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10.07.2018

Versorgungslücken für Eltern immer spürbarer - BVKJ fordert: "Politik muss pädiatrische Versorgung sicherstellen!"

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Thomas Fischbach, nimmt wie folgt Stellung zu der aktuellen Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks.

"Die Ergebnisse der Umfrage (Ein Drittel der Eltern in Deutschland sieht Versorgungslücken bei Kinder- und Jugendärzten) spiegelt unsere eigenen Erfahrungen. Vor allem auf dem Land und in kleineren Städten, aber zunehmend auch in vielen Großstadtvierteln haben Eltern es zunehmend schwer, einen Kinder- und Jugendarzt für ihr Kind zu finden. Praxen schließen, weil sich kein Nachfolger, keine Nachfolgerin finden lässt. Die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen sind heute vielfach schon so überlastet, dass sie keine neuen Patienten annehmen können. Der Kinder- und Jugendärztemangel, vor dem wir lange gewarnt haben, wird für unsere Patienten immer deutlicher spürbar. Vor allem das vorbildliche deutsche System der Vorsorgen ist in Gefahr. Wenn Eltern wochen- und manchmal monatelang auf einen Termin für eine Vorsorgeuntersuchung oder Impfung warten müssen, resignieren viele, sie melden ihr Kind gar nicht mehr an oder vergessen die Termine. Viel zu lange hat die Politik untätig zugeschaut, wie immer weniger Kinder- und Jugendärzte immer mehr Kinder und Jugendliche versorgen, wie die wohnortnahe kinder- und jugendärztliche Versorgung ausblutet. Jetzt ist es höchste Zeit gegenzusteuern und die ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen zukunftsfest zu machen. 

Was Deutschland braucht, damit die Kinder- und Jugendmedizin erhalten bleibt

  • eine neue, bessere und flexiblere Bedarfsplanung. Kinder- und Jugendarztpraxen müssen dort sein, wo Eltern sie brauchen, in den dicht besiedelten Großstadtvierteln, in Kleinstädten und auch auf dem Land. Wo es zu wenige Kassensitze gibt, müssen mit neuen Budgets neue Sitze geschaffen werden!
  • eine Aufhebung der starren Budgetgrenzen. Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, mehr zu arbeiten, müssen dafür auch entsprechende Honorare bekommen!
  • mehr Freiheit, Ärzte in Kinder- und Jugendarztpraxen anstellen zu können, und die Mehrarbeit durch mehr neue Vorsorgen und Impfungen muss ebenfalls entsprechend vergütet werden.
  • mehr Ausbildung in Pädiatrie. Kinder- und Jugendheilkunde als Teil der Primary Care muss genau wie Allgemeinmedizin zu vertiefender Teil im „Masterplan Medizinstudium 2020“ werden.

Mehr Weiterbildung: Wir brauchen wie bei den Allgemeinärzten die finanzielle Förderung der Weiterbildung in den ambulanten Kinder- und Jugendarztpraxen. Hierzu hat der BVKJ ein Forderungspapier an die Politik erstellt und den verantwortlichen Politikern bereits übersendet.

Der BVKJ hat ein Paper zur Bedarfsplanung erstellt: www.bvkj.de
 
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.
 


 



Autor: äin-red