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22.03.2019

Wie gut überleben Erreger in Aerosoltröpfchen?

Wie gut überleben Erreger in Aerosolen (kleine Wasserpartikel gemischt mit Luft), die durch Husten oder Niesen in der Luft verteilt werden? Dieser Frage gingen Dr. Mara Otero Fernandez von der Universität in Bristol und ihre Kollegen nach.

Die Übertragung von Krankheiten wie Erkältung, Influenza und Tuberkulose über die Luft betrifft jeden, denn ein Niesender oder Hustender kann durchschnittlich etwa 100.000 ansteckende Keime mit bis zu 160 km pro Stunde in der Luft verteilen.

Eine aktuelle Forschungsarbeit, die von Wissenschaftlern der University of Bristol, die im „Journal der Royal Society Interface“ veröffentlicht wurde, beschreibt eine neue Technik, die zum ersten Mal direkt die Umweltfaktoren (Luftfeuchtigkeit, Temperatur) untersuchen kann, die die Übertragung von Krankheiten und Bakterien bis hin zu einem einzelnen Aerosolpartikel beeinflussen.

Aerosoltröpfchen in der Luft sind ein typischer Übertragungsweg von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren.

Der Einfluss von Umweltfaktoren (wie relative Luftfeuchtigkeit, Temperatur und das Vorhandensein von Licht) auf die Lebensfähigkeit und Infektiosität von Krankheitserregern in Aerosoltröpfchen sind nach wie vor kaum erforscht.
Obwohl beispielsweise die saisonalen Schwankungen bei Influenza-Fällen bekannt sind, sind die Umgebungsfaktoren, die die Unterschiede bei der Übertragung des Virus in der Luft ausmachen, noch nicht ganz klar.
Um diesen Prozess besser zu verstehen, haben britische Wissenschaftler einen neuartigen Ansatz zur Bildung von Aerosoltröpfchen mit einer bestimmten Anzahl von Bakterien entwickelt, die dann eine Ansammlung bzw. Wolke dieser Tröpfchen mit genau bekannter Keimmenge bilden und anhand derer die Umwelteinflüsse über einen Zeitraum von fünf Sekunden bis zu mehreren Tagen simuliert und beobachtet werden können.

Die Aerosoltröpfchen werden dann vorsichtig auf einer Oberfläche gesammelt, um zu bestimmen, wie viele Bakterien in der Aerosolphase überlebt haben.
Die Studie berichtet über die Vorteile dieses Ansatzes gegenüber herkömmlichen Techniken. Mit der neuen Methode könnten nicht nur Messungen bis zu einem einzelnen Bakterium / einzelnen Aerosol durchgeführt werden, die nur eine sehr geringe Menge (Picoliter) erfordern, sondern es könnten auch Messungen der Lebensfähigkeit mit hoher Zeitauflösung (1 Sekunde) vorgenommen werden, so die Autoren. Und es seien erste quantitative Untersuchungen des Einflusses von bestimmten Faktoren auf das Aerosol (z.B. Verdampfung, Kondensation) und seine Lebensfähigkeit möglich.

Die Hauptautoren der Forschungsarbeit sind Professor Jonathan Reid und Dr. Allen Haddrell von der School of Chemistry der University of Bristol.

Professor Reid sagte: "Diese neue Technik ermöglicht letztendlich verfeinerte Messungen, um unser Verständnis darüber, wie viele Krankheiten übertragen werden, einschließlich Tuberkulose und Influenza, zu verbessern."

Quelle: University of Bristol Press Release, Journal of the Royal Society Interface


Autor: äin-red