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12.07.2019

US-Studie: Kosmetikprodukte sind bei kleinen Kindern für viele Unfälle verantwortlich

Amerikanische Forscher warnen in einer aktuellen Studie vor den Gefahren, die Kosmetikprodukte für kleine Kinder darstellen. Vor allem kleine Kinder unter zwei Jahren vergiften sich demnach häufig, weil sie Nagelpflege- oder Haarpflegeprodukte oder Parfüm und ähnliche Produkte in die Hände bekommen und „probieren“.

Laut einer amerikanischen Studie, die online am 16. Juni in „Clinical Pediatrics“ veröffentlicht wurde, traten in den Jahren 2002 bis 2016 regelmäßige viele Unfälle mit Kleinkindern auf, weil sie mit Kosmetikprodukten gespielt hatten - am häufigsten bei Kindern unter 2 Jahren. Während des 15-jährigen Studienzeitraums wurden 64.686 Kinder unter 5 Jahren deshalb in Notaufnahmen behandelt.

Jordan Vajda vom Abigail Wexner Research Institute am Nationwide Children's Hospital in Columbus, Ohio, und ihre Kollegen analysieren die Daten des National Electronic Injury Surveillance System für Kinder unter 5 Jahren von 2002 bis 2016, die in amerikanischen Notfallambulanzen wegen einer Verletzung durch ein kosmetisches Produkt behandelt wurden.

Während des 15-jährigen Studienzeitraums wurden schätzungsweise 64.686 Kinder in Notaufnahmen wegen Verletzungen durch Kosmetika behandelt. Die Forscher stellten fest, dass während des Untersuchungszeitraums die Verletzungsrate gleichbleibend hoch war. Ursache für Unfälle waren am häufigsten Nagelpflege-, Haarpflege-, Hautpflegeprodukte und Parfüms bzw. Duftstoffe (28,3, 27,0, 25,0 bzw. 12,7%). Die häufigste Diagnose war eine Vergiftung (86,2%), während Verätzungen 13,8% der Fälle ausmachten. Die meisten Verletzungen ereigneten sich, weil das Kind ein Kosmetikprodukt einnahm (75,7% aller Verletzungen). Kinder unter 2 Jahren waren am häufigsten betroffen (59,3%).

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Gefahr von Kosmetikprodukten bisher noch zu wenig bekannt ist und dass viel mehr vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese Verletzungen zu verringern, schreiben die Autoren. Präventionsmaßnahmen sollten sich am Alter des Kindes orientieren, um die Kosmetikprodukte entsprechend der Entwicklungsmeilensteine aus der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Quelle: HealthDayhttps://www.physiciansbriefing.com/emergency-medicine-23/cosmetic-news-158/many-young-children-treated-in-ed-for-injuries-from-personal-care-products-747385.htmlFirefoxHTML/Shell/Open/Command, Clinical Pediatrics


Autor: äin-red