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08.05.2019

Vorlesen: Gedruckte Bücher eignen sich besser als E-Books

Besonders förderliches „interaktives“ Vorlesen gelingt einer amerikanischen Untersuchung zufolge besser mit gedruckten Büchern als mit E-Books. Eltern und Kleinkinder sprechen bei der Verwendung von elektronischen Büchern demnach weniger miteinander und zeigen weniger Interaktionen, auch wenn die Geschichten im E-Book oder auf einem Tablet zusätzlich mit Tönen und Animationen versehen sind.

„Aus vergangenen Studien ist bekannt, dass ‘interaktives Vorlesen‘ schon sehr früh die sprachliche sowie geistige Entwicklung des Kindes fördert und auch die Bindung zum Vorleser stärkt. Interaktives Vorlesen bedeutet, dass Eltern beim Vorlesen auf Äußerungen des Kindes zu reagieren; Fragen stellen, wie z.B. welche Laute ein dargestelltes Tier macht; auf ähnliche Dinge oder Situationen verweisen, die das Kind schon erlebt hat usw.“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Mit E-Books interagieren die Eltern und Kinder nicht nur weniger, sondern Eltern neigen dazu, mehr über die Technologie zu sprechen als über die Geschichte. So beobachteten die amerikanischen Forscher, dass Eltern z.B. ihre Kinder zum Teil ermahnten, auf dem Tablet/E-Book keine Tasten zu drücken, nicht zu „wischen“ oder nicht die Lautstärke zu ändern. „Der Austausch zwischen Eltern ist besonders wichtig für Kleinkinder, da sie neue Informationen durch persönliche Interaktionen besser erlernen und sich eher einprägen als Inhalte, die sie bei digitalen Medien – eher passiv - wahrnehmen“, so Dr. Fegeler.

Quellen: AAP News, Michigan Health Lab News, Pediatrics
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

Autor: äin-red