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11.08.2020

Virenwächter-Studie an Münchner Kindertagesstätten und Grundschulen zeigt keine Corona-Neuinfektionen

Die Münchner Virenwächter-Studie ist ein SARS-CoV-2-Sentinel-Projekt, das die schrittweise Öffnung an zehn Städtischen Grundschulen und Kindergärten seit Ende der Pfingstferien fünf Wochen lang bis zum 31. Juli begleitete. Ziel des Projektes war, den Öffnungsprozess der Einrichtungen wissenschaftlich zu untersuchen, mögliche Infektionen mit SARS-CoV-2 rasch zu erkennen und den teilnehmenden Einrichtungen und somit den Eltern und Betreuern ein gewisses Maß an Sicherheit vermitteln zu können. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführt.

© famveldman - stock.adobe.com

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Ein Studienteam um Dr. med. habil. Ulrich von Both und Dr. Tilmann Schober (Abteilung für pädiatrische Infektiologie der Kinderklinik und Kinderpoliklinik am Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums) sowie Dr. med. Martin Hoch (LGL) begleitete fünf Wochen lang die schrittweise Öffnung von Städtischen Grundschulen und Kindergärten in München. Pro Woche wurden nach dem Zufallsprinzip 20 Kinder und fünf Betreuer (Lehrer*innen bzw. Erzieher*innen) auf das SARS-CoV-2-Virus mittels PCR-Diagnostik getestet – alle Testergebnisse waren negativ. „Das zeigt uns, dass die vorsichtige und schrittweise Öffnung der Einrichtungen in diesem Zeitraum sowohl für die Kinder und deren Familien als auch für das betreuende Personal an den Grundschulen und Kindergärten sehr sicher war“, erklärte Studienleiter Dr. von Both. „Da es in diesen 5 Wochen bei wöchentlicher Testung keinen einzigen positiven Fall gab, können wir weiter keinen Anhaltspunkt dafür entdecken, dass Kinder zu den Hauptüberträgern des neuartigen Coronavirus zählen.“

Über 1.000 Proben analysiert

Die erste Testwoche begann am 22. Juni 2020. Bis Ende Juli wurden insgesamt 1.000 Kinder im Alter von eins bis zehn Jahren sowie 250 Lehrer*innen und Erzieher*innen getestet. Die zehn teilnehmenden Einrichtungen wurden zufällig ausgewählt, wobei der Fokus neben den Grundschulen auf ‚Häuser für Kinder‘ gelegt wurde, um die Altersgruppe KiTas und Kindergarten (Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren) abbilden zu können. „Die Wochen bis zum Beginn der Sommerferien boten zudem einen idealen Untersuchungszeitraum, um Daten zu erheben, die als Grundlage für die Planungen des folgenden Schul- und Kindergartenjahrs nach der Sommerpause dienen.“ erklärt Dr. Hoch vom LGL.

Hygienemaßnahmen und Sicherheit

Die Hygienemaßnahmen, die in den jeweiligen Einrichtungen nach Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus (Grundschulen) bzw. des Referats für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München (KiTas und Kindergärten) umgesetzt wurden, tragen dazu bei, das Infektionsgeschehen gering zu halten. „Zudem hat die intensive Begleitung durch unser Studienteam den Eltern und Betreuern ein zusätzliches Maß an Sicherheit gegeben, da wir wöchentlich in den Einrichtungen getestet und die Ergebnisse zeitnah mitgeteilt haben“, so Dr. von Both. Aufgrund der durchweg positiven Resonanz seitens der teilnehmenden Einrichtungen und Eltern wird derzeit geprüft, ob das Projekt zum Schulstart im September fortgeführt werden kann.
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(Philipp Kressirer, Kommunikation und Medien, Klinikum der Universität München)
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Quellen: idw, LMU Klinikum





Autor: äin-red