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19.09.2014

Wechsel in die Erwachsenenmedizin ist für Jugendliche mit chronischen Krankheiten besonders schwer

Niederländische Forscher bestätigen die Ergebnisse amerikanischer Experten, die zu dem Schluss kommen, dass der Übergang von der Betreuung durch den Kinder- und Jugendarzt zu einem Facharzt für Erwachsene (Transition) zu wenig organisiert ist und häufig mit einer schlechteren Überwachung der Krankheit einhergeht.

Etwa einer von fünf jungen Erwachsenen aus der Niederlande mit einer chronischen Erkrankung gab an, dass ihre Transition unbefriedigend war.
Die Wissenschaftler hatten 2006 518 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren mit chronischen Erkrankungen zur Qualität ihrer medizinischen Betreuung befragt. Nach sechs Jahren (2012) interviewten sie die Teilnehmer erneut zu ihren Erfahrungen mit dem Übergang in die Erwachsenenmedizin. Alle waren Patienten des Medical Centre-Sophia Children’s Hospital in Rotterdam, in den Niederlanden.

10% der jungen Erwachsenen wurden demnach immer noch in der Pädiatrie behandelt, 65% waren zur Erwachsenenmedizin gewechselt und 25% erhielten keine Behandlung mehr. Etwa die Hälfte der Patienten, die in die Erwachsenenmedizin überwiesen wurden, war zufrieden mit dem Übergang. Doch weniger als ein Viertel der Patienten dort, hatte vor dem Wechsel seine neuen medizinischen Ansprechpartner kennengelernt.

Den Aussagen der jungen Probanden zufolge war es für die Zufriedenheit von Bedeutung, ob die Behandlung patientenzentriert war und auf individuelle Gegebenheiten einging. Als besonders negativ empfanden junge Menschen es, wenn sie nicht in die Entscheidungen rund um den Transfer mit einbezogen wurden. 

Laut Professor Paul Sagerman von der Wake Forest University School of Medicine, der auch auf diesem Gebiet forscht, sind mehrerer Faktoren für eine gelungene Transition wichtig. Eine rechtzeitige Planung und Vorbereitung sowie die Zusammenarbeit zwischen pädiatrischen Spezialisten und Fachärzten in der Erwachsenenmedizin gehören u.a. dazu.

Quelle: HealthBehaviour News Service/newswise, Journal of Adolescent Health



Autor: äin-red