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04.09.2005

Was schmeckt auf dem Pausenbrot?

Zwischenmahlzeiten in der Schule sind wichtig, damit Kinder den langen Vormittag gut überstehen. Die Bonner Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Birgitta Tummel gibt Eltern Tipps für ein gesundes und abwechslungsreiches Pausenbrot... 

Vokabeln und das Einmaleins machen hungrig. Die Bonner Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Birgitta Tummel gibt Eltern Tipps, wie sie das Pausenbrot ihrer Kinder gesund und abwechslungsreich gestalten können.

Viele Kinder lehnen es nach der ersten Klasse ab, ein Pausenbrot mitzunehmen. Sie sagen, sie hätten keinen Hunger in der Schule. Sollten Eltern da nachgeben?
Prinzipiell sollten jedes Kind und jeder Jugendliche ein Pausenbrot haben. Auch die meisten Lehrer überstehen den Schulvormittag nicht ohne Zwischenmahlzeit. Ob diese von zu Hause mitgebracht wird oder in der Schule gekauft wird, hängt vom Angebot der Schule ab.

Woraus sollte denn das Pausenfrühstück bestehen?
Das hängt davon ab, wie alt das Kind ist, wie reichhaltig das erste Frühstück zuhause ausgefallen ist und wie lange der Schultag ist. Als Faustregel gilt: Erstes und zweites Frühstück sollten zusammen ca. ein Drittel der täglichen Energie- und Nährstoffmenge liefern. Wenn ein Kind beispielsweise zu Hause schon zwei Scheiben Brot mit Belag oder eine große Schale Müsli gefrühstückt hat, kann ihm in der Schule ein Viertel Liter Milch und etwas Obst reichen. Andersherum gilt das Gleiche: Wenn die Zeit zu Hause nur für ein Glas Milch gelangt hat, sollte das Schulfrühstück entsprechend üppiger ausfallen und ein bis zwei Scheiben Brot mit Belag sowie etwas Obst oder Gemüse als Beilage umfassen.

Wie vermeide ich, dass das Schulbrot wieder zurückkommt?
Am besten fragen Sie Ihr Kind morgens, was es auf das Pausenbrot möchte. Ältere Kinder können sich ihr Schulbrot selbstverständlich auch selber schmieren. Bei warmer Witterung sollte ein fettarmer Belag, wie gekochter Schinken oder Putenbrust, gewählt werden, der auch nach mehreren Stunden noch appetitlich ist. Durch ein paar Gurkenscheiben, Apfelspalten oder Salatblätter schmeckt das Brot besonders frisch. Erfahrungsgemäß kommen auch kleine Beilagen gut an. Um Abwechslung zu gewährleisten, können Sie sich dabei vom saisonalen Angebot leiten lassen: eine Hand voll Pflaumen oder Trauben im Herbst, Möhren-, Apfel- oder Birnenstücke im Winter, Radieschen und Kohlrabi im Frühjahr oder Beeren, oder Paprikastreifen zum Beispiel im Sommer. Allein die Farbkombinationen machen so schon Appetit. Auch eine zweckmäßige Verpackung verhindert, dass das Pausenbrot im Papierkorb landet. Dabei bietet sich eine stabile Kunststoffdose besonders an. Darin behalten Pausenbrote auch in der vollen Schultasche die Form und außerdem ist sie umweltfreundlich, da sie mehrere Schuljahre überlebt.

Welche Getränke sind für Schulkinder und Jugendliche geeignet und welche Tipps gibt es dabei für den Transport?
Die besten Durstlöscher sind Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees und Saftschorlen im Verhältnis 1:1 oder mehr verdünnt. Für den Transport eignen sich robuste Aluminiumflaschen besonders, die es inzwischen in verschiedenen Größen gibt. Milch und Säfte sind keine Durstlöscher im eigentlichen Sinne, sondern aufgrund ihres Kaloriengehalts eher eine Zwischenmahlzeit. Gerade in der Schule bietet es sich aber an, mit der Schulmilch zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Neben Flüssigkeit enthält die Schulmilch ausreichend Energie für eine Zwischenmahlzeit und außerdem entfällt das Transportproblem.

Was halten Sie von Süßigkeiten beim Schulfrühstück?
Viele Grundschulen bitten die Eltern, ihren Kindern keine Süßigkeiten mit in die Schule zu geben, da dies z. B. zu Neid bei den Mitschülern führt. Daran sollte man sich selbstverständlich halten. Ansonsten kann man durchaus schon einmal eine kleine Aufmerksamkeit als Beilage zum Pausenbrot einpacken, wie ein Stück Schokolade oder einige Kekse, zum Beispiel wenn eine schwere Klassenarbeit ansteht. Bedenken Sie aber, dass in der Schule die Möglichkeit zum Zähne putzen meist nicht gegeben ist und vermeiden Sie deshalb in jedem Fall besonders klebrige Süßigkeiten.

Autor: äin-red