Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

18.11.2022

Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten nach Stopp durch Pandemie verbesserte psychische Gesundheit von Teenagern

Angstzustände und Depressionen nahmen bei Schülern und Schülerinnen wieder ab, nachdem sie nach dem Aktivitätenstopp durch die Pandemie wieder Sport treiben durften. Davon berichtete Forscher*innen bei einer Präsentation auf der AAP National Conference & Exhibition (7.-11.10.2022 in Anaheim, USA).

© matimix - Fotolia.com

© matimix - Fotolia.com

Co-Autor Dr. Drew Watson MD, MS, ist Mitglied der Abteilung für Orthopädie und Rehabilitation an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health und Mannschaftsarzt an der Leichtathletikabteilung der University of Wisconsin. Er stellte fest, dass der Sportverzicht bei jungen Menschen zu Beginn der Pandemie mit einem dramatischen Anstieg psychischer Probleme wie Depressionen und Angstzuständen verbunden war.

„Zu Beginn der COVID-19-Pandemie stellten wir fest, dass jugendliche Sportler über ein geringes Maß an körperlicher Aktivität und Lebensqualität sowie über ein sehr hohes Maß an Angstzuständen und Depressionen berichteten, nachdem kein Schulunterricht und Sport mehr stattfand“, sagte Watson gegenüber "Healio".

Watson und Kollegen verglichen die Ergebnisse von Umfragen, die von 13.002 jugendlichen Sportlern im ganzen Land im Mai 2020 ausgefüllt wurden, mit denen, die von 4.419 Teenagern im Mai 2021 beantwortet wurden.
Die Forscher*innen fanden heraus, dass der Anteil der Teenager, die über keine Angst berichteten, im Frühjahr 2021 deutlich höher war als im Frühjahr 2020 – 57,9% gegenüber 40,5%. Ähnliche Veränderungen konnten sie bei Depressionen beobachten, wobei der Anteil der Sportler*innen, die geringe bis keine Anzeichen angaben, von 38,4% im Jahr 2020 auf 62,1% im Jahr 2021 anstieg.

Im Jahr 2021 konnten die Schüler*innen sich laut eigenen Angaben auch deutlich mehr bewegen und empfanden mehr Lebensqualität.

"Das Aussetzen fast aller sportlichen Aktivitäten zu Beginn der Pandemie wurde von geringer körperlicher Aktivität und einem Mangel an Lebensqualität sowie einem erschreckend hohen Maß an Angstzuständen und Depressionen begleitet. Obwohl sich körperliche Aktivität, Lebensqualität und psychische Gesundheit mit der Rückkehr zum Sport verbesserten, sehen wir immer noch ein höheres Maß an Angstzuständen und Depressionen bei Heranwachsenden als vor der Pandemie. Dies deutet darauf hin, dass wir diesen Problemen in den kommenden Jahren große Aufmerksamkeit schenken müssen." „Das Wichtigste, was wir auf breiterer Ebene tun können, ist vielleicht, Menschen mit psychischen Problemen nicht auszugrenzen und ein Umfeld zu schaffen, das Gespräche über psychische Gesundheit mit jungen Sportlern erleichtert, damit wir gefährdete Personen identifizieren und ihnen die Hilfe zukommen lassen können, die sie benötigen“, so die Hoffnung von Watson.

Quelle: Healio, AAP National Conference & Exhibition, AAP Press Release






Autor: äin-red