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12.04.2019

Wasserpfeifenrauchen birgt einige Gesundheitsrisiken

Forscher sind besorgt, weil bisherige Erkenntnisse darauf hinweisen, dass das Wasserpfeifenrauchen keineswegs harmlos ist.

© ramzi hachicho - Fotolia.com

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Das Rauchen von Wasserpfeifen bzw. Shishas hat sich in Europa und Nordamerika immer mehr verbreitet. Es gibt weltweit Millionen von Wasserpfeifenrauchern, und in den Vereinigten Staaten ist der Gebrauch von Wasserpfeifen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sogar häufiger als bei Erwachsenen. Es gibt zunehmend Hinweise dafür, dass das Rauchen von Wasserpfeifen die Herzfrequenz, die Blutdruckregulierung, die Sauerstoffversorgung des Gewebes und die Gefäßfunktion kurzfristig beeinflusst. Die langfristige Verwendung von Wasserpfeifen ist mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße verbunden. Im Rauch von Wasserpfeifen befinden sich auch mehrere schädliche oder potenziell schädliche Substanzen - häufig in höherer Dosierung als im Zigarettenrauch. Wasserpfeifenraucher haben ein höheres Risiko, zu Zigarettenrauchen zu werden als Nie-Raucher.

Vorwiegend junge Menschen nutzen Wasserpfeife

Experten sagen, dass die Eigenschaften der Wasserpfeife die Beliebtheit bei jungen Erwachsenen erklärt. Wasserpfeifentabak kann mit verschiedenen Geschmacksnoten wie Fruchtaromen konsumiert werden, was ein jüngeres Publikum anspricht. Die Geräte erzeugen auch einen feinen, aromatischen Rauch, der leichter und angenehmer riecht als Zigarettenrauch. Wasserpfeifen werden in schicken Cafés und Lounges geraucht, wodurch der Eindruck entsteht, dass es sich um eine soziale Aktivität handelt.

Während die Forschung über die gesundheitlichen Auswirkungen des Shisha-Rauchs immer noch am Anfang steht, deuten erste Ergebnisse darauf hin, dass er sicherlich nicht harmlos ist. "Bei bestimmten Karzinogenen und Giftstoffen ist die Dosis sogar höher als beim Rauchen von Zigaretten", warnte Dr. Wasim Maziak, Professor und Leiter der Abteilung für Epidemiologie an der Florida International University in Miami. Zu den Giftstoffen gehören auch Schwermetalle wie Chrom, Nickel, Cobalt und Blei.

Verschiedenes Rauchverhalten

„Während Shisha-Raucher seltener rauchen als Zigarettenraucher, dauern ihre Sitzungen länger an: im Durchschnitt etwa 30 Minuten bis eine Stunde im Vergleich zu einer fünfminütigen Zigarettenpause. Dies verlängert die Exposition gegenüber Giftstoffen und schädlichen Chemikalien, so Maziak. Auch bei der Suchtgefahr ist die Shisha nicht weniger risikoreich als die Zigarette.
Tabak wird bei der Wasserpfeife bei niedrigen Temperaturen verschwelt, dabei entsteht giftiges Acetylaldehyd, Acrolein oder Benzol in hohen Dosen. Aus dem zugesetzten Zucker und Sirup bilden sich beim Verschwelen krebserzeugende und schleimhautreizende Substanzen.

Mary Rezk-Hanna, Assistenzprofessorin an der UCLA School of Nursing, erklärte, dass es nicht genügend Informationen über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des Wasserpfeifenrauchens gibt. "Obwohl wir wissen, dass langfristiges Zigarettenrauchen die kardiovaskuläre Gesundheit schädigt und es nahe liegt, dass das Gleiche für das Rauchen der Wasserpfeife gilt, muss es noch untersucht werden", ergänzte sie.

Nutzen mehrere Menschen gemeinsam eine Wasserpfeife, besteht die Gefahr sich mit Krankheiten, wie Herpes, Gelbsucht oder Tuberkulose, anzustecken.

Rechtliche Lage

An Minderjährige (unter 18 Jahre) dürfen in Deutschland seit dem Jahr 2016 keine Tabakerzeugnisse, E-Zigaretten, Shishas oder Ähnliches verkauft werden. Wer noch nicht volljährig ist, darf zudem diese Produkte nicht in der Öffentlichkeit konsumieren.

Quelle: BZgA, American Heart Association (AHA), Circulation






Autor: äin-red