Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

12.01.2009

Vitamin-D-Mangel hemmt in der Pubertät das Wachstum und fördert die Gewichtszunahme

Heranwachsende mit einem Vitamin-D-Mangel sind laut einer amerikanisch-kanadischen Studie kleiner gewachsen, wiegen mehr und leiden häufiger unter vermehrtem Bauchfett als ihre Altersgenossen mit einem gesunden Vitamin-D-Status. Die Vorstufen von Vitamin D können mit der Nahrung (z.B. mit Fischen) aufgenommen werden oder der Körper bildet es mit Hilfe von Sonnenlicht selbst...

Laut einer amerikanisch-kanadischen Studie kann Vitamin-D-Mangel bei Mädchen während der Pubertät das Wachstum hemmen und zu Übergewicht führen. Die Vorstufen von Vitamin D werden als Provitamine mit der Nahrung (z.B. aus Fischen) aufgenommen oder mit Hilfe von Sonnenlicht im Körper selbst gebildet. „Bei Erwachsenen ist ein Vitamin-D-Mangel häufig. Studien wiesen hierfür einen Zusammenhang mit vermehrtem Auftreten von Osteoporose, Krebserkrankungen und Übergewicht nach. Darüber, welche Folgen Vitamin-D-Mangel bei Jugendlichen haben kann, ist noch wenig bekannt“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Die Forscher um Dr. Richard Kremer untersuchten 90 Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 12 und 22 Jahren. Ein Vitamin-D-Mangel ließ sich durch einen einfachen Bluttest nachweisen. Demnach waren die Heranwachsenden mit einem Vitamin-D-Mangel körperlich kleiner, wiesen im Mittel höhere Körpergewichte mit einem höheren Body-Mass-Index auf und litten häufiger unter vermehrtem Bauchfett als diejenigen mit einem gesunden Vitamin-D-Status. Einen Einfluss auf die Knochendichte - wie bei Erwachsenen - konnten die Wissenschaftler aber nicht nachweisen. „Übertriebenes Sonnen ist zwar schädlich, aber gerade in der Wachstumsphase sind Bewegung draußen an der frischen Luft und eine gesunde vitaminreiche Ernährung besonders wichtig. Im Winter sind dreimal wöchentlich etwa zwanzig Minuten im Freien für die Vitamin-D-Produktion nötig, im Sommer reichen 5 bis 15 Minuten. Vitamin D ist enthalten in fettem Fisch (wie z.B. Lachs, Forelle, Hering, Thunfisch), Pilzen, Spinat, Eiern, Milch und Vollkornprodukten“, so Dr. Fegeler.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Kinder und Jugendliche (von einem Jahr bis zu 18 Jahren) einen Verzehr von 5µg (Mikrogramm) Vitamin D pro Tag. Eine Menge von 5µg Vitamin D decken 250g Champignons ab. 100 g Thunfisch liefern ebenso 5µg Vitamin D, 100 g Hering sogar 23 Mikrogramm des lebenswichtigen Vitamins. Vitamin D ist relativ hitzestabil, so dass Braten und Garen dem Vitamin wenig schaden. Lange Lagerungszeiten verringern jedoch die Bioverfügbarkeit, da das Vitamin gegenüber Sauerstoff und Licht instabil ist.

Autor: äin-red