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25.06.2014

Verschluckter Magnet ist ein Notfall!

Verschluckt ein Kind einen oder mehrere Magneten, so handelt es sich immer um einen Notfall, der einen Arztbesuch erforderlich macht. Zum einen können mehrere Magnete im Körper aneinanderhaften, u.a. Gewebe einklemmen und so zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Zum anderen können Kinder zusätzlich mit einem Magneten Metallteile verschlucken. Es bildet sich ein Magnet-/Metallkomplex, der entweder ebenso zu Verletzungen führt und/oder feststecken bleibt.

Verschluckt ein Kind einen Magneten oder mehrere Magneten, so handelt es sich immer um einen Notfall. Die Magnete können im Körper aneinanderhaften, u.a. Gewebe einklemmen und so zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Für kleine Kinder besteht auch Erstickungsgefahr. „Wenn verschluckte Magnete aneinanderhaften, kann darüber hinaus ein Weitertransport durch den Darm verhindert werden. Gewebeeinklemmungen können zu schweren Durchblutungsstörungen mit nachfolgenden Gewebezerstörungen, ja bis hin zum Darmdurchbruch führen. Eltern sollten bei Bauchschmerzen und Erbrechen bei kleinen Kindern immer auch überlegen, ob das Kind evtl. versehentlich Zugang zu Magneten gehabt haben könnte“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie Kinder- und Jugendarzt. Auch ein einzelner Magnet kann gefährlich werden, wenn das Kind zusätzlich Metallteile verschluckt, die dann mit dem Magneten einen Magnet-/Metallkomplex bilden, der ebenso zu Verletzungen führen und/oder feststecken bleiben kann.*
Für die Genesung des Kindes ist eine rasche Behandlung entscheidend.

Kanadische Wissenschaftler um Dr. Matt Strickland haben eine Verdreifachung der Unfälle mit Magneten im Hospital for Sick Children (SickKids, die größte Kinder- und Jugendklinik in Kanada) zwischen den Perioden 2002 bis 2009 und 2010 bis 2012 beobachtet. Die Fälle, bei denen ein Kind mehrere Magnete verschluckt hatte, haben sich demnach sogar in diesem Zeitraum verzehnfacht.
Magnetteile befinden sich nicht nur in Baukästen, sie können sich auch in Gelenken von Spielzeugtieren oder -puppen verbergen, um die Gliedmaßen beweglich zu halten. Auf dem Kühlschrank, auf dem Schreibtisch und auf Tafeln fungieren Magnete als Befestigungselemente, z.B. für Notizzettel, oder sie dienen einfach nur als Schmuckstücke. „Besonders gefährlich sind die kleinen Supermagneten, auch Permanentmagnete oder ‚Seltene-Erden-Magneten‘ genannt, da sie eine sehr starke gegenseitige Anziehung haben“. Kinder unter drei Jahren sollten gar nicht mit Magneten spielen. Sie sollten früh lernen, keine Magnete oder sonstige Kleinteile in den Mund zu nehmen.

Quelle: EurekAlert!, Pediatric Otorhinolaryngology, Journal of Pediatrics


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* 11.09.2018 Gefahrenwerweiterung/Ergänzung aufgrund eines Leserhinweises.

Autor: äin-red