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30.10.2019

Wie Eltern Sprache bei ihrem Kind von klein auf fördern können

Im Allgemeinen fangen Kinder ab einem Alter von ungefähr sechs Monaten an zu plappern und sagen ihre ersten Worte zwischen zehn und 15 Monaten. Die meisten Kinder beginnen mit ungefähr zwölf Monaten zu sprechen. Sie lernen dann immer mehr Wörter und fügen diese mit etwa 18 Monaten zu einfachen Sätzen zusammen. Eltern können schon sehr früh mit einfachen Maßnahmen einen positiven Einfluss auf die sprachliche Entwicklung des Kindes haben.

„Mutter und Vater sollten so viel wie möglich mit ihrem Kind im Alltag sprechen. Das benennen von Dingen, die das Kind sieht, und Dingen, mit denen es spielt, hilft ihm beispielsweise neue Wörter zu lernen“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Das gemeinsame Lesen von Bilderbüchern eignet sich besonders gut, um Kinder dabei zu unterstützen, ihre Sprachentwicklung anzuregen. In Bilderbüchern können Kinder über das Erkennen und Entdecken von anfangs einfachen Gegenständen und später komplexen Szenen-Bildern (z.B. im Schwimmbad; im Kaufhaus; auf der Baustelle etc.) die dazu gehörigen Worte kennenlernen. Neben dem Entdecken der Sprache fördert das gemeinsame Bilderbuchlesen auch die Aufmerksamkeit und das konzentrierte Zuhören. Später, wenn die Kinder schon Sprache verstehen und anfangen, über "Warum"- und "Wie"-Fragen Ursachen und Zusammenhänge ihrer Lebenswelt erkennen zu wollen, sollten Eltern geduldig antworten. Sie können dazu auch selber einfache Fragen stellen, die sich vom Kind nicht nur mit "Ja" oder "Nein", sondern nur mit kleinen Sätzen beantworten lassen. Wenn dabei „Wortsalat“ entsteht, sollten die Eltern das Kind nicht kritisieren, sondern den Satz mit einfacher Konstruktion und dem richtigen Wort wiederholen, z.B. „Ja, die Kartoffeln schmecken gut“ statt „Die Toffeln gut schmecken.“ 

Wachsen Kinder zweisprachig auf, hilft es ihnen, wenn Eltern die unterschiedlichen Sprachen „gut sortiert“ verwenden, d.h. nicht mitten im Satz zwischen den Sprachen wechseln. Idealerweise sprechen Vater und Mutter je eine Sprache zu einer bestimmten Zeit oder/und ein Elternteil spricht nur eine bestimmte Sprache – am besten seine Muttersprache.

Quellen: HNO (1, 2), medicalXpress/The Conversation
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red