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24.04.2019

Welt-Meningokokken-Tag (24.4.2019): Eltern sollten sich beim Arztbesuch umfassend über den Impfschutz aufklären lassen

Meningokokken-Infektionen zählen zu den schwersten und bedrohlichsten Infektionserkrankungen in Deutschland. 20-30% der Erkrankungen gehen auf Meningokokken C zurück und nur gegen diesen Erreger gibt es einen Impfstoff, der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfohlen ist. Der größere Anteil von Meningokokken-Infektionen wird hingegen durch Meningokokken B verursacht. Die Impfung gegen Meningokokken B wird noch nicht von der STIKO empfohlen, aber von vielen Krankenkassen erstattet.

„Eltern müssen wissen, dass die Impfung gegen Meningokokken C nur einen Teilschutz gegenüber einer Meningokokken-Infektion gewährt“, erläutert Dr. Brigitte Dietz, Mitglied in der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Erkrankungen mit Meningokokken verlaufen nicht selten mit dramatischen Folgen. „Meningokokken-Infektionen sind sehr gefürchtet, da sie nicht nur schwere eitrige Hirnhautentzündungen verursachen, sondern nicht selten sehr schnell zu schweren Komplikationen führen. Eine von 10 Erkrankungen endet dabei tödlich. Säuglinge, Kleinkinder und auch Jugendliche sind besonders gefährdet. Glücklicherweise erkranken in Deutschland nur etwa 300 Personen im Jahr an Meningokokken, doch manchmal verändern die Folgen das Leben der ganzen Familie“, warnt die niedergelassene Kinder- und Jugendärztin. Im Verlauf einer Erkrankung können auch schwere Blutvergiftungen auftreten, die – falls sie nicht rechtzeitig erkannt werden – zu Amputationen führen können. „Im Rahmen meiner Impfaufklärung in der Praxis informiere ich Eltern immer auch darüber, dass die in Deutschland empfohlene Impfung gegen Meningokokken C nur etwa gegen 20-30% der hierzulande auftretenden Infektionen schützt. Die meisten Meningokokken-Fälle werden aber durch den Serotyp B verursacht, wogegen wir auch impfen können. Diese Impfung wird aber nicht von allen Kassen erstattet. Es ist deshalb sinnvoll, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen“, rät Dietz.

Über 40 Krankenkassen erstatten die Impfung gegen Meningokokken B

Seit Einführung der neuen Impfung gegen Meningokokken B in Deutschland Ende 2013 sind mehrere Fälle von schweren Meningokokken-Erkrankungen bekannt geworden, bei denen Säuglinge und Kinder zwar gegen Meningokokken C geimpft, dann aber an den  Folgen einer Meningokokken-B-Infektion verstorben waren. Letztendlich müssen die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zusätzlich gegen Meningokokken B impfen lassen. Die Impfung gegen Meningokokken B wird bisher von über 40 Krankenkassen erstattet. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird darüber hinaus die Impfung gegen Meningokokken B öffentlich empfohlen.
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red