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21.05.2018

Umfangreiche Studie bestätigt: Impfstoffe schwächen das Immunsystem von Babys nicht

Ein weiteres Argument, das von Impfgegner verwendet wird, ist widerlegt – eine umfangreiche amerikanische Studie zeigt, dass Standardimpfungen das Immunsystem von Kindern nicht schwächen.

© Dmitry Lobanov - Fotolia.com

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"Einige Eltern sind besorgt, dass mehrere Impfstoffe in der frühen Kindheit das Immunsystem ihres Kindes schädigen könnten und sie anfälliger für zukünftige Infektionskrankheiten machen könne", berichtete Dr. Jason Glanz, Erstautor der aktuellen, in JAMA („Journal of the American Medical Association“) veröffentlichten Studie. Er ist leitender Forscher am Kaiser Permanente Colorado Institute for Health Research. Kaiser Permanente ist ein US-amerikanisches Gesundheitsunternehmen, dessen Hauptsitz in Oakland, Kalifornien, liegt. Das Unternehmen bietet unter anderem Krankenversicherungsschutz an und betreibt Krankenhäuser. Das Kaiser Permanente Colorado Institute for Health Research ist eine integrierte Abteilung, die u.a. klinische Studien und Evaluierungsforschung durchführt, veröffentlicht und verbreitet. Glanz und seine Kollegen nutzten u.a. die Daten des Vaccine Safety Datalink (VSD), ein Register für Impfstoffsicherheit.
Die Forscher ermittelten 193 Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren (24 bis 47 Monate), die zwischen 2003 und 2013 in Notaufnahmen und im Krankenhaus wegen nicht impfpräventable Infektionskrankheiten (gemäß ICD-Schlüssel) behandelt worden waren. Jeder Fall wurde darauf mit etwa vier Kontrollkindern verglichen (insgesamt 751 Kinder), die das gleiche Durchschnittsalter und Geschlecht hatten, aber nicht von diesen Krankheiten betroffen waren. Bei der Verteilung von chronischen Krankheiten war die Kontrollgruppe ebenso vergleichbar mit der „Infektions-“ bzw. „Fallgruppe“.

Aus der Gesamtanzahl an Proteinen und Polysacchariden in jedem Impfstoff, die Kinder in der „Fallgruppe“ und in der Kontrollgruppe von der Geburt bis zum Alter von 23 Monaten erhalten hatten, errechneten die Experten eine "mittlere kumulative Antigenexposition". Zugleich bewerteten sie das Risiko von nicht-impfpräventablen Infektionskrankheiten bei den Teilnehmern im Alter zwischen 2 und 4 Jahren.

Impfungen haben keinen Einfluss auf Erkrankungsrate bei nicht-impfpräventablen Infektionskrankheiten

Die Ergebnisse zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied in der kumulativen Antigenexposition (240,6 in der Fallgruppe und 242,9 in der Kontrollgruppe). „Diese aktuelle Studie legt nahe, dass die Theorie der Überlastung des Immunsystems eines Kindes höchst fragwürdig ist", erklärte Glanz in einer Pressemitteilung von Kaiser Permanente. Er sagte, dass die Studie "den Eltern […] helfen soll, die Sicherheit und die Vorteile der zeitgerechten Impfung besser zu verstehen".

Quelle: JAMA, AAP News, Kaiser Permanente

 






Autor: äin-red