Kinder- & Jugendärzte im Netz

Ihre Haus- & Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

30.10.2014

Videospiele: Auf das Maß kommt es an

Laut einer Untersuchung der Universität in Oxford können sich Konsolenspiele auch positiv auswirken, wenn Kinder weniger als eine Stunde täglich damit verbringen – einen altersgerechten Inhalt vorausgesetzt.

© goldencow_images - Fotolia.com

Wer aber mehr als drei Stunden täglich mit virtuellen Spielen verbringt, zeigt deutlich mehr Unzufriedenheit mit seinem Leben in vielen Bereichen, so der Forscher Dr. Andrew Przybylski.
Dr. Przybylski wertete die Antworten von 5.000 Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren aus einer britischen Umfrage aus. Die Kinder sollten angeben, wie lange sie an normalen Schultagen spielten. Etwa 75% der Befragten sagten, dass sie täglich mit Spielen – am Computer oder an der Konsole – verbrachten.

Die Teilnehmer beantworteten darüber hinaus u.a. folgende Fragen:

  • Wie zufrieden bist du mit deinem Leben?
  • Wie gut verstehst du dich mit Gleichaltrigen?
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du anderen hilfst, wenn sie in Schwierigkeiten sind?
  • Bist du hyperaktiv und hast Schwierigkeiten, dich zu konzentrieren?

Mithilfe der Aussagen schätzte Dr. Przybylski den Grand der psychologischen und sozialen Anpassung ein.

Das Ergebnis: Kinder, die weniger als eine Stunde täglich spielten, hatten im Vergleich zu denjenigen, die sich mehr als drei Stunden mit Games befassten, weniger emotionale Probleme und litten weniger unter Hyperaktivität. Erstere zeigten zudem eine größere Zufriedenheit mit ihrem Leben und hatten mehr soziale Interaktionen. Diese Heranwachsende, die etwas Zeit mit Videospielen verbrachten, waren auch angepasster als diejenigen, die überhaupt nicht „zockten“.

Dr. Przybylski zufolge kann dies mehrere Ursachen haben. Zum einen kann die Beschäftigung mit Videospielen für gemeinsame Gesprächsthemen unter Jugendlichen sorgen. Zum anderen können „Nicht-Spieler“ zu diesen Diskussionen nichts beitragen und fühlen sich damit möglicherweise ausgeschlossen. Der psychologische Experte räumt jedoch ein, dass auch wenn seine Ergebnisse signifikant waren, die Familie und die Interkationen dort eine wesentlich größere Rolle für die Entwicklung eines Kindes spielen.

Quelle: BBC News, Pediatrics




Autor: äin-red