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23.03.2021

Vorschulkinder: Mehr körperliche Fitness anscheinend mit besseren geistigen Leistungen verbunden

Schon bei Vorschulkindern ist eine gute kardiorespiratorische Fitness (Herz- und Lungenleistung während körperlicher Aktivität) mit einem besseren Abschneiden bei kognitiven Tests verbunden.

© Mikkel Bigandt - Fotolia.com

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Amerikanische Forscher berichten, dass 4-bis 6-jährige Kinder, die während einer festgelegten Zeit (6 Minuten) weiter gehen können als ihre Altersgenossen - eine Methode zur Abschätzung der kardiorespiratorischen Gesundheit - auch bei kognitiven Tests und anderen Messungen der Gehirnfunktion besser abschneiden. Die im „Journal of Clinical Medicine“ veröffentlichte Studie legt nahe, dass der Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness und intellektueller Gesundheit bereits früher im Leben erkennbar ist als bisher angenommen.

Die meisten Studien über die Verbindung zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit konzentrierten sich auf Erwachsene Jugendliche oder Schulkinder, berichtete Doktorandin Shelby Keye, die die Untersuchung mit Professor Naiman Khan von der Universität Illinois durchführte. Bisher hätten viele wissenschaftliche Arbeiten positive Zusammenhänge zwischen der aeroben Trainingskapazität eines Menschen und seinen akademischen Leistungen sowie kognitiven Fähigkeiten gefunden, sagte sie. Diese Studien haben bei älteren Kindern und Erwachsenen gezeigt, dass eine höhere kardiorespiratorische Fitness der relativen Größe und Konnektivität (Vernetzung) von Gehirnstrukturen entspricht, die für die kognitive Kontrolle wichtig sind.

"Aber es ist noch nicht bekannt, zu welchem Zeitpunkt in der Entwicklung der Kindheit sich diese Beziehung herauskristallisiert", so Keye.

Schlechte Fitness, schlechte schulische Leistungen?

Um die Beziehung zwischen kardiorespiratorischer Fitness und Gehirngesundheit bei 59 Kindern im Vorschulalter besser zu verstehen, ließen die Forscher die Kinder an mehreren Proben teilnehmen. Die Teilnehmer gingen in sechs Minuten so weit wie möglich, ein Test, mit dem die Forscher ihre kardiorespiratorische Kondition abschätzen konnten. Ein anderer Test gab dem Team ein Maß für die intellektuellen Fähigkeiten jedes Kindes, und eine computergestützte Aufgabe maß, wie gut sich jedes Kind auf den wichtigen Teil eines Bildes konzentrieren konnte, während es ablenkende Informationen ignorierte. Die Teilnehmer nahmen auch an einer computergestützten Aufgabe teil, bei der sie ihre Antworten ändern mussten, je nachdem, ob Blumen oder Herzen auf dem Bildschirm erschienen - ein Maß für die geistige Flexibilität.

Eine Untergruppe von 33 Kindern unterzog sich auch an einer Höraufgabe, bei der Kinder auf bestimmte Geräusche und nicht auf andere reagieren mussten, während sie eine EEG-Kappe trugen. Das EEG maß die elektrische Aktivität während der kognitiven Kontrollaufgabe.

"Das EEG bietet eine nicht-invasive Möglichkeit, die Fähigkeit von Kindern zu messen, trotz Ablenkungen etwas Aufmerksamkeit zu schenken und Informationen in Echtzeit zu verarbeiten, wenn sie Aufgaben erledigen", verdeutlichte Keye.

Statistische Analysen ergaben einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Fitness der Kinder und ihren kognitiven Fähigkeiten und ihren Gehirnfunktionen, fassten die Forscher zusammen.

"Vorschulkinder mit einer höheren geschätzten kardiorespiratorischen Fitness hatten höhere Punktzahlen bei Tests, die die allgemeinen intellektuellen Fähigkeiten untersuchten, und konnten sich besser sprachlich ausdrücken", so Keye. "Sie schnitten bessere bei computergestützten Aufgaben ab, die Aufmerksamkeit und Multitasking-Fähigkeiten erforderten. Beim Lösen der computergestützten Aufgaben zeigten sie das Potenzial für schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeiten und eine größere Ressourcenzuweisung im Gehirn.

Die Studie belegt nicht, dass die kardiorespiratorische Fitness die kognitiven Fähigkeiten bei kleinen Kindern verbessert, sondern trägt zu einer wachsenden Zahl von Beweisen bei, dass beide eng miteinander verknüpft sind - selbst bei Kindern ab vier Jahren, so die Forscher.

Quelle: EurekAlert! University of Illinois, Journal of Clinical Medicine



Autor: äin-red