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20.09.2022

Weltkindertag: Deutsche Leberstiftung warnt vor Lebererkrankungen bei Kindern als Folge der Corona-Pandemie

Das Motto des diesjährigen Weltkindertages am 20. September lautet „Gemeinsam für Kinderrechte“. Mit diesem Appell fordern UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk, die Rechte von Kindern konsequenter umzusetzen. Die Deutsche Leberstiftung nimmt den Weltkindertag und die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zum Anlass, auf das Recht auf Gesundheit der Kinder hinzuweisen.

© uwimages - Fotolia.com

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Jedes dritte Kind in der Altersgruppe der Zehn- bis Zwölfjährigen ist während der Corona-Pandemie dicker geworden. Die Deutsche Leberstiftung warnt vor möglichen Folgeerkrankungen wie beispielsweise nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) und fordert Gegenmaßnahmen.

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren 15% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Übergewicht betroffen – 6% sogar von Adipositas, also starkem Übergewicht. Die im Mai 2022 vorgestellten Ergebnisse einer repräsentativen Eltern-Umfrage der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und des Else Kröner-Fresenius-Zentrums (EKFZ) für Ernährungsmedizin zeigen, dass die Corona-Pandemie in Deutschland massive Auswirkungen auf die Kindergesundheit hat: Seit Beginn der Corona-Pandemie ist jedes sechste Kind dicker geworden, etwa die Hälfte bewegt sich weniger als vor der Pandemie und bei circa 25% der Kinder ist ein gesteigerter Verzehr von Süßwaren zu verzeichnen. Die Umfrage-Ergebnisse zeigen auch, dass es gravierende Unterschiede bei den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gibt und dass die Pandemie die gesundheitliche Ungleichheit weiter verschärft hat: Im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen aus einkommensstarken Familien sind doppelt so viele Kinder und Jugendliche, die aus einkommensschwachen Familien stammen, von einer Gewichtszunahme betroffen.

„Feind Nummer eins der Leber ist das ‚Metabolische Syndrom‘, zu dem Übergewicht und ein erhöhter Blutzucker gehören. Dieses kann zur nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung, der sogenannten NAFLD, führen. Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung soll an einer Fettleber leiden. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind die 55- bis 75-Jährigen, aber auch bei Kindern und Jugendlichen stoßen Ärzte und Ärztinnen immer häufiger auf eine Fettlebererkrankung“, erläutert Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und er ergänzt: „NAFLD ist mittlerweile die häufigste Lebererkrankung in Deutschland und wird bis 2030 einen großen Teil der Leberzirrhosen und des Leberzellkrebses bedingen.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt in ihrem Mitte 2022 veröffentlichten Sachstandsbericht Adipositas 2022 der Europäischen Region auf, dass die Zahl der Menschen mit Übergewicht und Adipositas in allen Teilen der Region mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen hat und immer weiter steigt: Aktuell sind 59% der Erwachsenen und fast ein Drittel aller Kinder zu dick. Die WHO geht davon aus, dass erhebliche Anstrengungen erforderlich werden, um Erwachsene und Kinder wieder zu einer gesünderen Lebensweise und mehr körperlicher Aktivität zu bewegen.

„Damit die Folgen der Pandemie nicht zum Problem für die Gesundheit einer ganzen Generation werden, brauchen wir zeitnah geeignete Therapie- und Aufklärungsangebote, die alle Gruppen gleichermaßen erreichen. Es wäre zu begrüßen, wenn die Themen Ernährung und Gesundheitskompetenz auf den Stundenplan kämen. Außerdem könnte eine Besteuerung von Zuckergetränken eingeführt werden. Auch Werbeeinschränkungen für ungesunde Lebensmittel wären sinnvoll,“ erklärt Prof. Manns. „Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen sollte der behandelnde Arzt auch eine Fettlebererkrankung abklären. Eine einfache Ultraschalluntersuchung kann bereits Leberveränderungen sichtbar machen. Darüber hinaus weisen auch erhöhte Leberwerte (GPT, GOT und GGT) auf eine Lebererkrankung hin. Eine rechtzeitig gestellte Diagnose, eine Behandlung sowie eine Ernährungsumstellung und Sport können bewirken, dass sich die Fettablagerungen in der Leber wieder zurückbilden.“
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(Rolf Kalus, externe Pressestelle, Deutsche Leberstiftung)
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Quelle: idw-online.de, Deutsche Leberstiftung



Autor: äin-red