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07.04.2004

Verkehrssicherheit für Kinder

Jährlich verunglücken in Deutschland immer noch etwa 41.000 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr. Insbesondere Kinder im Vor- und frühen Grundschulalter sind für die aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht geeignet, da sie sich schnell ablenken lassen sowie Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen können...

"Road Safety is no accident" ist dieses Jahr das internationale Motto des Weltgesundheitstages. Jährlich verunglücken in Deutschland immer noch etwa 41.000 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, 216 Kinder sind dabei 2002 laut statistischem Bundesamt gestorben. Kinder legen pro Tag oft mehr Wege zurück als der Durchschnitt der Bevölkerung - insbesondere durch den Schulweg. Bei Schulwegunfällen wurden im Jahr 2000 112 Schüler getötet, 93 davon waren Straßenverkehrsunfälle.

Kinder können Geschwindigkeiten schlecht einschätzen
"Unfallauslösende Verhaltensweisen von Kindern als Fußgänger sind vor allem das plötzliche Überqueren der Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten, und das plötzliche Hervortreten hinter Sichthindernissen", erklärt Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder lassen sich schnell ablenken und können gefährliche von ungefährlichen Situationen sowie oft ein stehendes von einem fahrenden Auto nicht sicher unterscheiden, weil sie Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht einschätzen können. Ihr Gesichtsfeld ist noch deutlich eingeengt und entspricht aufgrund ihrer Größe nicht dem der Erwachsenen, was letztere häufig verkennen.

Kinder im Vor- und frühen Grundschulalter sind für die aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht geeignet. Sie müssen deshalb den Fuß- oder Radweg benutzen. "Erst mit etwa acht Jahren gelingt es den Kindern, sich längere Zeit im Straßenverkehr zu konzentrieren. Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern den sichersten Weg zu einem Freund, zum Kindergarten oder zur Schule so lange gemeinsam gehen, bis sie Gefahrenstellen sicher meistern", betont Dr. Kilian-Kornell. Bei trübem Wetter oder Dunkelheit sollten Reflektoren oder helle Kleidung die Kinder für andere Verkehrsteilnehmer deutlich sichtbar machen.

Autor: äin-red