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29.12.2017

UNICEF: Luftverschmutzung gefährdet das Gehirn von Babys

Siebzehn Millionen Babys unter einem Jahr atmen giftige Luft ein, die eine gesunde Gehirnentwicklung gefährdet, warnte UNICEF.

Am schlimmsten betroffen waren UNICEF zufolge Babys in Südasien, wo mehr als 12 Millionen Menschen in Gebieten mit einer Umweltverschmutzung leben, die sechsmal höher ist, als die Grenzwerte vorschreiben. Aber auch Babys in Ostasien und im Pazifik sind starker Luftverschmutzung ausgesetzt (etwa vier Millionen).

UNICEF erklärte, dass das Einatmen der winzigen Schadstoffpartikel bei schlechter Luft das Gehirngewebe schädigen und die kognitive Entwicklung beeinträchtigen könnte.

In ihrem Bericht heißt es, dass es einen Zusammenhang mit dem "verbalen und nonverbalen IQ und Gedächtnis, schlechten Testergebnissen, Notendurchschnitten bei Schulkindern sowie anderen neurologischen Verhaltensproblemen gebe. Die Folgen sind ein Leben lang spürbar.

Delhis Luftverschmutzung wird bedrohlich

"Je mehr die Welt urbanisiert und ohne angemessenen Schutz und Maßnahmen zur Verringerung der Umweltverschmutzung, desto mehr Kinder werden in den kommenden Jahren gefährdet sein", so UNICEF.

Sie forderte eine breitere Verwendung von Gesichtsmasken und Luftfiltersystemen und dass Kindern während der Umweltverschmutzung nicht mehr unterwegs sein sollten.

Letzten Monat begann ein gefährlicher Smog die indische Hauptstadt Delhi zu bedecken. Der Minister der indischen Hauptstadt, Arvind Kejriwal, kommentierte, die Stadt sei zu einer "Gaskammer" geworden.
Einige Schulen in der Stadt wurden geschlossen. Als sie wieder geöffnet wurden, gab es Kritik. Die Eltern beschuldigten die Behörden, die Gesundheit ihrer Kinder zu vernachlässigen. Während des Smogs mussten sich indische und sri-lankische Kricketspieler, die in Delhi spielten, auf dem Spielfeld übergeben.

In Nordchina gehen Experten davon aus, dass die Luftverschmutzung die Lebenserwartung um etwa drei Jahre verkürzt, und die Regierung hat strengere Emissionsvorschriften für Unternehmen erlassen, staatliche Medien hatten aber berichtetet, dass diese ständig missachtet würden.

„Jung und Alt" vom Smog in China betroffen

Satellitenbilder, die zur Datenerhebung verwendet wurden, enthüllten auch, dass das Problem in afrikanischen Städten ebenso zunimmt, ergänzte UNICEF.
Eine andere Studie von Wissenschaftlern in Krankenhäusern in London ergab, dass die verschmutzte Luft der britischen Stadt bei Babys zu einem niedrigen Geburtsgewichten führte, was mit einer höheren Säuglingssterblichkeit und einer höheren Anfälligkeit gegenüber Krankheiten im späteren Leben zusammenhingen.

Quelle: BBC News, UNICEF, BMJ

Autor: äin-red