Gruppe die Teilnehmer angehörten.

Eine standardmäßige Beurteilung der Symptome der atopischen Dermatitis wurde zu Beginn und am Ende der einmonatigen Studie durchgeführt. Die Eltern wurden zudem befragt, ob sie eine Verbesserung der Neurodermitis-Anzeichen bei ihrem Kind bemerkten. Am Ende des Monats zeigten diejenigen Kinder, die Vitamin D bekommen hatten, eine durchschnittliche Verbesserung um 29% im Vergleich zu 16% bei der Placebo-Gruppe. Weitere Einschätzungen - einschließlich des Berichts der Eltern - zeigten ebenso eine signifikante Verbesserung bei Kindern der „Vitamin-D-Gruppe“.

Zu Beginn der Untersuchung konnte nicht festgestellt werden, ob die teilnehmenden Kinder unter einem Vitamin-D-Mangel litten. Aber laut den Autoren wurde eine noch größere Studie bei Kindern aus Ulaanbaatar zur gleichen Zeit durchgeführt. Diese stellte deutliche Vitamin-D-Mängel bei 98% der Probanden fest. Dies lässt vermuten, dass die Kinder in der Neurodermitis-Studie vermutlich auch von einem Vitamin-D-Mangel betroffen waren.

Zukünftige Untersuchungen sind noch erforderlich, um zu ermitteln, welche Rolle Vitamin D bei der Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit Neurodermitis spielen kann.

Quelle: Massachusetts General Hospital (ScienceDaily), Journal of Allergy and Clinical Immunology
 

 

 

Autor: äin-red